Casanova Filmtipp

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So recht kann es der kleine Giacomo Casanova nicht verstehen, als ihn seine über alles geliebte Mutter (HELEN McCRORY) beiseite nimmt und ihm erzählt, dass sie ihn allein zurücklassen muss. Sie könne es nicht ändern, es liege in ihrem Blut. Aber sie verspricht auch, dass sie zurückkehren wird ...

... Jahre später sucht der mittlerweile zum stattlichen Mann gereifte Casanova (HEATH LEDGER) im Venedig des Jahres 1753 immer noch in jeder Frau nach seiner Mutter und ihrer Schönheit, deren Verlust er nie verwunden hat. So intensiv gestaltet sich die aussichtslose Suche, dass sein unstillbarer Hunger nach Liebe und seine einmaligen Verführungskünste mehr sind als bloßes Tagesgespräch in der Dogenstadt: Casanova ist längst eine lebende Legende, dessen amouröse Abenteuer auf der Straße von Puppenspielern nachgespielt werden.

Kaum jemand weiß, wie Casanova wirklich aussieht oder ob es ihn gibt, aber er ist der Inbegriff für die totale Hingabe – und Amoral, was vor allem der Kirche längst ein Dorn im Auge ist: Auf Anweisung des Papsts in Rom soll Casanova endlich geschnappt werden – am besten in flagranti, damit man mit seiner öffentlichen Hinrichtung ein Exempel statuieren und ein Zeichen für Zucht und Ordnung setzen kann.

Eine einmalige Gelegenheit bietet sich gerade jetzt, denn Casanova macht das, was er am besten kann, ausgerechnet in einem Heiligtum der Kirche, einem Konvent. Wie alle anderen Frauen davor können auch die jungen Nonnen nicht Nein zu dem unwiderstehlichen Galan sagen, weil es ihm doch immer gelingt, jede Einzelne davon zu überzeugen, dass sie die Einzige ist. Doch womöglich hat er diesmal den Bogen überspannt: In allerletzter Sekunde gelingt es ihm, über die Dächer von Venedig zu flüchten – allerdings nicht ohne den Nonnen noch einmal einen Kuss zuzuwerfen.

Doch die Häscher sind Casanova auf den Fersen. Gewandt schlüpft er durch einen Einstieg in die Uni, wo er sich in der Aula im Schatten verbirgt und Zeuge eines beeindruckenden Schauspiels wird: Gerade noch verteidigt einer der Altvorderen das männliche Vorrecht auf den Besuch der Universität und schwört, dass niemals eine Frau ihren Fuß in das ehrwürdige Gemäuer setzen wird, da stürmt ein Jüngling das Podium, reißt sich Hut und angeklebten Bart ab und entpuppt sich als ... Frau!

Francesca Bruni (SIENNA MILLER) ist ihrer Zeit weit voraus. Als progressive Denkerin und angehende Schriftstellerin nimmt sie bei ihrem Kampf um die Rechte der Frau kein Blatt vor den Mund. Um zu beweisen, dass es auch unter den Männern Gleichgesinnte gibt, zitiert sie den Philosophen Bernardo Guardi, dessen aufrührerische Pamphlete der letzte Schrei unter den Frauen Venedigs sind. Casanova ist fasziniert von dem Schauspiel – und beeindruckt von Francesca, ihrer Frechheit, Intelligenz und Schönheit. Zu spät merkt er, dass seine Jäger ihn aufgespürt haben: Casanova wird verhaftet und sofort zum Prozess gebracht.

Roms Statthalter zögert keine Sekunde und verurteilt den größten Liebhaber der Welt zum Tod. Doch zur Vollstreckung kommt es dennoch nicht: Der Doge (TIM McINNERNY), der einen Narren an Casanova gefressen hat, interveniert und begnadigt ihn. Gleichzeitig aber macht Casanova auch unmissverständlich klar, dass sein unsteter Lebenswandel ein Ende haben muss, weil der Druck auf den Dogen durch den Vatikan immer größer wird. Also setzt er seinem Protegé ein Ultimatum. Bis zum Beginn des Karnevals in wenigen Wochen muss er unter der Haube sein, sonst wird er für immer aus der Stadt verbannt.

