Infos zum Film Bambi 2 Der Herr Der Wälder

Der Wind fegt über die kahlen Wipfel des Waldes. Schnee legt sich kalt auf Bäume, Steine und Wiesen. Aber das ist nichts im Vergleich zu der Kälte im Herzen von Bambi. Der kleine Hirsch, der gerade seine Mutter verloren hat, steht verängstigt im Wald: Bambi weiß, dass seine Mutter nie wieder zu ihm zurückkehren wird. Aber er ist nicht allein. Stolz und mächtig tritt Bambis Vater, der Herr der Wälder, an die Seite seines Sohnes. Und obwohl die Erziehung eines Jungtieres in seinen Augen nicht die Aufgabe eines Hirsch ist, folgt er dem Rat der weisen Eule und nimmt Bambi unter seine Fittiche – wenigstens bis zum Frühling. Dann soll Eule eine Pflegemutter für seinen Sohn finden. Bis dahin soll Bambi seinem Vater folgen und dessen Lektionen wie „Ein Prinz schaut nur voraus, nie zurück“ lernen. Und auch, wenn der Herr der Wälder seinem Sohn gegenüber sehr distanziert und kontrolliert ist, freut sich der quirlige junge Prinz auf die Zeit, die er mit seinem Vater verbringen soll.


Langsam schmilzt der Schnee. Die Tiere des Waldes erwachen aus ihrem Winterschlaf, zwischen den Bäumen wird es wieder lebendig. Auch Klopfer, Bambis bester Freund, hoppelt atemlos durch die Gegend – und offensichtlich wird er verfolgt. Der Hase ist auf der Flucht vor seinen vier kleinen, etwas zu anhänglichen Schwestern. Die Wiedersehensfreude bei Bambi und Klopfer ist groß. Und auch wenn Bambi so wichtige Dinge gelernt hat wie stolz durch den Wald zu schreiten und Ehrfurcht zu verbreiten – er vermisst es, mit seinen Freunden zu spielen.


Bambis Vater erlaubt seinem Sohn, zusammen mit Klopfer ein jährliches Ritual zu besuchen: Das Murmeltier wird an diesem Tag aus seinem Bau kommen und – wenn alles gut läuft – den Frühling ankündigen. Auf dem Weg dahin lesen Bambi und Klopfer ihren alten Freund, das Stinktier Blume, auf, und dann versammeln sich fast alle Tiere des Waldes um den Bau des Murmeltiers. Zur Freude von Bambi ist auch die hinreißende Feline unter den Zuschauern – auch wenn er sich kaum traut, sie anzusprechen. Und noch jemand schaut dem Ritual zu: Ronno, ein rüpelhafter junger Hirsch mit zart sprießendem Geweih, der prahlt, Menschen gesehen zu haben. Und als der Angeber Bambi verspottet, ahnt er schnell: In Ronno hat er einen Feind gefunden.


Nach dem Ritual gehen die Freunde wieder auseinander. Bambi wartet auf seinen Vater, und auf einmal fühlt sich der junge Prinz unbeschreiblich einsam. Er schläft ein – und träumt einen wunderschönen Traum von seiner Mutter. Selbst als Bambi erwacht, kann er ihre Rufe noch hören. Und er folgt ihnen bis zu einer großen Lichtung. Doch dort erwartet ihn eine gefährliche Überraschung: Die Rufe entpuppen sich als Trick der Menschen. Als Bambi ungeschützt auf der Wiese steht, stürmen Jagdhunde auf ihn zu. Bambi erstarrt vor Schreck. Buchstäblich in letzter Sekunde kann Bambis Vater seinen Sohn vor den blutrünstigen Hunden retten – und vor den Kugeln der Jäger.


Der Herr der Wälder ist tief enttäuscht von seinem Sohn. Entgegen seines ausdrücklichen Befehls hat Bambi nicht im Wald auf ihn gewartet. Dieses sehr unprinzliche Verhalten bestätigt den stolzen Hirsch in seinem Entschluss: Bambi braucht eine Mutter. Ohne das Wissen seines Sohnes beauftragt er Eule, sich jetzt nach einer Pflegemutter für Bambi umzusehen.


Bambi streift wieder mit Klopfer und Blume durch den Wald. Die Freunde üben gerade, angsteinflößend zu gucken, als Ronno und Feline ihnen über den Weg laufen. Wieder verspottet und verhöhnt Ronno Bambi und seine Freunde. Bei dem nachfolgenden Streit bekommt Ronno allerdings, was er verdient: Er landet mit der Nase voran im Schlamm. Ronno schäumt – wütend verfolgt er Bambi. Und der kann sich vor seinem wutschnaubenden Gegner nur mit einem gewaltigen Sprung über einen Abgrund retten.


Der Herr der Wälder hat diesen Sprung gesehen. Und auch wenn er sanft mit Bambi schimpft – er ist zum ersten Mal tief beeindruckt von seinem Sohn. Er nimmt Bambi mit auf seine Streifzüge. Und diesmal nähern sich die beiden an. Bambi gewinnt langsam den Respekt seines Vaters und lernt wichtige Lektionen. Und im Gegenzug entdeckt der Herr der Wälder wieder sein kindliches Gemüt: beim Spiel mit seinem quirligen Sprössling. Für Vater und Sohn beginnt eine glückliche Zeit …


Doch ausgerechnet jetzt hat Eule ein neues Zuhause für Bambi gefunden. Mena, eine liebenswerte Hirschdame mit großem Herzen, die zusammen mit Bambis Mutter aufgewachsen ist, will sich um den Kleinen kümmern. Doch das bedeutet, dass Bambi nicht nur seinen Vater und seine Höhle, sondern auch seine Freunde Klopfer, Blume und Feline verlassen und in einen anderen Teil des Waldes ziehen muss. Der junge Prinz ist tief enttäuscht von seinem Vater. Doch er folgt seinem Befehl und geht mit Mena.


Auf dem Weg begegnet Bambi ein weiteres Mal seinem Feind Ronno. Wieder verspottet der Rüpel seinen Gegner – doch diesmal tritt Bambi nicht die Flucht an. Er stellt sich dem Kampf. Mena will den Streit schlichten, doch dabei tritt sie in eine Falle – ihr Fuß verfängt sich in einer von den Menschen gelegten Schlinge. Und dann hören Bambi, Ronno und Mena aus der Ferne wieder das Gebell der Jagdhunde …


Ronno tritt sofort die Flucht an. Doch Bambi zeigt in der Stunde der Not seinen wahren Mut: Er lenkt die Hunde von der Spur der wehrlosen Mena ab. Diesmal muss Bambi seine Ängste überwinden – und sich als echter Prinz erweisen. Mit der Hilfe von Klopfer und Blume gelingt es ihm, die Hunde auf einen Felsen zu locken. Dort kommt es zum entscheidenden Kampf – und wieder eilt in allerletzter Sekunde der Herr der Wälder zu Hilfe …








Der Sommer bricht an. Mit blumigen Worten erzählt Klopfer seinen Schwestern und den anderen Tieren des Waldes, wie Bambi mit seinen Freunden gegen Legionen von Jagdhunden gekämpft und sich als strahlender, stolzer Sieger erwiesen hat. Und der junge Prinz?

Der besucht zusammen mit dem Herrn der Wälder die blühende Wiese, auf der sein Vater einst seine Mutter kennen gelernt hatte. Das Eis zwischen ihnen ist längst gebrochen. „Wie warst du damals?“, fragt Bambi seinen Vater. Der antwortet mit zärtlichem, stolzem Blick auf seinen Sohn: „Genauso wie du.“





Die Figuren



Bambi


Der junge, mutige, aber etwas ungeschickte Hirsch bricht zu einem neuen Kapitel seines Lebens auf. Er vermisst seine Mutter ganz schrecklich und ist sich nicht ganz sicher, was er von seinem Vater halten soll – jemandem, den er nur mal im Vorbeigehen kennen gelernt hat. Dennoch ist Bambi erfüllt von energischem Geist und einer grenzenlosen Neugier. Er will den Herrn der Wälder um jeden Preis beeindrucken und seinen Erwartungen gerecht werden. Bambi nimmt sich die Lektionen seines Vaters zu Herzen und lehrt sogar seine Freunde, als er zu einem würdigen Nachfolger seines Vaters heranwächst.



Der Herr der Wälder


Die Tradition verlangt, dass der Herr der Wälder nach seiner Herde schaut, nicht nach einem einzelnen Jungtier. Er hält Distanz zu denen, die er beschützen soll, und das hat dem mächtigen Hirsch stets Klarheit verschafft – jedenfalls bis jetzt. Die Erziehung seines Sohnes ist eine neue Erfahrung für ihn. Er tut sein Bestes, um seine Weisheit und sein Wissen an Bambi weiterzugeben, aber er bemerkt nicht, dass er es selbst ist, der noch einiges zu lernen hat. Durch die Erfahrungen mit seinem Sohn öffnet er sein Herz und lässt Gefühle zu, die er nie zuvor gespürt hat.



Klopfer


Klopfer ist immer noch einer der quirligsten Hasen des Waldes und hat für alles eine Antwort – denkt er jedenfalls. Er ist immer für Bambi da, versucht, ihm Tapferkeit beizubringen (indem er eine gruselige Grimasse schneidet und böse knurrt) und erzählt ihm, wie er mit seinen Eltern umzugehen hat („Sie mögen es, wenn man ihnen Fragen stellt … viele, viele Fragen!“). Aber Klopfer hat selbst auch Probleme. Er ist stets auf der Flucht vor seinen anhänglichen, aber liebenswerten Schwestern und hat immer ein bisschen Stress mit seiner Mutter.







Klopfers Schwestern


Klopfers Schwestern sind die vier süßesten kleinen Häschen, die man je gesehen hat. Sie lieben ihren großen Bruder und folgen ihm einfach überallhin. Klopfers Mutter hat ihm aufgetragen, auf seine Schwestern zu achten, aber wie jeder große Bruder kann er sie nicht ausstehen. Er versucht stets, ein Versteck vor ihnen zu finden, damit sie ihm nicht ständig mit ihren Umarmungen auf die Nerven gehen. Aber am Ende stellt er fest, dass sie gar nicht so übel sind – für Mädchen.



