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Thinking Like A Mountain Trailer

106 Min.|Kino: 12.09.2019|Doku/Reportage
 

Originaltitel: Thinking Like A Mountain

 
Thinking Like A Mountain startet am 12.09.2019 im Kino
Thinking Like A Mountain Trailer

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Das Gebirge Sierra Nevada de Santa Marta im Nordosten Kolumbiens hatte eine große Anziehungskraft auf mich als ich zum ersten mal dort war. Es ist das höchste Küstengebirge der Welt und beheimatet ein einzigartig Ökosystem. Dort leben vier indigene Gemeinschaften, die Arhuacos, die Kogis, die Wiwas und die Kankuamos. Die meisten Menschen kennen das Gebirge nicht, aber die Menschen vor Ort sagen es verbindet uns alle, da es das Herz der Welt darstellt.


Der Titel des Films beschreibt den Vorgang mit dem Gebirge zu denken, es in das Leben einzuschließen. Der Satz stammt von Aldo Leopold, ein amerikanischer Dichter doch er drückt gut aus was für die Arhuacos ein Selbstverständnis ist. Der Landschaft wird nur entwendet was notwentig ist für körperliche und geistige Ernährung. Zudem wird das Land nicht dominiert oder besetzt sondern respektvoll darin gelebt und ein Dialog mit der Landschaft geführt. In Kolumbien, habe ich über ein Jahr verschiedene Reisen zu den Arhuacos unternommen und an deren Treffen teilgenommen. Die traditionelle Organisation funktioniert sehr horizontal, dass bedeutet wichtige Entscheidungen werden von allen getroffen. Einmal im Monat kommen die Menschen aus verschiedenen Teilen des Gebirges zusammen und beraten über Fragen welche die Gemeinschaft betreffen. Meine Ausgangsfrage war, wie von einer Gemeinschaft die in relativer Isolation zur westlichen Welt lebt der Klimawandel, den die Menschen dort deutlich spüren und beobachten, interpretiert wird. Eine Antwort zu finden hat ein weiteres Jahr gedauert.

Zum einen da die Arhuaco sehr misstrauisch sind gegenüber der westlichen Welt, zum anderen weil ich das gesamte Gebirge zu Fuss bereisen musste. Ich bin in den Monaten der Vorbereitung und des Drehs mehrere hundert Kilometer und viele tausend Höhenmeter mit meinem Bruder, der Kamera geführt hat, gelaufen. Wir wurden dabei eingeschneit auf 5000 Metern und übersät von Zecken im Regenwald, wir sind bewaffneten Gruppen begegnet und haben in Guerilla Camps übernachtet. Der Dreh war ein Abenteuer, vorallem weil der Ausgang so ungewiss war, es hätte zu jedem Zeitpunkt zu Ende sein können.


Persönlich und als Filmemacher war es eine großartige Erfahrung mit den Arhuacos zu arbeiten denn es gab zwei Antworten auf meine Frage. Die eine war nach außen gerichtet, mit Blick auf die Landschaft, die andere nach Innen. Das Land der Arhuacos hat sich stark verändert, das Gletschereis löst sich auf und die Bewohner wissen das dieses Phänomen in Verbindung steht mit der Ausbeutung ihres Landes, denn am Fuss des Gebirges wird Kohle abgebaut, im sehr großen Stil. Das haben die Menschen schon vor vielen Jahren angeklagt, als das Wort Klimawandel noch nicht populär war. Die zweite Antwort war sozusagen ein Umkehrschluss: Wenn sich das Land verändert, verändert sich auch die Gemeinschaft, das Zusammenleben, da das Land und die Bewohner in einem Dialog stehen. Diese Veränderung innerhalb der Arhuaco Gemeinde ist ein wesentlicher Teil des Films geworden. Da geht es um Themen die sensibler sind, wie z.B. die Rückkehr eines Arhauco Mannes der 20 Jahre mit der FARC Guerilla im Krieg war, nachdem wichtige Führer der Arhuaco Gemeinschaft von Militär und Staat hingerichtet wurden.

Mich interessiert der Prozess beim Filmemachen, also die Herausforderung anzunehmen etwas zu beginnen, dass einen völlig offenen Ausgang hat.

Der Filmmacher

Thinking Like A Mountain Trailer - Bild 1 von 9

Bild zu Thinking Like A Mountain

Die Story zu Thinking Like A Mountain Trailer:
Die Arhuacos wachen über den Wald und das Gletschereis von Kolumbiens höchster Bergkette - die Sierra Nevada de Santa Marta. Sie haben in dieser einzigartigen Umgebung eine symbolischeBeziehung mit ihrem Territorium entwickelt: Bergseen sind von Gedanken durchdrungen und Menschen bekleidet von Stoffen, diedas Land verkörpern. Seit Jahrhunderten verteidigten sich Arhuacos gegen europäische Eroberer, Landbesitzer und Minenunternehmen und flohen in die höchsten Lagen des Gebirges, doch dieseunzugängliche Gegend suchten auch die Akteure des kolumbianischen Bürgerkriegs. Auf dem heiligen Land, das von den KaribikStränden zu den tropischen Gletschern reicht, wurde ein blutigerKampf ausgetragen der das Leben der Gemeinschaft für immerverändert hat.Die Kollision zweier Kulturen ist ein Porträt indigenen Lebens im21. Jahrhundert, wo heute Isolationismus zu verschwinden scheint,genau wie der Gletscher, der von den Bergbewohnern heilig gehalten wird.

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Autor: Jochen Becker
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