Nach dem Überwinden des ersten Schocks macht sich Casanova mit seinem getreuen Diener Lupo Salvato (OMID DJALILI) auf die Suche nach der Richtigen. Lange kann er sich nicht entscheiden. Dann erblickt er die hinreißende Victoria (NATALIE DORMER), die ihm wie eine Erscheinung vorkommt. Er folgt ihr zum heimischen Palazzo, wo er ihrem Vater seine Aufwartung macht – während die vermeintlich jungfräuliche Victoria sich regelrecht verzehrt vor Lust und Verlangen, Casanova in ihre Hände zu bekommen. Doch die Geste des Vaters ist eindeutig: Victoria muss unberührt in den Hafen der Ehe einlaufen. Die Geschehnisse bleiben nicht unbeobachtet: Im  gegenüberliegenden Haus schwärmt der junge und schüchterne Giovanni Bruni (CHARLIE COX), Bruder der frechen Francesca, schon lange für Victoria. Jetzt muss er mit ansehen wie Casanova aus ihrem Haus kommt und ist zutiefst aufgebracht. Seine Schwester Francesca muss sich gleichzeitig von ihrer Mutter Andrea (LENA OLIN) einen Vortrag halten lassen, dass sich der Zustand ihrer nach dem Tod des Ehemannes verarmten Familie nur dann verbessern lässt, wenn Francesca sich auf die arrangierte Hochzeit mit dem stinkreichen „Schweinefett-König von Genua“, Papprizzio (OLIVER PLATT), einlässt. Francesca schmollt. Und Giovanni hält es nicht länger aus und stürmt aus dem Haus. Er will Casanova zum Duell fordern, doch der lässt sich nicht darauf ein. Bis Giovanni versehentlich den Fehdehandschuh dem unschuldigen Lupo ins Gesicht schlägt und der die Herausforderung für Casanova akzeptiert. Der winkt aber sofort ab: Diese Suppe hat sich Lupo selbst eingebrockt. Als es im Morgengrauen zum Duell kommt, springt aber doch Casanova für den Freund ein. Schnell stellt sich heraus, dass auch Giovanni nicht selbst angetreten ist, sondern seine Schwester kämpfen lässt. Der Kampf wird abgebrochen, und Casanova ist erneut begeistert von der wilden Schönen. Als sie bei der Unterhaltung jedoch auf den mythischen Casanova zu schimpfen beginnt, zieht der es vor, sich ihr unter Lupos Namen vorzustellen.

Casanova ist fasziniert von Francesca, doch es heißt, sie habe einen geheimen Geliebten. Er stellt ihr nach und entdeckt, dass sie offenbar eine Affäre mit dem von ihr geschätzten Philosophen Guardi hat, in dessen Wohnung sie verschwindet. In einer Kirche, wo Francesca sich innerlich auf ihre Ehe mit Papprizzio vorbereitet, passt Casanova sie ab und verwickelt sie in ein Gespräch über Liebe. Um sie zu beeindrucken, überrascht er sie mit einigen Zitaten Guardis, die er beim Durchsuchen von dessen Wohnung gefunden hat. Francesca ist sauer – Casanova kann ja nicht wissen, dass Guardi nur ein alter Trinker ist, der seinen Namen dafür hergibt, dass Francesca ihre Pamphlete herausbringen kann. Und ausgerechnet die von Casanova zitierten Passagen sind noch unveröffentlicht. Also spielt sie ihm einen Streich, mit dem sie ihn unverkennbar abblitzen lässt. Das ist Casanova noch nie passiert. Sein Interesse ist geweckt.

Als Papprizzio, ein dicker, unansehnlicher Fleischberg von einem Mann, in Venedig ankommt, wird er von Casanova abgeholt, der sich jetzt als Bernardo Guardi ausgibt. Und natürlich hat er einen Plan: Er bringt ihn zu seinem Palazzo, den er dem „Schweinefett-König“ überlässt. Mit einem Trick gelingt es ihm, Papprizzio bis auf weiteres in seinen Räumlichkeiten festzuhalten. Daraufhin macht er seine Aufwartung bei der Familie Bruni, wo er sich nun als Papprizzio vorstellt: Er habe sich nur als Lupo Salvato ausgegeben, um seine künftige Verlobte auf die Probe zu stellen – die sie mit Bravour bestanden habe.

Noch ahnt Casanova nicht, dass sich dunkle Wolken über ihm zusammenbrauen. Der Papst hat seinen schlimmsten Bluthund geschickt, Bischof Pucci (JEREMY IRONS), der den Verderber der guten Sitten und der Keuschheit endlich zur Strecke bringen soll. Pucci nimmt auch die Fährte auf, die ihn schnurstracks zum Anwesen der Brunis führt. Dort wird er sofort in ein Streitgespräch mit Francesca verwickelt und kündigt an, er werde mit der Ketzerei in Venedig aufräumen – und den Anfang bei Bernardo Guardi und seinen
Pamphleten machen. Und dann sei auch Casanova nicht mehr sicher.