Blume


Das liebenswerte junge Stinktier Blume hält den ganzen Winter über seinen Winterschlaf. Abgesehen davon liebt Blume es, mit Klopfer zusammen Bambi dabei zu helfen, eine Beziehung zu seinem Vater, dem Herrn der Wälder, aufzubauen. Blume fällt ziemlich leicht in Ohnmacht und hat eine besonders große Angst vor Schildkröten (die vielleicht sogar berechtigt ist), aber er ist in der Lage, seine innere Stärke – oder besser: seine Duftmarke – immer im richtigen Moment wirken zu lassen. Im Übrigen findet er Klopfers Schwestern süß.



Eule


Eule schimpft gern, ist aber ein gutherziger Vogel, der fast alles sieht und hört, was im Wald so passiert. Er fühlt sich dem Herrn der Wälder verpflichtet, und obwohl er der Ansicht ist, dass Bambi zu seinem Vater gehört, folgt er dessen Bitte, für das Kitz eine neue Mutter zu finden. Er beendet seine Mission erfolgreich, hat aber das Gefühl, einen schweren Fehler gemacht zu haben. Am Ende ist er begeistert davon, dass Vater und Sohn schließlich doch zusammenbleiben.



Feline


Feline ist ein junges Kitz, ungefähr in dem gleichen Alter wie Bambi, aber etwas weiser, was den Lauf der Dinge angeht (Mädchen werden eben schneller erwachsen). Sie und Bambi fühlen sich voneinander angezogen – was ein wenig komplizierter wird, nachdem Ronno die Szene betreten hat, der Feline beeindrucken will. Aber sie kommt ihm auf die Schliche und geht schließlich mit Bambi durch dick und dünn. Bambi verbringt zwar immer mehr Zeit mit seinem Vater, Feline weiß aber, dass dies gut ist – sie freut sich für ihn. Vielleicht spürt sie, dass sie in der Zukunft sehr, sehr viel Zeit mit Bambi verbringen wird.



Ronno


Ronno ist ein rüpelhafter, sehr von sich selbst überzeugter junger Hirsch, der etwas älter ist als Bambi. Er hat bereits ein sprießendes Geweih – das er „seine Kumpel Ratz und Fatz“ nennt – und zeigt es jedem, der ihm zuhören will. Er verspottet den jungen Prinzen, wo er nur kann, und nutzt jede Gelegenheit, ihn zu beleidigen oder zu verhöhnen. Außerdem versucht er, Feline mit seinen Geschichten zu beeindrucken – die natürlich nur von ihm handeln. Aber am Ende tritt seine Feigheit zu Tage, und jeder sieht, dass Bambi in Wirklichkeit der tapfere junge Hirsch ist. Aber Ronno schwört, zurückzukehren – und das tut er auch viele Jahre später, als er Bambi zu einem Zweikampf um Feline herausfordert (Ronno ist der Rivale, den Bambi im ersten Teil besiegt).



Mena


Mena ist eine warmherzige, achtsame Hirschdame, die Bambis Mutter kannte und glücklich ist, ihn bei sich aufzunehmen. Aber als der Herr der Wälder ihn am Ende abholt, merkt Mena, dass Vater und Sohn zusammengehören, und tritt beiseite.




Produktionsnotizen


Die schiere Größe des Vorhabens, eine Fortsetzung für BAMBI („Bambi“, 1942) zu schaffen, einen Film, dessen Schönheit und ikonische Geschichte lebhaft im Gedächtnis von Generationen von Filmfreunden haftet, verlor bei der Produktion des Sequels niemand aus den Augen, am wenigsten der Regisseur Brian Pimental. „Es war ein sehr einschüchterndes Projekt, an dem wir da arbeiteten“, sagt er. „Visuell gesehen ist das Original wahrscheinlich der Film, den wir Animatoren gerne geschaffen hätten. Er wurde zu einer Zeit hergestellt, in der animierte Filme auf dem Zenit ihrer Kunst waren.“


Der Produzent Jim Ballantine ergänzt: „Wir standen alle ziemlich unter Druck. Für jeden Disneyphilen ist BAMBI ein gewaltiger Klassiker. Die Idee, dass wir etwas annähernd Kunstvolles erreichen sollten, war sehr einschüchternd.“


Aber ebenso intensiv wie der Druck, sich am Original messen zu lassen, war die Leidenschaft der Filmemacher, das Abenteuer BAMBI weiterzuerzählen. Für Debbie Cramb, Unit Producer im australischen Sydney, die für die Animation die Gesamtleitung übernommen hatte, war es der Auftrag ihres Lebens. „Dies war mein ultimativer Traum“, gibt sie zu Protokoll. „BAMBI war der erste Film, in den mich mein Vater mitnahm, als ich vier Jahre alt war. An der Fortsetzung zu arbeiten ist der Höhepunkt meiner Karriere.“


Wenig überraschend war die Tatsache, dass sich die Filmemacher in einem ersten Schritt intensiv mit dem Original beschäftigten, um ein tieferes Verständnis von den künstlerischen und dramatischen Elementen zu bekommen, die es zu einem der beliebtesten Filme aller Zeiten machten. „Ich habe ihn mir ungefähr hundert Mal angesehen“, sagt Pimental. „Ich habe ihn mir eine Zeit lang einmal pro Woche angeschaut, um ihn in mein Gedächtnis einzubrennen und den Geist zu spüren, mit dem er hergestellt wurde.“


Der simple, aber kraftvolle, emotionale Zugang zur Geschichte war es auch, der Pimental hauptsächlich begeisterte. Als er damit begann, den Plot für die Fortsetzung zu entwickeln, maß er seine Ideen stets an der Messlatte des Vorgängers. „Wir haben ständig unsere Story-Entscheidungen in Frage gestellt und geschaut, ob die Geschichte zum Original passt ohne die Figuren zu vernachlässigen“, bemerkt Pimental.


Das bedeutete, dass die Filmemacher den schnellfeuer-artigen Erzählstil und alle popkulturellen Referenzen beiseite schieben mussten, die mittlerweile ein Muss für zeitgemäß animierte Filme sind. „Viele Dinge drehen sich heute um schnelle Lacher oder Gags, die aus dem Gegenteil dessen entspringen, was die Hauptfigur tut“, erläutert Pimental. „Aber manchmal sind die einfachsten Dinge genau das, worauf Kinder wirklich reagieren.“


Und der Animation Consultant Andreas Deja bemerkt: „Brian hatte eine wirklich gute Story und hielt sie auch authentisch. Er zeigte uns, dass man immer noch Menschen mit kindlichen Emotionen und kindlicher Unschuld unterhalten kann.“


Schon früh fiel die Entscheidung, dass man die Geschichte nicht wie so oft bei Sequels irgendwann nach dem Ende des ersten Films ansetzen wollte, sondern dass BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER im zeitlichen Rahmen des Originals stattfinden sollte. „Wir wollten, dass sich die Story um den jungen Bambi dreht, an den sich jeder erinnert“, sagt Ballantine.


Also nahm sich Pimental erneut die Quelle des Originals vor: „Bambi: A Life in the Woods“, Felix Saltens Bestseller aus dem Jahr 1923. Darin suchte er nach Ideen, die man nicht in der Adaption aus dem Jahr 1942 verwendet hatte. „Eine Menge Elemente unserer Geschichte stammen aus dem Buch“, erinnert sich Ballantine, „darunter die Beziehung zwischen Vater und Sohn und der Lockruf der Hirsche.“


Aber dieser Zugang stellte die Filmemacher vor eine neue Herausforderung: Wie sollte man mit dem emotional herausragendsten Storypunkt von BAMBI verfahren? Der Film ist berühmt für seine virtuose Animation und seine unvergleichliche Schönheit, aber das, woran sich Filmfans am ehesten erinnern, ist der Tod von Bambis Mutter, die außerhalb des Bildausschnitts von Jägern erschossen wird. Im Jahr 1942 war dies eine mutige und höchst kontroverse Szene, die mittlerweile aber zu den einzigartigsten Kinomomenten aller Zeiten zählt.



Der Verlust eines jungen Prinzen


„Die Szene wird im Allgemeinen als einer der ikonischsten Momente der Filmgeschichte bezeichnet“, sagt der Produzent Jim Ballantine. „Wir haben schnell realisiert, dass es unmöglich sein würde, eine Fortsetzung zu inszenieren, in der dieser Moment nicht thematisiert wird. Der zentrale Fokus unserer Geschichte liegt auf Bambi, dessen seelische Wunde nach dem Tod seiner Mutter langsam heilt. Im Lauf des Arbeitsprozesses wurde uns klar, dass es auch darum gehen musste, dass der Vater heilt und sich emotional öffnet.“


„Zuerst haben wir uns ein wenig dagegen gewehrt, so viel über die Mutter zu sprechen“, sagt Pimental. „Wir dachten, dass es genügen würde, sie zu erwähnen und dann weiterzugehen. Aber das schien uns nicht wirklich wahrhaftig. Es schien, dass das Herz unserer Geschichte die Zeit herausarbeitet, in der Bambi entdeckt, dass seine Mutter nicht zurückkehren wird. Wie erholt er sich von diesem Verlust seiner Mutter, jetzt, wo er mit einem Vater lebt, der emotional nicht sehr warmherzig ist?“


Nachdem die grundlegende Storyline herausgearbeitet war, folgte die nächste Hürde: die Dialoge für die Figuren. BAMBI, das Original, bestand aus rund 800 Worten Dialog, weniger als jeder andere narrative Disney-Spielfilm, der je veröffentlicht wurde. Die Geschichte um die sich entfaltenden Jahreszeiten des Waldes wurde fast ausschließlich durch die brillant nuancierte Gestaltung der Waldbewohner inszeniert.