Tatsächlich haben er und seine Schergen den Palazzo von Giacomo ausfindig gemacht und verhaften dort Papprizzio, den sie trotz seines grotesken Äußeren für Casanova halten. Währendessen setzt Casanova als Papprizzio alles daran, endgültig das Herz von
Francesca zu gewinnen. Es ist der Abend, an dem der Karneval beginnt, an dem alles erlaubt ist, an dem alle Masken tragen und neue Identitäten, nur um sie dann sinken zu lassen. Es ist der Abend, an dem sich alles entscheiden wird. Francesca entdeckt, dass Casanova nicht Papprizzio ist. Victoria findet heraus, dass Casanova ihre Liebe und ihren Körper verschmäht, und schwört Rache. Der echte Papprizzio lernt Francescas Mutter kennen und Francesca vergessen. Giovanni wird in die Geheimnisse der Liebe eingeweiht. Bischof Pucci will nicht mehr warten, bis er Casanova an den Galgen bringt. Und Casanova? Der erkennt, dass er Farbe bekennen muss, wenn er Francesca tatsächlich gewinnen will. Mitten auf dem  Marcusplatz wird sich alles entscheiden ...

 

BACKGROUND

 

Mit CASANOVA gelingt dem Oscar®-nominierten Regisseur Lasse Hallström, der zuletzt mit CIDER HOUSE RULES („Gottes Werk und Teufels Beitrag“, 1999) und CHOCOLAT („Chocolat“, 2000) Erfolge feierte, eine rasiermesserscharfe, spitzzüngige moderne Komödie über die weltberühmte Legende von Giacomo Casanova, dem Spion, Soldaten, Autoren, Philosophen und Abenteurer des Renaissance-Zeitalters, den man aber vor allem als unübertroffenen Liebhaber der schönsten Frauen seiner Zeit kennt. Obwohl Casanovas Leben und Liebesleben bereits in Dutzenden von Filmen thematisiert wurde, hat man noch nie erlebt, dass er in einer vergleichbar menschlichen Klemme steckt wie hier: Denn diesmal wird Casanova selbst das Herz gebrochen, und er muss auf seine unvergleich-liche Art und Weise versuchen, die Frau zu gewinnen und im Verlauf als Mensch zu wachsen. Der Film ist zum einen die hinreißend romantischste und komischste Arbeit des Regisseurs bisher, zugleich aber auch ein lockeres Spiel mit zeitlosen Themen wie  dem Konflikt zwischen Repression und Sinnlichkeit, Verkleidung und Identität, Sehnsucht und Liebe.

 

Die Vision des Films war es, Casanova mit einem zeitgemäßen Ansatz neu zu erfinden: jugendlich, zugänglich und emotional wahrhaftig. Von diesem einfallsreichen Konzept ausgehend, lassen die Drehbuchautoren ihre Fantasie spielen und werfen einen ganz neuartigen Blick auf den Mythos Casanova. Hier ist Casanova nicht nur ein attraktiver Rebell mit Pfiff und Witz, sondern auch ein verletzlicher Mann, der der wahren Liebe nachjagt, während die Inquisition ihm in Gestalt von Bischof Pucci (gespielt von Oscar®-Gewinner Jeremy Irons) nachstellt. Ein Wirbelwind an Verkleidungen, Duellen, Verrat und liebestollem Verlangen ist das Resultat – und lässt Casanova schlussendlich feststellen, wo der eigentliche Unterschied zwischen dem Reiz der Eroberung und der Kraft wahrer Liebe liegt.

 

Der größte Liebhaber der Welt navigiert sich durch die Stromschnellen der Liebe:

Die Story von CASANOVA

 

Die Idee, der größte Liebhaber der Welt könne sich selbst Hals über Kopf ausgerechnet in die eine Frau verlieben, die nichts von ihm wissen will, kam Drehbuchautorin Kimberly Simi. Eine frühe Fassung ihres Drehbuchs zu CASANOVA fiel Produzentin Leslie Holleran auf, deren langjährige Zusammenarbeit mit Lasse Hallström Filme wie THE CIDER HOUSE RULES („Gottes Werk und Teufels Beitrag“, 1999), CHOCOLAT („Chocolat“, 2000) und THE SHIPPING NEWS („Schiffsmeldungen“, 2001) umfasst. Weil sie Hallströms Arbeit so gut kannte, war ihr sofort bewusst, dass CASANOVA etwas völlig Neues, doch zugleich ein aufregender Stoff für den Regisseur wäre.

 

„Lasse ist bekannt für seinen unfehlbaren Blick auf das Wesen des Menschen, für seine außerordentliche Beobachtungsgabe, was die kleinen Momente im Leben anbetrifft“, merkt Holleran an. „Jetzt wagt er sich an eine größere Geschichte voller Romantik, Verspieltheit und Humor – aber eben mit jener ihm eigenen Hingabe zum Menschen.“

 

Beinahe zeitgleich sicherte sich die Mark Gordon Company die Rechte an dem Drehbuch, denn auch Gordon war hingerissen vom Potenzial der Geschichte.