„Die Zuschauer lernen die Figuren durch ihre Bewegungen und Gesichtsausdrücke kennen“, bemerkt Deja. „Das gab den Figuren Raum, sie selbst zu werden – allein durch die Zeichnungen. Die Geschichte war aus einem Grund so simplifiziert: Sie war durch die Animation persönlichkeitsgetrieben.“


Auch wegen der technischen Schwierigkeiten, das mächtige Geweih des Prinzen per Hand zu animieren, hatte der Patriarch des Waldes im Original wenig Zeit auf der Leinwand und beinahe keinen Dialog. So fiel den Filmemachern von BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER die Aufgabe zu, diese visuell beeindruckende und enigmatische Figur deutlicher herauszuarbeiten. „Die Idee, dass er distanziert und sehr steif ist, war der Ursprung der Figur“, sagt Ballantine. „Von da aus mussten wir herausfinden, wie steif er genau ist und an welchem Punkt er weich wird. In vielen Fällen wird eine Szene besser, wenn man einfach etwas Dialog streicht und durch ein Seufzen oder einen mimischen Moment ersetzt. Wir waren in der glücklichen Lage, großartige Animatoren zu haben, die über die Qualität verfügten, gleichzeitig Steif- und Weichheit erzeugen zu können.“


Als die Story immer deutlicher herausgearbeitet wurde, fühlten die Filmemacher, dass sie sich auf dem richtigen Weg befanden, aber sie waren sich auch im Klaren darüber, dass sie am Ende die härtesten Kritiker über-zeugen und befriedigen mussten: die Kinder. Also luden sie, während sich der Film noch im Storyboard-Prozess befand, rund 100 Kinder aus einem örtlichen Boys and Girls Club ein, um sich die Ergebnisse in einer Art illustriertem Hörspiel anzusehen – einer Serie von Storyboard-Zeichnungen, die mit bereits aufgenommenen Dialogen und Musik vorgeführt wurde. Zu Ballantines Freude „waren sie gleich gefangen und schenkten uns ihre volle Aufmerksamkeit. Wir haben hinterher mit den Kindern gesprochen und ihnen eine ganze Menge Fragen gestellt.“


Die Reaktionen des jungen Testpublikums waren außerordentlich positiv, aber die Kinder zierten sich auch nicht, sich über ein Element der Geschichte lautstark zu beschweren. Das Stachelschwein – dessen Figur auf einem grantigen alten Nachbarn aus der Kindheit des Regisseurs Pimental basiert – hatte ursprünglich ein Faible für schlimme, unkomische Witze. Dieser wiederkehrende Gag kam bei den kleinen Kritikern allerdings nicht gut an. „Die Kinder dachten einfach, es seien, na ja, schlechte Witze“, sagt Ballantine. „Und weil wir bei allem anderen auf dem richtigen Weg waren, nahmen wir an dieser einen Figur einige Änderungen vor. Wir machten eher diesen alten Kerl aus ihm, der dir deinen Ball nicht zurückgibt, wenn er mal auf sein Grundstück geschossen wird.“


Währenddessen steckte das Art Department bereits mitten in den Vorbereitungen für die Animation. Art Director Carol Kieffer Police nahm eine akribische Einzelbildanalyse von BAMBI vor und stellte einen Style-Guide zusammen, der von jedem genutzt wurde, der an der Produktion beteiligt war. Außerdem schrieb sie ein zehnseitiges Dokument mit dem Titel „Bambi in a Nutshell“, das die Themen des Films beschrieb und als Erinnerungshilfe für die essenziellen Elemente von BAMBI diente.



Die Essenz von BAMBI


Eine der Regeln, die Police und ihr Team aufstellten, lautete: „Bambi wird wild, wenn es ein bisschen Action gibt.“ Art Director Carol Kieffer Police erläutert: „Wenn Bambi gegen Ronno kämpft oder sich verliebt, verändern sich die Dinge. Die Farbpalette wird ungeheuer-lich und das Design fast surreal. Damit hatten wir viel Spaß.“


Ein weiteres Beispiel: „Wegen des Einflusses von Tyrus Wong schämt sich Bambi nicht, einfach zu sein.“ Diese Regel basiert auf dem aus China stammenden Künstler, dessen asiatisch beeinflusste Gemälde den visuellen Ton für viele Teile des Originals bestimmt haben. „Er schuf exquisite pastellfarbene Stücke, die fast wie Wasserfarben aussahen. Sie erinnern einen beinahe an chinesische oder japanische Leinwände“, erläutert Police. „Sie hatten eine Simplizität und Eleganz. Er war sehr selektiv, was die Elemente anging, die er in die Umgebung seiner Kunstwerke setzte, und sie hatten eine Menge Atmosphäre. Das war etwas, an dem wir hart arbeiteten, um es in unserem Film unterzubringen.“


Aber die Kenntnis der Regeln ist eine Sache, sie umzusetzen eine andere, bemerkt Police. „Ich kann mir keinen anderen Stil vorstellen, den man schwerer umsetzen kann als den von BAMBI. Er verlangt ein so hohes Maß an Fähigkeiten von jedem, damit man überhaupt

anfangen kann, sich an das Original zu wagen. Der Stil ist nicht formelhaft – wie bei vielen Low-Budget-Animationen. Es geht oft darum, die Grenzen und Gesetze des Mediums zu strecken oder zu beugen. Die Arbeit war wie die an einem Kunstwerk. Es war sehr schwierig, die richtigen Leute zu finden, die dieser Aufgabe gewachsen waren.“


Nachdem ein Elite-Team von Künstlern mit den entsprechenden Fähigkeiten und Talenten zusammengestellt worden war, traf Police eine mutige Entscheidung. Sie beschloss, dass man den Look und das Gefühl des Originals am besten mit Hilfe einer digitalen Zeichensoftware wiederherstellen könne. Das Softwarepaket Corel Painter erlaubt den Künstlern, virtuell Pinselstriche zu kreieren, die den Look und den Stil der Hintergründe von BAMBI repro-duzieren, von denen die meisten damals noch mit Ölfarbe handgemalt wurden. „Wir waren in der Lage, farbliche Mischungen, Diffusionen und Ausläufe zu gestalten, die wir ohne diese Software niemals erreicht hätten“, sagt sie. Die Computer erlaubten den Künstlern sogar, stellenweise Hintergründe aus dem Original in die Fortsetzung einzubauen. „Der Trick war, mit Hilfe der Softwaretools spezielle grafische Teile eines BAMBI-Hintergrundes heraus-zuschneiden und ihn in die Hintergründe unserer aktuellen Produktion zu transferieren“, sagt der Layout Director Olivier Adams. „Das konnte ein weit entferntes Waldstück sein oder einige Äste, Bäume, Gras oder moosbewachsener Boden. Dadurch konnten wir den künstlerischen Stil kon-sequent beibehalten.“ Vor dem Start der eigentlichen Animation hatten die Filmemacher das Glück, zwei legendäre Disney-Animatoren sprechen zu können,

die seinerzeit an dem Original mitgearbeitet hatten: Frank Thomas und Ollie Johnston.


„Wir durften Frank zu Hause besuchen und mit ihm darüber reden, wie es damals war, BAMBI zu machen“, sagt Cramb. „Es war einfach unglaublich, eine Unterhaltung mit einem jener Künstler zu führen, die wir so verehren. Brian erklärte ihm die Geschichte, und Frank sagte ihm, dies sei die schönste Fortsetzungsgeschichte, die er jemals gehört hätte.“


Zusammen mit den Erinnerungen an die goldene Ära des Zeichentricks gaben Thomas und Johnston einige Perlen ihrer Weisheit weiter, die sich die Filmemacher zu Herzen nahmen. „Sie meinten, dass alles, was sie bei BAMBI taten, Gefühle hervorrief und sie zum Nach-denken brachte“, erinnert sich Deja. „Sie sagten uns: ‚Lasst euch davon bei euren Animationen leiten, animiert nicht einfach. Ihr müsst euch ständig fragen: Was denkt die Figur, und warum fühlt sie gerade so?‘ Und das mussten wir tun, noch bevor wir mit der Animation begannen.“


In der Vorbereitung für diese gewaltige Aufgabe, die vor ihnen lag, unternahmen die in Australien ansässigen Animatoren einen Ausflug nach Mudgee, fünf Auto-stunden außerhalb von Sydney, wo sie Anatomiestudien an lebenden Rehen betrieben. Schauspiellehrer wurden ins Studio gebracht, die ihnen Persönlichkeiten und Körpersprache erklärten, um das Bewusstsein für die emotionale Entwicklung zwischen den Figuren zu schärfen.


Aber „Training kann einen nur bis zu einem bestimmten Punkt bringen“, sagt Cramb. „Der Rest lag in der Hand von wirklich sehr talentierten Menschen mit unglaublichen Fähigkeiten.“


Es stellte sich heraus, dass die Animatoren vor einige gleiche Schwierigkeiten gestellt wurden wie ihre Vor-gänger sechs Jahrzehnte zuvor. Cramb hörte von Frank Thomas zum Beispiel, dass einer der Gründe, weshalb sie den Prinzen des Waldes in BAMBI so selten auf der Leinwand zeigten, der war, dass die Filmemacher Probleme bei der Animation seines Geweihs hatten. Die Disney-Pioniere benutzten seinerzeit die kleine Statuette eines Hirschs, die sie in etlichen Positionen unter einer Lichtbox platzierten, um das Geweih per Hand auf die Animationsblätter durchzupausen. Aber die Unbeständigkeit des Materials führte dazu, dass die Hörner eher einen schlaffen Look hatten. Da Bambis Vater in der Fortsetzung eine weitaus prominentere Rolle zugedacht war, mussten Cramb und ihre Crew einen Weg finden, diese Schwierigkeiten zu meistern.


Die Herausforderung eines großen Geweihs – erneut


Die Lösung, auf die sie schließlich setzten, war die, den Hirsch selbst in 2D zu animieren und von einem CG-Animator ein 3-D-Computermodell eines Geweihs erschaffen zu lassen, das eingescannt und auf den Kopf des Prinzen gesetzt werden sollte. Es war ein ähnlicher Prozess wie bei der Kreation der Elchgeweihe in Disneys BROTHER BEAR („Bärenbrüder“, 2003) und im Grunde ein computergeneriertes Verfahren, das dem der damaligen Animatoren mit der Statuette und der Lichtbox ähnelt.