 

„Wir hatten den Eindruck, dass wir die berühmte Geschichte mit einem neuen Dreh ganz zeitgemäß und sehr humorvoll erzählen könnten“, erinnert sich Gordon. „Was ich an unserem CASANOVA so wunderbar fand, war die Idee, dass wir die Geschichte eines großartigen Liebhabers erzählen, der sein Herz voll und ganz verliert – und das ausgerechnet an die eine Frau, die seinem Charme nicht erliegt. Casanova muss eine hinreißende und wunderbar komische Schlacht im Namen der Liebe schlagen. Von Kims Originaldrehbuch ausgehend, entwickelten wir ein paar weitere Fassungen mit Michael Christofer und Jeffrey Hatcher.“

 

Während der Entwicklung des Drehbuchs zu CASANOVA begeisterte sich Lasse Hallström immer mehr für die cleveren Dialoge, den köstlich pointierten Humor und das leichte romantische Ambiente des Stoffs. Der Film war völlig anders als alles, was Hallström jemals gemacht hatte. Aber er hatte dennoch jene Art von fein ausgearbeiteten Figuren und  magischen Kulissen, die den preisgekrönten Regisseur von jeher angezogen haben.

 

„Dies ist neues Terrain für mich. Bei CASANOVA handelt es sich um die vermutlich reinste Komödie, die ich je im Leben gemacht habe“, erklärt Hallström. „Das endgültige Drehbuch war üppig, komisch und sehr clever. Ich habe mich mit Begeisterung der Herausforderung gestellt, einen Ton zu treffen, an dem ich mich noch nie versucht hatte, eine Mischung zu erzielen aus klassischer Komödie und dramatischen und romantischen Elementen. Schlussendlich hatten wir ein wirklich großartiges Drehbuch, eine exzellente Besetzung – und mit Heath Ledger einen wirklich hinreißenden Casanova.“

 

Die Produzenten wiederum waren begeistert, Hallström als Regisseur für CASANOVA gewonnen zu haben. „Seine Filme stecken immer voller Magie“, findet Mark Gordon. „Sie haben eine unbeschreibliche Qualität und sind voller Wunder – sie können sehr bewegend sein und zugleich humorvoll und charmant. Seitdem ich MEIN LEBEN ALS HUND gesehen habe, bin ich fasziniert von seiner Arbeit.“

 

Hallström sah den Film auch als Chance, sich einer beliebten literarischen Legende aus einer originellen und sehr zeitgemäßen Richtung zu nähern. Produzentin Betsy Beers sagt: „Wir präsentieren ein deutlich besser gelauntes Porträt von Casanova, als man es je zuvor gesehen hat. Ein Porträt, das unwiderstehlich clever, aber doch auch höchst glaubwürdig ist. In gewisser Weise ist es eine sehr moderne Geschichte eines außergewöhnlichen Mannes, der endlich auf eine Frau trifft, die nicht beeindruckt von ihm ist. Indem wir diese Idee ins Venedig des 18. Jahrhunderts verlegen, steckt die Geschichte automatisch voller Überraschungen.“

 

Sie fährt fort: „Es handelt sich letztlich um eine zeitlose Geschichte, in der Verkleidungen ein wichtiges Thema sind: Wer sind wir, was steckt hinter unseren Masken? CASANOVA ist voller Figuren, die gerne jemand anderes wären, bis sie zu der Einsicht gelangen, dass man sich seine Herzenswünsche nur dann erfüllen kann, wenn man wirklich derjenige ist, der man ist. Das ist ein wichtiges Motiv, das sich wie ein roter Faden durch sämtliche Charaktere des Films zieht – von Casanova zu Francesca und darüber hinaus.“

 

Schwertkämpfer, Künstler, Genie und Narr der Liebe:

Die Suche nach einem Casanova im 21. Jahrhundert

 

In die Geschichte ging er als größter Liebhaber aller Zeiten ein. Aber Casanova war weit mehr als das.
Er war bekannt für seinen ausgeprägten Intellekt und seinen feinen Witz und machte unter anderem als Rechtsgelehrter, Soldat, Magier, Autor, Philosoph und begabter Athlet von sich reden. Was letztlich auch seinem Ruf zuträglich war, für Frauen unwiderstehlich zu sein und völlig immun dagegen, sich auf einen einzelnen Menschen festlegen zu können.