Dieser digitale Zugang erhielt auch den Segen von Johnston, erinnert sich Cramb. „Er sagte, wenn sie damals schon Computer zur Verfügung gehabt hätten, hätten sie wohl genau das Gleiche getan.“


Aber die technischen Bedenken waren nur ein Aspekt des Animationsprozesses, der sich über 16 Monate erstreckte und alle 250 Mitglieder der Crew in Sydney zu verschiedenen Zeiten beschäftigte. Es war die Entwicklung der ausdrucksstarken, fast menschlichen Qualitäten der Figuren, die das größte Talent und die größte Hin-gebung erforderte, meint Cramb. „Die Herausforderung bestand darin, die Figuren nicht nur zum Spielen zu bringen, sondern auch an einen Punkt zu gelangen, an dem man vergisst, dass Bambi und der Prinz Rehe sind, weil sie so viele Emotionen zeigen.“ Deja bemerkt, dass die emotionalen Nuancen der besondere Kick für den Animator bei der Zeichnung von Bambis Vater waren. „In all den Szenen, in denen der Prinz so kontrolliert und autoritär auftritt, weiß man, wie er für seinen Sohn fühlt. Man sieht es an den Blicken, die er Bambi zuwirft, oder schließlich, als er aus sich herausgeht und mit ihm spielt. Selbst wenn er versucht zu schlafen und Bambi immer weiterplappert.

Das macht ihn zu einer so liebenswerten Figur.“


Die üppigen, betörenden Hintergründe des Films tragen ebenso ihren Teil zum emotionalen Ton bei, ebenso der Einsatz von Farben, Licht und die Komposition. Ein deutliches Beispiel dafür ist eine Szene, in der Bambi im Traum seine Mutter trifft, sagt der Layout Director Olivier Adams. „Das geschieht auf dieser geschwungenen, eleganten offenen Wiese. Es gibt dort keinen dunklen oder schattigen Bereich wie in dem Wald, die Hintergründe sind sehr hell und spielen mit warmen gelben und orangefarbenen Tönen. Diese Sequenz handelt nicht von Trauer, sondern von Glück und Liebe. Das Flattern der Flügel eines Schmetterlings unterstreicht Bambis Herzschlag und seine Emotionen, als er seine Mutter entdeckt. Das sanft wiegende Gras bringt Leben und eine schöne Stimmung in den Hintergrund.“





Am Ende war die Animationsphase ein Prozess der ständigen Verfeinerung, bemerkt Deja. „Wir studierten Modellblätter und Bewegungsabläufe, zeichneten und fingen immer wieder von vorn an, bis wir das erreicht hatten, was wir wollten.“



Die Musik des Waldes


Um die Emotionen und die Schönheit von BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER zu unterstreichen, wurden vier wunderbare Songs von preisgekrönten Songwritern und Künstlern in den Film integriert:


• First Sign of Spring“ von Michelle Lewis und ihrem Partner und Ehemann Dan Petty fungiert als zentrales musikalisches Thema des Films. „Wir suchten nach dem perfekten fröh-lichen, flotten und mitreißenden Song über den Frühling – einen Song über Neuanfänge und das Öffnen der Herzen“, sagt Matt Walker, Senior Vice-President Music von Walt Disney Toon Studios. „Michelle hat einige wunderschöne Songs unter anderem für Amy Grant und Cher geschrieben, und sie hatte genau das richtige Flair. Als wir ihre Stimme auf einem Demo-Tape hörten, wussten wir, dass sie diesen Song für den Film singen musste. Ihre Stimme hat eine so schöne Klarheit, wir wären verrückt gewesen, wenn wir dafür jemand anderen gesucht hätten.“


• „There Is Life“ wurde von David Friedman geschrieben und wird von der vielfachen Grammy-Gewinnerin Alison Krauss gesungen. „David Friedman, der aus der Theaterszene New Yorks stammt, hat schon als Dirigent und Arrangeur an diversen Disney-Klassikern mitgearbeitet, unter anderem an ALADDIN („Aladdin“, 1992), BEAUTY AND THE BEAST („Die Schöne und das Biest“, 1991) und POCAHONTAS („Pocahontas“, 1995) – also versteht er unsere Welt“, sagt Walker. „Davids Songs handeln oft von Verlusten und dem Umgang damit, und mit einer so wunderbaren, subtilen Spiritualität war er genau der Richtige für unseren Film. Wir brachten David nach L. A., um sich einige der frühen Storyboards anzusehen, und er war so bewegt, dass er den kompletten Song auf dem Flug zurück nach New York schrieb. Ich glaube nicht, dass wir an seinem ersten Vorschlag etwas geändert haben – die Emotionen waren so kraftvoll und wahrhaftig, dass sie einfach aus ihm heraus-strömten. Und wir waren begeistert davon, mit Alison Krauss die perfekte Stimme für diesen Song gefunden zu haben. Sie ist die Stimme des Waldes, vielleicht sogar die von Bambis Mutter, wenn man das so interpretieren will. Es war ein Traum und eine Ehre, sie bei diesem Projekt dabeizuhaben. Ihre Stimme ist pure Magie.“


• „Show Me (How the World Looks Through Your Eyes)“, geschrieben von den Oscar®- und Grammy-aus-gezeichneten Songwritern Richard Marx und Dean Pitchford und gesungen von Martina McBride, ist der erste Abspann-Song. „Das Vater-Sohn-Thema hat Richard und Dean gleich angesprochen, und sie haben diesen wunderschönen, erbaulichen Song geschrieben“, erinnert sich Walker. „Ursprünglich war er für einen Einsatz in der Mitte des Films gedacht, aber er war so großartig und energetisch, dass wir ihn ans Ende gestellt haben. Der Text des Stückes fasst tatsächlich das Thema des Films zusammen – Vater und Sohn legen ihre Verschiedenheit beiseite und treffen sich in der Mitte. Der Song ist sehr kraftvoll … und macht viel Spaß. Martina McBride stand auf unserer Liste der ‚Traum-Performerinnen‘, seit wir mit dem Projekt begonnen hatten, und es ist eine Ehre und eine Freude, sie im Film zu haben.“




• „Healing of a Heart“, geschrieben von Marcus Hummon und gesungen von dem australischen Popstar Anthony Callea, ist der zweite Abspann-Song. „Wir sind große Fans von Marcus’ Arbeit mit den Dixie Chicks und zuletzt den Rascal Flatts, also stand er auf unserer Liste für BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER ganz oben“, gibt Walker zu Protokoll. „Als wir uns mit ihm trafen, sagte ihm das Konzept von Verlust und Heilung gleich zu, und er schrieb uns diesen erstaunlichen Song. Wenn man an BAMBI denkt, hat man nicht gleich einen Gospel-Song aus dem Süden Amerikas im Kopf, aber für unseren Film passte er perfekt.“


Bei den Überlegungen für den Score von BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER waren sich die Filme-macher einig, dass es essenziell sei, dem klassisch inspirierten Score von Edward Plumb nachzueifern, der eine Schlüsselrolle in BAMBI gespielt hatte. Dafür wandten sie sich an den Oscar®-nominierten Komponisten Bruce Broughton, der bereits für die Disney-Animationsfilme THE RESCUERS DOWN UNDER („Bernard und Bianca im Känguruland“, 1990) und kürzlich erst für MICKEY, DONALD, GOOFY: THE THREE MUSKETEERS (2004) die Musik geschrieben hatte.


„Der Original-Score von BAMBI ist im Grunde ein wunderschönes symphonisches Gedicht, reich an unvergesslichen Melodien, eleganter Orchestrierung und mit dem reichen Einsatz von Stimmen“, sagt Walker. „Unsere letzten Filme haben sich eher an zeitgemäßen Scores mit einem Schwerpunkt auf Comedy orientiert. Für BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER haben wir uns an das Original gehalten, um mehr als nur Inspiration dort zu finden. Das Original diente uns tatsächlich als Vorlage. Wir haben etliche der musikalischen Themen von BAMBI zitiert – ‚Love is a Song‘ zum Beispiel –, also mussten wir sichergehen, dass unsere Themen vor denen aus dem Jahr 1942 bestehen können. Wir haben vieles der damaligen Orchestrierung benutzt, die mit den jeweiligen Charakteren aus dem Film identifiziert wurde. Bruce Broughton war für uns dabei die erste Wahl, und er hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen.“


In der deutschen Fassung werden drei der vier Lieder von Sandy gesungen.



Die deutschen Stimmen


Sandy


Sandy gilt in der Musik- und Medienlandschaft Deutschlands als eine der profiliertesten Sängerinnen und TV-Persönlichkeiten. Im November 2000 begann sie ihre Karriere als Teil der Girlband NO ANGELS, die in Atem beraubendem Tempo zur erfolgreichsten Girl-Band Kontinentaleuropas avancierte.


Alle drei Alben der Band gingen in mehreren europäischen Ländern von 0 auf 1 der Charts, sämtliche der 12 Singles platzierten sich unter den TOP 10, die Hälfte davon direkt an den Spitzen der Charts.


Mit den No Angels schrieb Sandy sogar Popgeschichte! Es gelang ihnen als erster Band, innerhalb einer Woche in drei europäischen Ländern parallel mit Single, Album und den meistgespielten Radiosongs die Nr.1-Position aller Charts zu belegen! Den Hitalben steuerte Sandy bereits eigene erfolgreiche Kompositionen bei.


Schließlich eroberten die No Angels nicht nur alle Chartrekorde sondern wurden auch weltweit ausgezeichnet: Als Gewinnerinnen des World Music Award in Monte Carlo, als dreifache Siegerinnen beim deutschen Echo und mit Bambi, dreifachem Comet, Goldener Otto-Auszeichnung, Goldener Kamera u.v.m., räumte das Quintett auch rekordverdächtig viele musikalische Ehrungen ab. Die Touren der Band und ihre Open Air Auftritte gehörten zu den erfolgreichsten der letzten Jahre.