 

Einen Schauspieler zu finden, der all die außerordent-lichen Qualitäten verkörpern könnte – und es dann erlauben würde, sie in den schlimmsten Momenten des Herzschmerzes zum Teufel zu jagen, während er durchschimmern lässt, dass sein Potenzial, ein besserer Mensch zu werden, in der Hingabe zur wahren Liebe liegt, erwies sich als Herausforderung für die Filme-macher. Anfangs suchte man nach einem Darsteller in den Dreißigern oder Vierzigern, der allein schon anhand seiner Lebensjahre die nötige Erfahrung eines Mannes projizieren könnte, der intensiv gelebt und viele schöne Frauen geliebt hat, aber langsam das Bedürfnis verspürt, sich zur Ruhe zu setzen. Dann sahen sie den deutlich jüngeren Heath Ledger – und damit änderte sich alles.

 

„Heath kam in den Raum und er war Casanova“, erinnert sich Betsy Beers. „Es war eines dieser kleinen Wunder, die man beim Film ab und zu erlebt. Er war witzig, charmant und sehr, sehr verführerisch. Und zugleich war er elegant und ungemein verletzlich.“

 

Leslie Holleran fügt hinzu: „Wir hatten vielleicht einen Mann im Kopf, der etwas älter sein sollte, aber ich finde, dass es doch viel romantischer und spaßiger ist, jemanden gefunden zu haben, der so unfassbar sexy, voller teuflischem Witz und unterhaltsam ist, wie es Heath sein kann. Auf eine sehr feine Weise deutet Heath eher Casanovas sinnliche als seine sexuelle Seite an.“

 

Ledger besaß nicht nur die rechte Mischung aus dramatischem und komischem Können, die die Grund-lagen für die Rolle sind, aber er strahlte auch einen körperlichen Heldenmut aus, der von unschätzbarem Wert bei den Actionszenen voller Schwertduelle und Verfolgungsjagden war. „Heath ist smart, angenehm, packend und seine physischen Talente sind wunderbar“, merkt Lasse Hallström an.

 

Nachdem er bereits bewiesen hatte, dass ihm der Schritt von der ungestümen Komödie eines A KNIGHT’S TALE („Ritter aus Leidenschaft“, 2001) zum elektrisierenden Drama eines MONSTER’S BALL („Monster’s Ball“, 2001) nicht fremd ist, fühlte sich Ledger unmittelbar vom Drehbuch angesprochen. Er konnte auch einfach nicht widerstehen, einen der berühmtesten Verführer der Geschichte darzustellen, speziell auf eine völlig neuartige Weise.

 

„Ich habe das Drehbuch geliebt und ich habe Lasse schon immer als Regisseur geschätzt. Die Gelegenheit, mit ihm arbeiten zu können, wollte ich mir nicht ent-gehen lassen. Ich fand, diesen Casanova zu spielen, würde unglaublich viel Spaß bereiten“, erinnert sich Ledger. „Und natürlich hatte ich auch nichts dagegen, einige Zeit in Venedig zu verbringen.“

 

Als er sich für die Rolle verpflichtet hatte, machte sich Ledger zunächst über das Leben des wahren Casanovas schlau. Er fasste schnell den Entschluss, sich nicht zu sehr in die historischen Tatsachen zu vertiefen. „Ich habe einige der Tagebücher und die Autobiographie Casanovas gelesen, aber ich wollte mich nicht sklavisch an ihnen orientieren“, erklärt er. „Ich wollte mein Porträt eher locker gestalten.“

 

Tatsächlich sah Ledger seinen Casanova eher als modernen Schürzenjäger, als er sich mit seiner Leinwandfigur befasste: „Tausende von Frauen verlieben sich unentwegt in ihn. Als er schließlich auf eine Frau stößt, die sich überhaupt nicht von ihm angezogen fühlt, macht ihm das gehörig zu schaffen ... und weckt sein Interesse. Er sieht darin die lang gesuchte Gelegenheit, zu zeigen, dass sich hinter dem Mythos ein besserer Mensch verbirgt. Und er ist bereit, alles zu tun, um Francesca das zu beweisen.

 

Der Funke, der Casanovas Feuer entfacht:

Die richtige Schauspielerin für die unabhängigste Frau von Venedig

 

Nach einem mit einfachen Eroberungen angefüllten Leben trifft Casanova endlich auf die eine Frau, die ihm romantisch, intellektuell und körperlich gewachsen ist: Francesca Bruni, die Renaissance-Schriftstellerin, deren böser Witz, weltgewandte Intelligenz und klas-sische Schönheit sie zur formidabelsten Frau von Venedig machen – und zu der einen Frau, die zunächst nichts mit Casanovas Eroberungsversuchen anfangen kann ... bis sie etwas Erhabenes in seiner Art entdeckt.