Im Mai 2004 startete Sandy ihre Solokarriere und es gelang ihr auch hier wiederum, ihre beiden Singles unter die TOP 10 der deutschen Charts zu platzieren. Ihr Debütalbum „Unexpected“ stieg sofort unter den besten 10 der Hitlisten ein! Darüber hinaus wurde sie zu „Woman of the Year“ erkoren und im April 2005 gehörte sie zu den Nominierten für den Echo-Award als „Beste Popsängerin des Jahres“.


Nebenbei gehört Sandy zu den begehrtesten TV-Stars Deutschlands: Sie moderierte die McChart Show aus London und fungierte als Jurorin der letzten „Popstars“-Staffel. Am 11. März 2006 moderierte sie erstmals – gemeinsam mit Oli P. – The Dome.


Zur Zeit arbeitet Sandy an ihrem nächsten Album. Ihre neue Single wird noch im Frühjahr 2006 auf den Markt kommen.



Luka Andres – Bambi


Der 8-jährige Luka Andres aus Berlin ist in BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER die deutsche Stimme von Bambi. Jeweils in den Schulferien stand er schon einige Male vor der Kamera. Nach ersten kleinen Auftritten in einem McDonalds-Werbespot (2004), in der ZDF-Produktion „Ein starkes Team“ (2005) und dem Studenten-Kurzfilm HAARE (2005) spielte er seine beiden ersten größeren TV-Rollen in „Sommer des Erwachens“ (ZDF, 2005) und „Mirella“ (ARD, 2006).




Thomas Fritsch – Der Herr der Wälder


Thomas Fritsch wurde in Dresden als Sohn des Filmschauspielers und Ufa-Stars Willy Fritsch und der ehemaligen Tänzerin Dinah Grace geboren. Aufgewachsen in Hamburg nahm er nach seiner Schulausbildung Schauspielunterricht. Mit 17 Jahren stand er als Lilli Palmers Sohn Roger erstmals in dem Film „Julia, Du bist zauberhaft“ vor der Kamera. Mit 18 eroberte er im „Schwarz-weiß-roten Himmelbett“ (1962) mit Daliah Lavi die Herzen des Publikums. Es folgten zahlreiche weitere Rollen, wie z.B. in „Das große Liebesspiel“ (1963), an der Seite von Lilli Palmer und Hildegard Knef. 1965 stand er gemeinsam mit seinem Vater Willy Fritsch für dessen letzten Kinofilm „Das habe ich von Papa gelernt“ vor der Kamera. Ende der Sechziger lernte Thomas Fritsch das Theater besser kennen und lieben und avan-cierte zum gefragten Haupt- und Charakterdarsteller an Deutschlands Theatern. 1974 eroberte er die Kinoleinwand mit „Drei Männer im Schnee“. Ende der Siebziger machte er sich mit der TV-Serie „Drei sind einer zuviel“ einen Namen im deutschen Fernsehen und spielte in zahl-reichen Rollen verschiedener Krimiserien. Mit der ZDF-Serie „Rivalen der Rennbahn“ feierte Thomas Fritsch seine größten TV-Erfolge. Spätestens seit dieser Zeit kennt wohl jeder sein Gesicht. Es folgten zahlreiche weitere TV-Rollen u.a. in „Die Notärztin“, „Rosamunde Pilcher – Die zweite Chance“,“ und „Soko 5113 – Nach 30 Jahren“. Am Theater spielte er u.a. in „Der Regenmacher“, „Mein Freund Harvey“ sowie „Charleys Tante“ und „Die Filzlaus“. In den vergangenen Jahren stand er für zahlreiche TV-Produktionen wie „Hallo Robbie“ sowie in Episodenhauptrollen für „Rosenheim Cops“ und „Wolffs Revier“ vor der Kamera. In einer Hauptrolle in „Der Wixxer“ kehrte Thomas Fritsch 2004 zurück auf die Kinoleinwand und feierte mit Deutschlands gefragtesten Comedians einen der erfolgreichsten deutschen Filme des Jahres. Für ProSieben agiert er als Erzähler der „Märchenstunde“ (2006 im TV) und haucht gemeinsam mit Deutschlands TV- und Comedy-Elite Grimms Märchen neues Leben ein. Für Sat.1 spielt er den reizenden Lebenskünstler Rasmus in „Charlie II“ und er synchronisierte den Film „Der letzte Trapper“ (2006). Der Schauspieler, Synchronsprecher und Musiker, der bisher zwei Bambis (1963, 1990) erhielt und den Ernst-Lubitsch-Preis sowie den Bundesfilmpreis ent-gegen nehmen durfte und dessen Filmographie weit mehr als 60 Kino- und TV-Produktionen umfasst, hat darüber hinaus 10 Musikalben und 30 Singles veröffentlicht. Thomas Fritsch zählt zu Deutschlands gefragtesten Synchronschauspielern. Im Rahmen der „Gala der großen Stimmen“ wurde er im Jahr 2002 für seine herausragende Synchronleistung ausgezeichnet („Second Chance“).


In den vergangenen Jahren lieh er Stars wie Russel Crowe („Gladiator“, „Master and Commander“), William Hurt („Smoke“), Jeremy Irons („Stirb Langsam 3“), Bill

Paxton („Titanic“), Jeff Bridges („K-Pax“), Burt Reynolds („Driven“), Marlon Brando („Apocalypse Now“) sowie einigen tierischen Kollegen in Animations- und Zeichen-trickfilmen wie dem Säbelzahntiger Diego in „Ice Age“, Pelikan Nils in „Findet Nemo“ oder Scar in „Der König der Löwen“, seine unverwechselbare Stimme. Er spricht u.a. den rechtmäßigen König, den Löwen Aslan, in „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia. Tausende Fans begleitet Fritsch außerdem als Erzähler der Kult-Hörspiele „Die drei Fragezeichen“.




Bruno Schubert (Klopfer)


Er ist die richtige Stimme für pfiffige Kaninchen und vorwitzige Heffalumps: Der neunjährige Berliner Bruno Schubert ist der neue Stern am Synchronstimmen-Himmel. Nach seiner Rolle in POOH’S HEFFALUMP MOVIE („Heffalump – Ein neuer Freund für Winnie Puuh, 2005), in der er als niedlicher lila Heffalump glänzte, leiht er nun in BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER Bambis bestem Freund Klopfer seine Stimme.


Aber auch vor der Kamera hat das junge Multitalent bereits ausgiebig Erfahrungen sammeln können: Sein Debüt gab er an der Seite von Muriel Baumeister und Michael von Au in der

TV-Produktion „Das Bernsteinamulett“ (2004), danach spielte er in Filmen wie dem Drei-teiler „Der Wunschbaum“ (2004) mit Alexandra Maria Lara und Michael Degen sowie in Serien wie „Wolffs Revier“, „Polizeiruf 110“, „Für alle Fälle Stephanie“ und „Zack – Comedy nach Mass“. Im Kino wird er demnächst in Vanessa Jopps KOMM NÄHER (2006) mit Meret Becker und Stefanie Stappenbeck zu sehen sein.


Darüber hinaus spielte Bruno Schubert bereits in etlichen Werbespots, unter anderem für Persil und Lenor. In seiner Freizeit übt der Sohn zweier Schauspieler, der im vergangenen Jahr Ensemblemitglied des Friedrichstadtpalastes war, fleißig Klavier und trainiert – neben Judo und Fußball – seine schauspielerischen Fähigkeiten.






Die Filmemacher



Brian Pimental – Regie


Mit BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER gibt Brian Pimental nach seiner langjährigen Arbeit in verschiedenen Sparten der Spielfilmanimation seinen Einstand als Regisseur. Seine Laufbahn begann als Cleanup-Künstler bei Filmen wie Disneys THE LITTLE MERMAID („Arielle die Meerjungfrau“, 1989), OLIVER & COMPANY („Oliver & Co.“, 1988) und dem von Steven Spielberg produzierten AN AMERICAN TAIL („Feivel der Mauswanderer“, 1986). Pimental war an der Erschaffung einiger der erfolgreichsten Animationsfilme der jüngeren Geschichte beteiligt.


Bei Disney war Brian Pimental Storykünstler der Blockbuster ALADDIN („Aladdin“, 1992) und BEAUTY AND THE BEAST („Die Schöne und das Biest“, 1991), bevor er als Leiter der Storyabteilung der Filme A GOOFY MOVIE („Der Goofy-Film“, 1995) und TARZAN („Tarzan“, 1999) für das Studio arbeitete. Zuletzt war er als Storyberater an Disneys RETURN TO NEVERLAND („Peter Pan 2 – neue Abenteuer in Nimmerland“, 2002) sowie an ENCHANTED (2007) beteiligt, einer Mischung aus Animations- und Live-Action-Film, den Kevin Lima, der Regisseur von TARZAN und 102 DALMATIANS („102 Dalmatiner“, 2000), inszeniert hat und der demnächst in die Kinos kommen wird. Neben seiner Inszenierung war Pimental auch für die Storyvorlage von BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER verantwortlich. Außerdem hat der vielseitig begabte Künstler in der englischen Originalfassung zwei Figuren gesprochen: das Stachelschwein und das Murmeltier.


Brian Pimental kam in Massachusetts zur Welt und machte seinen Abschluss als Bachelor of Fine Arts am California Institute of the Arts.


Jim Ballantine – Produktion


Jim Ballantine kam im Jahr 1988 zu Disney und trat einen Job in der Produktionsverwaltung des Hits THE LITTLE MERMAID an. Danach arbeitete er als Produzent der Entwicklungs-abteilung für Animationsfilme und leitete die Produktion der computergenerierten

Bilder für THE RESCUERS DOWN UNDER („Bernard und Bianca im Känguruland“, 1990) und THE PRINCE & THE PAUPER („Der Prinz und der Bettelknabe“, 1990).


Von 1992 bis 1995 war Ballantine zunächst Associate Producer und später Produzent der Nicktoons-Serie „The Ren & Stimpy Show“ von Nickelodeon. Während seiner Amtszeit wurde die Serie für zwei Emmy® Awards in der Sparte Outstanding Animated Series und für einen CableACE Award als Best Animated Series nominiert. Vor „Ren & Stimpy“ arbeitete Ballantine für Steven Spielbergs Firma Amblin Entertainment an „Family Dog“.


Zusammen mit Vanessa Coffey gründete er die Firma King World Kids, die Animationsfilme, Live-Action-Filme und Internetinhalte für US-Networks, Kabelsender und Syndication entwickelt und herstellt. Mit ihrer Firma schufen Ballantine und Coffey eine neue

TV-Serie, die auf dem Klassiker „The Little Rascals“ („Die kleinen Strolche“) basierte, sowie die Teenager-Reality-Serie „Take Five“ für CBS.


Zuletzt stellte Jim Ballantine als ausführender Produzent für Discovery Kids Network „Doodlezoo“ her, eine Serie mit einem einzigartigen Mix aus in Live-Action gefilmten Tieraufnahmen und Animation, sowie die 3-D-computeranimierte Serie „Rayman“, die auf dem Ubisoft-Videospiel basiert. Derzeit arbeitet er als Produzent an DisneyToon Studios’ BROTHER BEAR 2 (2006).


Ballantine kam auf Hawaii zur Welt und schloss das Studium der Theaterwissenschaft mit „magna cum laude“ als Bachelor of Arts an der UCLA ab. Er verbrachte etliche Jahre als Produzent und Regisseur an Bühnen in Seattle und San Francisco sowie am Mark Taper Forum in Los Angeles. Außerdem arbeitete er 1984 beim Olympic Arts Festival und 1987 beim Los Angeles Festival.


Debbie Cramb – Unit Producer


Bereits während ihrer Arbeit als Modeillustratorin und Designerin in ihrem eigenen kleinen Unternehmen in Sydney trainierte Debra Cramb ihr Talent als Anima-torin, bevor sie ihre Laufbahn in dieser Branche als „Inbetweener“ für Hanna-Barbera TV Productions begann.


Als die Walt Disney Company im Jahr 1988 ihre Produktion in Sydney startete, wurde Cramb Assistent Animator bei TV-Serien wie „Winnie the Pooh“, „Darkwing Duck“, „Goof Troop“, „Timon and Pumbaa“ und „Aladdin“. Später wurde sie Leiterin des Inbetweening-Department und Mitglied des Senior-Management-Teams im Studio von Sydney.


In ihrer Funktion als Training and Recruitment Manager für DTSA initiierte Debbie Cramb eine weltweite Rekrutierungskampagne, um herausragende internationale Talente für das rapide wachsende Studio in Sydney zu entdecken. In der Firma entwickelte sie spezielle

Trainingsprogramme für verschiedene Abteilungen sowie ein übergreifendes Entwicklungs-programm, um die vielfältigen Talente im Studio zu kultivieren und weiter zu fördern.



Im Produktionsbereich arbeitete Cramb erstmals als Assistentin von Steve Trenbirth an THE JUNGLE BOOK 2 („Das Dschungelbuch 2“, 2003) mit. Neben BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER hat sie MICKEY, DONALD, GOOFY: THE THREE MUSKETEERS (2004) produziert und ist derzeit für die Produktion von CINDERELLA III (2007) verantwortlich.



David Okey – Associate Producer


David Okey startete seine Karriere als Produktionsassistent in der Entwicklungsabteilung von Disney Feature Animation. Danach arbeitete er als Communi-cations Production Supervisor für Disneys/Pixars populären und erfolgreichen TOY STORY 2 („Toy Story 2“, 1999) und als Assistent des Produktionsmanagers von HOME ON THE RANGE („Die Kühe sind los!“, 2004). Zurzeit ist er als Associate Producer an der Herstellung von THE LITTLE MERMAID III (2008) beteiligt.


Okey machte seinen Abschluss als Bachelor of Fine Arts im Fach Musical Theater an der U. S. International University School of Performing Arts in San Diego.



Alexis Stadermann – Unit Director


Alexis Stadermann begann seine Laufbahn in Deutschland als Animator für die Firmen Linda Film und MS Film. Danach wurde er SFX-Animator bei Steven Spielbergs Amblimation in London und arbeitete an Spielfilmen wie AN AMERICAN TAIL: FIEVEL GOES WEST („Feivel der Mauswanderer im Wilden Westen“, 1991), WE’RE BACK! A DINOSAUR’S STORY („Vier Dinos in New York“, 1993) und BALTO („Balto“, 1995).


Bei Walt Disney Animation Australia war Stadermann Figuren- und SFX-Animator für „Darkwing Duck“, „Goof Troops“ und „Aladdin“, bevor er Leiter der Spezialeffekte bei A GOOFY MOVIE, THE RETURN OF JAFAR („Dschafars Rückkehr“, 1994), BEAUTY AND THE BEAST: THE ENCHANTED CHRISTMAS („Die Schöne und das Biest: Weihnachtszauber“, 1997) und THE LION KING II: SIMBA’S PRIDE („Der König der Löwen 2: Simbas Königreich“, 1998) wurde. Später war er als Senior-Character-Animator an AN EXTREMELY GOOFY MOVIE (2000), THE LITTLE MERMAID II: RETURN TO THE SEA („Arielle die Meerjungfrau 2 – Sehnsucht nach dem Meer“, 2000), LADY AND THE TRAMP II: SCAMP’S ADVENTURE („Susi und Strolch 2: kleine Strolche – großes Abenteuer!“, 2001), RETURN TO NEVERLAND und JUNGLE BOOK 2 beteiligt. Darüber hinaus war er der Leiter der Figurenanimation von THE LION KING 1 1/2: HAKUNA MATATA („Der König der Löwen 3: Hakuna Matata“, 2004).


Im Jahr 2003 inszenierte Alexis Stadermann seinen ersten Film für Disney: TARZAN 2 („Tarzan 2“, 2005).



Jamie Thomason – Besetzung und Dialog-Regie


Jamie Thomason ist in seiner Doppelfunktion als Leiter der Castingabteilung von DisneyToon Studios und als Dialogregisseur für die meisten der zahlreichen Filme des Studios auch für BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER verantwortlich. Ohne Zweifel war Thomason an mehr Spielfilmen und animierten TV-Episoden beteiligt und hat mehr Schauspieler bei Animationsdialogen inszeniert als jeder andere Casting- und Dialogregisseur der Branche.


Zu den Credits von Thomason zählen jeder einzelne Film, jede DisneyToon-Studios-Direct-to-DVD/Video-Produktion und jede TV-Animationsserie, die DisneyToon Studios und Television Animation seit 1991 produziert haben. Er war für die Besetzung des mit einem Academy Award® ausgezeichneten SPIRITED AWAY („Chihiros Reise ins Zauberland“, 2001) des japanischen Filmemachers Hayao Miyazaki verantwortlich und arbeitete als Casting- und Dialogregisseur an dem Academy-Award®-nominierten Kurzfilm REDUX RIDING HOOD (1997). Außerdem zählen POOH’S HEFFALUMP MOVIE („Heffalump – ein neuer Freund für Winnie Puuh“, 2005), THE JUNGLE BOOK 2, PIGLET’S BIG MOVIE („Ferkels großes Abenteuer“, 2003), RETURN TO NEVERLAND und THE TIGGER MOVIE („Tiggers großes Abenteuer“, 2000) zu seinen Credits. Zu den zahlreichen Disney-Videopremieren, an denen er beteiligt war, gehören THE LION KING II: SIMBA’S PRIDE, 101 DALMATIANS II: PATCH’S LONDON ADVENTURE („101 Dalmatiner – Teil 2“, 2003), LADY AND THE TRAMP II: SCAMP’S ADVENTURE, LION KING 1 1/2: HAKUNA MATATA und LILO & STITCH 2: STITCH HAS A GLITCH (2005).





Darüber hinaus war Jamie Thomason an der ersten Staffel von „Disney’s Mickey Mouse Works“ beteiligt, der ersten animierten Original-TV-Serie mit Mickey Mouse und Disneys berühmtem Figurenquintett in den Hauptrollen, sowie an der weltweit populären Serie „Gargoyles“, an „Gargoyles: The Goliath Chronicles“ und an „Disney’s Hercules“, die mit 166 Stimmen den Rekord als die Serie hält, die in der Geschichte der TV-Animation die meisten einzelnen Rollen einer Staffel aufzuweisen hat. Carol Kieffer Police – Art Director


Carol Kieffer Police besuchte das Art Center College of Design und belegte wegen ihrer Leidenschaft für Mode- und Zeitschriftenillustrationen als Hauptfach Illustration. Sie war Mitbegründerin von ART Center Image, einer Studentenzeitschrift, die heute noch existiert. Sie schloss am Art Center als Beste ihres Studiengangs ab und wurde direkt von ihrer Fakultät engagiert, an der sie dann vier Jahre lang Zeichnen und Modeillustration lehrte.


Ihre Karriere beim Film begann Police bei dem von Ralph Bakshi inszenierten Zeichen-trickfilm LORD OF THE RINGS („Der Herr der Ringe“, 1978), wo sie für das Styling, Layout und die Hintergrundzeichnungen für fünf besondere Sequenzen verantwortlich war. In den darauffolgenden drei Jahren arbeitete sie als Designerin, Stylistin, Animatorin, Effekt-Künstlerin, Regisseurin, Art Director und Hintergundzeichnerin mit Richard Williams (WHO FRAMED ROGER RABBIT? – „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, 1988) und Art Babbit und bekam einen American Broadcasters Association Award und eine Mitgliedschaft bei FILMEX. Darüber hinaus arbeitete sie in der Firma Glen Fleck, Inc. als Color Consultant an Projekten für IBM mit.


Carol Kieffer Police leitete die Hintergrundabteilung des 3-D-animierten Kultklassikers STARCHASER: THE LEGEND OF ORIN (1985): Sie bildete Künstler für Produktionen aus, schuf Schlüsselsequenzen des Films und reiste nach Korea, um dort eine Crew zu trainieren. Nach der Geburt ihrer zweiten Tochter trat sie einen Job als Key Layout und Development Artist bei Marvel Production für den Film LITTLE NEMO: ADVENTURES IN SLUMBER-LAND („Little Nemo – Abenteuer im Schlummerland“, 1988) an und arbeitete dort mit Brian Froud und Corney Cole zusammen. Kurz danach bekam sie eine Stelle bei Disney Television Animation als Stylistin, Zeichnerin und Künstlerin der Abteilungen Color Key, Art Direction, Development und Photoshop.