 

Lasse Hallström war schon beim ersten Lesen des Drehbuchs völlig begeistert von dieser Figur. Er wusste, dass er eine ganz besondere junge Schauspielerin finden musste, um dem Part gerecht zu werden. „Francesca ist der eine Mensch, der die Macht besitzt, Casanovas Leben zu verändern. Im Grunde ist sie eine moderne Frau – mit starkem Willen, smart und ihrer Zeit weit voraus“, beobachtet er. „Casanova war in Wahrheit ein Mann, der ein beachtliches Verständnis und Einfühlungsvermögen für Frauen besaß, der es über alles liebte, mit ihnen zu reden und Zeit zu verbringen. Ich glaube, er hätte es zu schätzen gewusst, eine Frau wie unsere Francesca kennen zu lernen.“

 

Ebenso groß wie die Herausforderung, einen geeigneten Schauspieler für den Part  Casanovas zu finden, war die Aufgabe, eine Schauspielerin zu entdecken, die dem Charme ihres männlichen Gegenparts gewachsen ist – und es sogar schafft, ihm den Rücken zuzukehren. Das, wonach die Filmemacher suchten, fanden sie in der Newcomerin Sienna Miller. Ihre Lebhaftigkeit und frische Schönheit passten perfekt zu Heath Ledgers verwegenem Stil.

 

„Wir haben viele Frauen für diese Rolle vorsprechen lassen“, weiß Hallström zu berichten. „Aber nur Sienna hatte diese Kombination aus Intelligenz, Charisma und Charme, die wirklich die Figur trägt und Casanovas Liebe für sie so glaubwürdig macht.“

 

Mark Gordon fügt hinzu: „Wir haben nach einem neuen Gesicht gesucht. Und Sienna fiel uns auf als jemand, der Francescas Stärke und Feuer besitzt, aber auch die Schönheit und Sinnlichkeit hat, die diese Figur haben musste. Sie konnte all die Elemente vorweisen, um aus unserer Francesca eine wunderbare Frau zu machen. Und wir stellten schnell fest, dass die Chemie zwischen ihr und Heath ausgezeichnet war.“

 

Mit der Rolle der Francesca sah sich Sienna Miller mit der bislang größten Herausforderung ihrer noch jungen Karriere konfrontiert. „Ich habe ein paar Filme gedreht, die in unserer Zeit spielen, und war erpicht darauf, es endlich auch einmal in einem Historienstoff zu versuchen. Dann kam diese Rolle“, erzählt sie. „Ich konnte es kaum glauben: eine Frau, die feurig und intelligent und feministisch und politisch ist – und all das im 18. Jahrhundert. Also packte ich mein Korsett – und stürzte mich in diese wunderbare, starke Rolle einer wunderbaren und starken Frau.“

 

Miller fasst zusammen: „Es macht unheimlich Freude, eine Figur spielen zu können, die so leidenschaftlich und unabhängig ist. Für eine Schauspielerin ist das eine Traumrolle. Francesca ist in jeder Hinsicht nonkonformistisch – sie ist jemand, die selbst in ihrer Zeit nie ein Blatt vor den Mund genommen hat.“

 

Schurkengalerie:

Jeremy Irons, Lena Olin, Oliver Platt und noch mehr stoßen zur Besetzung

 

Auf Heath Ledger und Sienna Miller trifft in CASANOVA eine Besetzung von preisgekrönten Schauspielern und versierten Komödianten, die dafür Sorge tragen, die Gesellschaft des Venedigs des 18. Jahrhunderts zum Leben zu erwecken. Oscar®-Gewinner Jeremy Irons übernimmt die Schlüsselrolle des Erzfeinds von Casanova – dem gnadenlosen Polizisten des Papstes, der für die schmutzigen Angelegenheiten zuständig ist: Bischof Pucci. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, Casanova in flagranti zu erwischen. Lasse Hallström fand, dass Jeremy Irons typisch unterkühlte britische Art ein wunderbarer Gegensatz zu den unerhörten Situationen bildet, in denen Pucci sich wieder findet – und damit einen steten Quell für komische Möglichkeiten darstellten.

 

„Ich habe Jeremy Irons und seine sehr präzise Kontrolle über die englische Sprache immer sehr bewundert“, meint Regisseur Hallström. „Er hat bisher nicht sehr oft in Komödien mitgespielt, aber ich konnte ihn mir sehr gut als Pucci vorstellen, wie er Spaß mit den Dialogen und Puccis ausgesprochen trockener, sarkastischer Redeweise hätte. Jeremy hat das unglaubliche Talent, Sprache zu formen, wie es ihm gefällt.“

 

 

Je intensiver Pucci sich darum bemüht, Casanova zu Fall zu bringen, desto mehr humorvolle Situationen ergeben sich aus Puccis Glauben an die eigene Unfehlbarkeit und seiner epischen Arroganz. Irons war fasziniert von der Aussicht, eine komische Rolle zu spielen – was er seit seinen frühen Bühnentagen nicht mehr gemacht hatte. „Für gewöhnlich denkt man nicht an mich, wenn es um Komödie geht, deshalb hat es mich sehr gefreut, mal etwas Ungewöhnliches machen zu können“, gesteht Irons.