Danach rekrutierte Warner Bros. Police, um eine neue Animationsabteilung zu gründen. Sie stellte Künstler ein und entwickelte Trainingsprogramme und agierte als Key Art Director der Abteilungen Entwicklung und Präsentation sowie als Art Director für den ersten Spielfilm QUEST FOR CAMELOT („Das magische Schwert – Die Legende von Camelot“, 1998). Nachdem sie Warner Bros. wieder verlassen hatte, arbeitete sie als Location Development Artist an SHREK („Shrek – der tollkühne Held“, 2001) und lehrte bei CalArts. Später kam sie zu Disney Feature Animation, wo sie zusammen mit den Regisseuren Mike Gabriel und Michael Giamo die TV-Serie „Sweating Bullets“ (1991) entwickelte. Danach schuf sie das Produktionsdesign für „The Snow Queen“ („Die Schneekönigin“, 2002) und war auch für das Figuren- und Kostümdesign sowie für das Location- und Farb-Styling des Disney-Films verantwortlich.


Derzeit leitet sie zusammen mit ihrer Partnerin, der Disney-Veteranin Karen Anne Keller, ihre neue Animationsfirma Made in Paradise Productions, Inc.




Bruce Broughton – Musik


Bruce Broughton zählt zu den vielseitigsten Komponisten der Filmbranche und schreibt Musik für sämtliche Medien – Kinofilme, TV-Produktionen, Computerspiele und Bühnenkonzerte. Sein Stil variiert von großen symphonischen Arrangements bis hin zu zeitgenössischen elektronischen Kompositionen.


Sein erster großer Spielfilm-Score, eine breite orchestrale Musik für Lawrence Kasdans Western SILVERADO („Silverado“, 1985), brachte ihm eine Oscar®-Nominierung ein. Sein nächster Auftrag, ein klassischer Score für Barry Levinsons YOUNG SHERLOCK HOLMES („Das Geheimnis des verborgenen Tempels“, 1985), wurde für einen Grammy in der Kategorie Best Soundtrack Album nominiert.


Broughton schrieb in seiner ganzen stilistischen Vielseitigkeit die Musik für Kinofilme wie LOST IN SPACE („Lost in Space“, 1988), TOMBSTONE („Tombstone“, 1993), MIRACLE ON 34th STREET („Das Wunder von Manhattan“, 1994), CARRIED AWAY („Acts of Love – in den Fängen der Sinnlichkeit“, 1996), BABY’S DAY OUT („Juniors freier Tag“, 1994), THE PRESIDIO („Presidio“, 1988), NARROW MARGIN („Narrow Margin – 12 Stunden Angst“, 1990), HARRY AND THE HENDERSONS („Bigfoot und die Hendersons“, 1987), THE BOY WHO COULD FLY („Der Knabe, der fliegen konnte“, 1986), den Disney-Film THE RESCUERS DOWN UNDER sowie HOMEWARD BOUND: THE INCREDIBLE JOURNEY („Zurück nach Hause – die unglaubliche Reise“, 1993) und dessen Fortsetzung. Darüber hinaus komponierte er die Scores für die Komödien KRIPPENDORF’S TRIBE („Jagabongo“, 1998) und den Hit HONEY, I BLEW UP THE KID! („Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby“, 1992). Außerdem dirigierte und überwachte er die Aufnahme von Gershwins „Rhapsody in Blue“ für Disneys FANTASIA 2000 („Fantasia 2000“, 1999).


Bruce Broughton war insgesamt für 22 Emmys nominiert und gewann den Emmy Award neun Mal, zuletzt für seinen Score von „Eloise at Christmas Time“ (2003). Zu seinen weiteren Kompositionen für TV-Produktionen zählen die Titelthemen von TV-Serien wie „Jag“, „Tiny Toon Adventures“ und „Dinosaurs“, Musik für „Amazing Stories“, „Quincy“ und „How the West Was Won“, für TV-Movies wie „Lucy (2003), „Bobbie’s Girl“ (2002) und „O Pioneers!“ und für Miniserien wie „Roughing It“, „The Blue and the Grey“ und den Emmy-Award-Gewinner „True Women“. Seine Musik für „Heart of Darkness“ war der erste orchestrale Score, der für ein Videospiel komponiert wurde.


Als Konzertkomponist nahm Broughton kürzlich zusammen mit The Bay Brass in den Skywalker Studios sein „Fanfare, Marches, Hymns and Finale“ auf. Zu seinen weiteren Arbeiten zählen „The Magic Horn“ (das von den Chicago, Seattle und National Symphonies für die Magic Circle Mime Company“ aufgenommen wurde), „English Music for Horn and Strings; Three Incongruities“, ein dreistimmiges Stück für Violine und Orchester, „Tyvek Wood“, das von dem Debussy Trio aufgenommen und im Sommer 1999 in Prag urauf-geführt wurde, „Modular Music“, das er für das Los Angeles Chamber Orchestra komponierte, ein Piccolo-Konzert, ein Tuba-Konzert, diverse Kammerorchester-Stücke wie „Toccata for Two Harps and Percussion“, „Fingerprints of Childhood“ für Flöte, Violine und Viola, „A Primer for Malachi“ für Flöte, Klarinette, Cello und Piano sowie etliche Solostücke für Blas-instrumente, darunter eine bemerkenswerte Horn-Sonate, die er für Dale Clevenger, den ersten Hornisten des Chicago Symphony Orchestra, komponiert hatte, sowie „Excursions“, das von der United States Air Force Band aufgenommen und in Washington D. C. uraufgeführt wurde. Als Dirigent nahm Broughton Miklos Roszas „Ivanhoe“ und „Julius Caesar“ vor dem Tod des Komponisten zusammen mit der Sinfonia of London für Intrada Records auf. Dafür wurde er mit euphorischen Rezensionen gefeiert – ebenso wie für seine Aufnahme des einzigartigen Scores von „Jason and the Argonauts“ von Bernard Herrmann.


Bruce Broughton ist Vorstandsmitglied von ASCAP, einem Direktorium der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, früher Direktorium der Academy of Television Arts and Sciences, sowie ehemaliger Präsident der Society of Composers and Lyricists. Er lehrte Filmkomposition im Rahmen des Advanced-Film-Music-Studies-Programm an der USC und hält darüber hinaus Vor-lesungen an der UCLA.


Matt Walker – Senior Vice President Music, DisneyToon Studios


Matt Walker ist für die Musik aller Filme der DisneyToon Studios sowie für ihre speziellen Projekte verantwortlich. Er ist dafür zuständig, die unglaublichen musikalischen Welten von bekannten Künstlern wie Carly Simon oder Phil Collins in die Filme zu integrieren und deren Musik mit Newcomern wie Tiffany Edwards oder der hippen Boyband B5 zu verbinden. Walker kehrte im Frühjahr 2000 von Fox zu Disney zurück, wo er ebenfalls als Senior Vice-President of Music gearbeitet hatte. Während seiner Amtszeit bei Fox überwachte er die Musik für Filme wie TITANIC („Titanic“, 1997), DOCTOR DOLITTLE („Dr. Dolittle“, 1998), EVER AFTER („Auf immer und ewig“, 1998), HOW STELLA GOT HER GROOVE BACK („Stellas Groove: Männer sind die halbe Miete“, 1998) und ENTRAPMENT („Ver-lockende Falle“, 1999). Davor war er Senior Vice-President of Music bei Walt Disneys Spielfilmabteilung, wo er musikalischer Leiter unter anderem von SISTER ACT („Sister Act“, 1992), WHAT’S LOVE GOT TO DO WITH IT („Tina – What’s Love Got To Do With It“, 1993), FATHER OF THE BRIDE („Vater der Braut“, 1991), PHENOMENON („Phenomenon – das Unmögliche wird wahr“, 1996) und UP CLOSE AND PERSONAL („Aus nächster Nähe“, 1996) war.


Seine Karriere begann Walker als musikalischer Leiter für Disneys TV-Abteilung im Jahr 1986. Nach seiner Arbeit mit den Chart-Stürmern Martina McBride und Alison Krauss bei der Musik für BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER ist er nun zusammen mit der talentierten Reba McEntire für FOX & THE HOUND 2 (2006) im Studio.



Sharon Morrill – President DisneyToon Studios


Sharon Morrill ist President und die treibende Kraft hinter DisneyToon Studios. Unter ihrer kreativen Führung wurde die Division im Jahr 1994 gegründet, und mittlerweile ist sie eine der erfolgreichsten Geschäftseinheiten von The Walt Disney Company.


In ihrer Funktion ist Morrill für die Ausbreitung der Magie von Disneys animierten Franchises verantwortlich, indem sie neue Geschichten für die beliebtesten und bekanntesten Filmfiguren der Welt erschafft – unter anderem Mickey Mouse, Winnie the Pooh, Bambi und Simba. DisneyToon Studios hat Box-Office-Erfolge wie THE JUNGLE BOOK 2 und THE TIGGER MOVIE produziert. Im Home-Entertainment-Bereich hat die Firma neun der zehn erfolgreichsten Direct-to-DVD/Video-Filme produziert. Unter Morrills Leitung entstanden Filme wie LION KING II: SIMBA’S PRIDE, LADY AND THE TRAMP II: SCAMP’S ADVENTURE, POOHS GRAND ADVENTURE (1997) und LION KING 1 1/2: HAKUNA MATATA, die beispielhaft nach der Disney-Tradition des Zeichentrickfilms hergestellt wurden. Morrills Pionierarbeit in den vergangenenelf Jahren hat den Standard für den Family-Entertainment-Markt in der Sparte des Animationsfilms gesetzt.


Zu den weiteren Filmen, für die Sharon Morrill verantwortlich zeichnete, zählen POOH’S HEFFALUMP MOVIE sowie PIGLET’S BIG MOVIE, RETURN TO NEVERLAND und der 1997 als Best Animated Short für den Academy Award® nominierte Kurzfilm REDUX RIDING HOOD. Zuletzt arbeitete sie an der DVD- und Videoveröffentlichung von LILO & STITCH 2: STITCH HAS A GLITCH, der von der Kritik hoch gelobt wurde.