 

Die stümperhaften Versuche Puccis, Casanova zu überführen, erinnerten Irons an eine andere ikonische Figur der Kinogeschichte. „Ich finde, man kann Züge von Inspektor Clouseau in Pucci entdecken, der eigentlich auch immer auf der völlig falschen Fährte ist“, lacht der Schauspieler. „Es ist der Neid auf Casanova, der ihn antreibt. Ich glaube, Pucci wäre selbst gerne immer noch jung und hätte nur zu gern Frauen an seiner Seite, die ihn verehren. Seine Moral ist überaus suspekt. Er ist ein Karrierist und wurde vom Vatikan nach Venedig geschickt, um dort aufzuräumen. Aber natürlich will er das erreichen, ohne sich selbst übermäßig anstrengen zu müssen.“

 

Oliver Platt sollte indes mit seiner Rolle des stümperhaften „Schweinefett-Königs“ von Genua, Papprizzio, für die nötigen Elemente der Narretei und Farce sorgen. Obwohl er eine der auffälligsten Figuren des Films ist, fanden die Filmemacher, dass ihr Papprizzio keine Parodie sein durfte: Er sollte immer vor allem ein menschliches Wesen sein. Oliver Platt wurde besetzt, weil er bekannt für sein Können ist, Trivialität, Pathos und Komödie unter einen Hut zu bekommen.

 

„Dank Oliver funktioniert die Figur des Papprizzio, weil er diesen unglaublichen Charakter glaubwürdig darstellt“, erklärt Lasse Hallström. „Er bringt die Emotion der Szenen sehr wahrhaftig rüber und lässt Papprizzio absolut authentisch wirken. Er erweckt die Figur zu nachvollziehbarem Leben, indem er sie emotional wie auch witzig spielt.“

 

Platt verinnerlichte die Rolle sehr schnell. „Anfangs sollte Papprizzio sehr schroff und selbstsicher rüberkommen, aber man stellt schon sehr schnell fest, dass er von gewaltigen Selbstzweifeln geplagt wird“, erklärt Platt. „Außerdem wird er von Casanova mit einem ausgeklügelten und amüsanten Schabernack reingelegt. Er wird ausführlich hinters Licht geführt, aber die Art, wie das geschieht, gibt ihm große Befriedigung und verbessert sein Selbstbewusstsein, was eine nette Wendung ist.“

 

„Oliver gelingt es, jede Szene zu stehlen“, kommentiert Mark Gordon. „Er ist so witzig, dass man gar nicht anders kann, als sich jedes Mal, wenn er zu sehen ist, zu ihm hingezogen zu fühlen. Zunächst einmal sah er urkomisch aus: Er trägt falsche Zähne – allein sein Anblick reicht aus, um in Lachen auszubrechen. Er war magnetisch, unterhaltsam und kniete sich mit einer Begeisterung in die Rolle, die wirklich perfekt rüberkommt.“

 

Die Frau, die Papprizzios Herz schließlich höher schlagen lässt, ist ausgerechnet Francescas Mutter Andrea, die von der schwedischen Schauspielerin Lena Olin gespielt wird. „Andrea ist Teil einer der ungewöhnlicheren Liebesgeschichten, die man auf der Leinwand zu sehen bekommen wird“, sagt Lasse Hallström, der keine Sekunde daran zweifelte, dass seine Frau Lena Olin nicht die Richtige für die Rolle wäre. „Lena strahlt Schönheit und Intelligenz aus und das sage ich nicht nur, weil ich mit ihr verheiratet bin! Ich halte sie für eine herausragende Schauspielerin und ich liebe diese Rolle für sie. Die Arbeit mit ihr an CHOCOLAT und jetzt CASANOVA war großartig. Ich hoffe, dass es noch so manche Gelegenheit für eine Zusammenarbeit geben wird.“

 

Für Lena Olin lag die Aufgabe darin, eine eindrucksvolle und herrschaftliche Figur in einer hochgradig komischen Situation darzustellen. „Ich glaube, dass sich Andrea von der Zeit, in der sie lebt, und ihrer gesellschaftlichen Rolle eingesperrt fühlt. Sie ist eine Frau aus der Oberschicht, aber sie hat keinen Besitz und kein Geld“, berichtet sie. „Sie ist eine ausgesprochen leidenschaftliche Person, die von den Konventionen und den Umständen an die Kette gelegt wird. Ich würde sagen, sie verliebt sich in Papprizzio, weil er so anders ist. Er ist so weit von allem entfernt, was man als normal bezeichnen würde. Schon allein sein Aussehen: Er ist aus echtem Fleisch und Blut, er verspürt echte Leidenschaft. Er ist ein sehr sinnlicher Mann, und das sieht sie und überzeugt sie davon, dass er der Richtige ist.“