Das Portfolio von Morrill und DisneyToon Studios sieht auch im Jahr 2006 viel versprechend aus: Nach der Kino- und DVD-Auswertung von BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER werden mit BROTHER BEAR 2 neue Abenteuer von Kenai, Koda und ihren Freunden, den tapsigen Elchen Rutt und Tuke, veröffentlicht. In diesem Film werden Songs von der unvergleichlichen Melissa Etheridge zu hören sein. Und schließlich werden Morrill und DisneyToon Studios das Jahr mit THE FOX AND THE HOUND II beenden, der auf dem weltweit populären Erstling basiert und für den sie die populäre Sängerin und Schauspielerin Reba McEntire, Patrick Swayze und den Comedian Jeff Foxworthy ins Studio holten.


Sharon Morrill kam im Jahr 1993 als Director of Specials zu Walt Disney Television Animation und überwachte dort animierte halbstündige Specials, die zur Primetime ausgestrahlt wurden. Ihr erstes Projekt war das CBS-Halloween-Special „Boo to You, Winnie the Pooh“, das Top-Einschaltquoten erzielte und 1997 einen Emmy Award gewann und für zwei weitere Emmys nominiert war. Unter ihrer Ägide wurden weiterhin die beiden halbstündigen Feiertag-Specials „Winnie the Pooh’s Thanksgiving“ und „A Valentine für Winnie the Pooh“ hergestellt, die ebenfalls für Emmys nominiert waren.


Vor ihrer Laufbahn in der Animationsbranche lehrte Morrill sechs Jahre lang Drehbuch-schreiben an der School of Cinema/Television der University of Southern California und sammelte Erfahrungen bei der Produk-tion von Spielfilmen als Vice-President Development bei Steel Pictures von Disney und Touchstone, Vice-President Production bei Kings Road Entertainment, Vice-President of Development bei The Solofilm Co. und als Production Executive bei der De Laurentiis Entertainment Group.


Sharon Morrill ist Mitglied der Geschäftsleitung der Wohltätigkeitsorganisation Free Artists for Abused Children, Mitglied der Everychild Foundation sowie des Advisory Committee of Interlochen Center for the Arts. Außerdem ist sie Mitglied der ASIFA und der Academy of Television Arts and Sciences.



Die Deutsche

Wildtier Stiftung


Die Deutsche Wildtier Stiftung versteht sich als Anwalt unserer einheimischen Wildtiere, deren Belangen und Lebensraumansprüchen sie Gehör verschafft. Ziel ihrer Arbeit sind nachhaltiger Schutz einheimischer Wildtiere und Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume, in einer dicht besiedelten und vom Menschen genutzten Kulturlandschaft.


Aufgabe der Deutschen Wildtier Stiftung ist es einheimische Wildtiere in ihren natürlichen Lebensräumen zu fördern und erlebbar zu machen. Dazu gehört es Lebensräume zu sichern, vorhandene Nischen aufzuzeigen und authentische Begegnungen mit Wildtieren in der Natur zu ermöglichen. Aufgabenschwerpunkte sind Natur- und Artenschutzprojekte, wildtier-ökologische Forschung, Wildtierpolitik, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit.


Aus der Vielfalt der einheimischen Wildtiere hat die Stiftung sieben Profilarten ausgewählt. Sie stehen im Mittelpunkt der Arbeit und repräsentieren jeweils einen für unsere Kulturlandschaft typischen Lebensraum.


Kontakt:

Deutsche Wildtier Stiftung

Sven Holst

Billbrookdeich 210

22113 Hamburg


Tel. 040 / 73339331

Fax 040 / 7330278

[email protected]

www.DeutscheWildtierStiftung.de




Bambi: Vom österreichischen Rehkitz

zum amerikanischen Weißwedelhirschkalb


Als der Autor Felix Salten 1923 seine Figur „Bambi“ schuf, wollte er die Geschichte eines kleinen Rehs erzählen. Den Namen entlehnte er dem italienischen Wort für Kind „bambino“. Bambi lebte irgendwo in den öster-

reichischen Wäldern, in der Heimat des Autors. Erst nachdem Walt Disney Ende der 1930er Jahren die Filmrechte an Saltens Buch „Bambi“ erworben hatte, wurde aus dem Rehkitz Bambi ein Weißwedelhirschkalb, da es auf dem amerikanischen Kontinent keine Rehe gibt.


In der deutschen Synchronfassung des gleichnamigen Kinofilms blieb Bambi ein (Reh-)Kitz, dessen Vater jedoch ein (Weißwedel-)Hirsch ist. Da sich Rehkitze und Weißwedelhirschkälber mit ihren weißen Punkten auch noch sehr ähnlich sehen, war die Verwirrung – zumindest im deutschen Sprachraum – komplett. Vielleicht hat dies in unseren Breiten auch zur geläufigen Annahme „der Hirsch sei der Mann vom Reh“ beigetragen. Mit „Hirsch“ ist meist der Rothirsch gemeint, der auf vielen Wirtshausschildern Einzug gehalten hat, aber auch in Öl gebannt so manches deutsche Wohnzimmer schmückt.


Rehe gehören zur Familie der Hirsche

Rehe sind Wiederkäuer und zählen zur Ordnung der Paarhufer. Hirsche gibt es in rund 40 verschiedenen Arten fast überall auf der Welt – von den Kleinsten, den Pudus, bis zu den Größten, den Elchen.


Die Familie der Hirsche wird in vier Unterfamilien unterteilt. Zwei davon sind die so genannten „Echten Hirsche“ (Cervinae) und die „Trughirsche“ (Odocoileinae oder Capreolinae). Zu den Echten Hirschen werden die auch in Deutschland vorkommenden Sikahirsche, Damhirsche und die Rothirsche gezählt. Zu den Trug-

hir-schen gehören unter anderem das europäische Reh und der amerikanische Weißwedelhirsch, aber auch das Rentier und der Elch.


Bei fast allen Hirschen tragen die männlichen Tiere ein Geweih, das einmal im Jahr abgeworfen wird und dann wieder nachwächst. Ausnahmen sind die Wasserrehe in Ostasien, die nie Geweihe tragen und die Rentiere, bei denen auch die weiblichen Tiere ein Geweih ausbilden.


Der große Unterschied

Rehe unterscheiden sich von den „Echten Hirschen“ deutlich durch die Größe des Geweihs der männlichen Tiere. Auch beim nordamerikanischen Weißwedelhirsch ist das Geweih deutlich größer, als beim europäischen Reh.


Das Reh ist mit 20 bis 25 kg Körpergewicht und einer Schulterhöhe von bis zu 80 cm deutlich kleiner, als der Rothirsch mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,50 Meter und bis zu 300 kg. Dazwischen liegt der Weißwedelhirsch mit bis zu 150 kg und bis zu einem Meter Schulterhöhe.


Weißwedelhirsche leben fast überall auf dem amerikanischen Kontinent. Sie gehören zu den am meisten verbreiteten Hirscharten. Anders als bei unseren einheimischen Arten sind die Stangen des Geweihs nach vorn und außen gerichtet. Zu den natürlichen Feinden zählen Wölfe, Bären, Pumas und Koyoten.


Den Namen verdanken die Tiere ihrem an der Unterseite weißen Schwanz, mit sie bei drohender Gefahr ihre Artgenossen durch ruckartige Auf- und Abbewegungen warnen.


Der König der Felder

Rothirsche sind die größten bei uns frei lebenden Säugetiere. Als ehemalige Steppen-bewohner waren sie ursprünglich in offenen und halboffenen Landschaften zu Hause. Intensive landwirtschaftliche Nutzung und starke Bejagung haben sie im Laufe der Zeit immer mehr in die Wälder zurückgedrängt, aus denen sie sich meist nur noch im Schutze der Dunkelheit wagen. Hier ist der „König des Waldes“ zu einem Schadensfaktor für die wirtschaftlich orientierte Forstwirtschaft geworden. Den Rothirschen ist in Deutschland nur noch rund 15 % ihres ursprünglichen Lebensraumes verblieben. Heute werden sie nur noch in 140 ausgewiesenen so genannten Rotwildgebieten geduldet und müssen außerhalb geschossen werden.

 

    
                                                                                                                           72 Min

Schnee wirbelt durch den friedlichen, winterlichen Wald. Einsam, traurig und fröstelnd steht der kleine Hirsch Bambi da, der seine Mutter verloren hat und sie nun schrecklich vermisst.

So liegt es nun an seinem Vater, dem Herrn der Wälder, ihn alleine großzuziehen. Bambi ist schon sehr gespannt und aufgeregt, seinen Vater kennenzulernen.

Aber der mächtige Hirsch fühlt sich der Aufgabe nicht gewachsen und will Bambi nach ein paar drolligen Streichen, die er mit seinen Freunden Klopfer und Blume ausgeheckt hat, in die Obhut einer Pflegemutter geben. Als sein Sohn kurz darauf in eine lebensgefährliche Situtation gerät, liegt es an dem mächtigen Hirschen, seinen Sohn zu retten und für Ruhe in den Wäldern zu sorgen ...


Bambi kehrt auf die Leinwand zurück! Und mit ihm nicht nur seine niedlichen Freunde Klopfer und Blume, sondern auch die Magie und der unvergleichliche Zauber des meist geschätzten und wohl größten Zeichentrickfilms aller Zeiten. In Walt Disney Pictures’ BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER werden die Schönheit, die Emotionen, die Wärme und der Humor eines Klassikers nach über 60 Jahren zu neuem Leben erweckt.


Mit größter Sorgfalt und Respekt vor dem Originalfilm BAMBI („Bambi“, 1942) haben die Künstler der DisneyToon Studios über vier Jahre hinweg das neue Abenteuer von Bambi und seinen Freunden geschaffen. Unter der Regie von Brian Pimental (TARZAN – „Tarzan“, 1999) entstand eine mitreißende, gefühlvolle und bezaubernde Geschichte in der Tradition von Walt Disneys großen Trickfilmen: BAMBI 2 – DER HERR DER WÄLDER.

 

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