Für die Rolle der Victoria, die Frau, die zuerst Casanova versprochen wird und dann einen durchtriebenen Plan gegen ihn schmiedet, war Natalie Dormer eine perfekte Wahl. Die britische Schauspielerin hat gerade erst ihre Ausbildung an der Drama School abgeschlossen, aber Lasse Hallström war überzeugt davon, dass sie für die Rolle wie geschaffen war. „Sie war absolut richtig für die Rolle“, sagt Hallström. „Sie ist smart und witzig und besitzt ein wunderbares Talent für die Leinwand. Ihr Aussehen fügt sich auch wunderbar in die Zeit, in der unser Film spielt. Ich sage ihr eine großartige Zukunft voraus.“

 

Dormer, die die Webber Douglas Academy of Dramatic Art in London im April 2004 abschloss, ist begeistert von ihrem Leinwanddebüt, das es ihr überdies erlaubte, ihre beeindruckenden Fechtkünste (sie hat den olympischen Sport studiert) unter Beweis zu stellen. „Jemanden spielen zu können, der sehr mädchenhaft ist und auf die alte Methode setzt, Männer mit ihrer puren Weiblichkeit um den Finger zu wickeln, machte viel Spaß“, sagt Dormer. „Ich habe die Gelegenheit, in geriffelten Röcken mit ganz viel Spitze herumzulaufen.“

 

Leslie Holleran stimmt Regisseur Hallström zu, dass es sich bei Dormer um einen aufstrebenden Star mit großem Potenzial handelt: „Natalie Dormer haute uns beim ersten Vorsprechtermin förmlich um. Als Lasse sich ihre Aufnahmen ansah, wusste er, dass er seine Victoria gefunden hatte. Wir erklärten ihr: ,Davor warst du ein durchtriebenes Mädel, das mit jedem ins Bett gestiegen ist – jetzt bist du eine perfekte Jungfrau, die sich in Casanova verliebt und eine tiefe Sinnlichkeit in sich entfacht sieht.’ Für beide Aspekte konnte man sich keine Bessere vorstellen. Sie konnte beide Seiten von Victorias Persönlichkeit mit größter Überzeugungskraft spielen. Und sie ist so fantastisch anzusehen. Die Kamera liebt sie ganz einfach.“

 

Ein weiterer aufstrebender Star, Charlie Cox, erhielt den Zuschlag für die Rolle des Giovanni, Francescas jüngerem Bruder, der auf eine gewisse Weise von Casanova protegiert wird. „Ich sah mir Charlie persönlich in London an“, sagt Lasse Hallström. „Und er hatte den Part sofort begriffen. Die Figur ist ziemlich interessant. Anfangs ist er ein unbeholfener, linkischer Junge, doch im Verlauf der Handlung entwickelt er sich: Er lernt, mit der Liebe umzugehen.“

 

Und schließlich wäre da noch der talentierte Komiker und Charakterdarsteller Omid Djalili, Casanovas rechte Hand Lupo, der sich mit seinem Freund gewitzte Wortgefechte liefert. Djalilis Erfahrung als Komödiant war von unschätzbarem Wert, da er als „kleiner, fetter, glatzköpfiger“ Gegenpart zu Ledgers großem, blonden, attraktiven Adonis die Lacher stets auf seiner Seite hat. „Casanova liebt Lupo, aber ist auch frustriert wegen ihm – was auf Gegenseitigkeit beruht. Und dennoch steht Lupo immer loyal zu seinem Freund“, meint Djalili.

 

 

Wie der Rest des Ensembles fühlte sich Djalili von dem Film wegen seiner einnehmenden Geschichte und dem frischen Mix aus neuen Talenten und Leinwandveteranen magisch angezogen. „Ich denke, dass sich das Glück und die Kreativität, die wir während der Produktion empfunden haben, direkt auf den Film übertragen hat“, befindet Djalili.

 

 

 

Der Look der Liebe:

CASANOVA erweckt

die magische Welt des Venedig des 18. Jahrhunderts zu Leben

 

Als es darum ging, sich Gedanken über den Look von CASANOVA zu machen, entschied sich Lasse Hallström für greifbaren Realismus. Ihm ging es darum, die Stimmung und Atmosphäre eines Venedig spürbar zu machen, durch das Sinnlichkeit und Moral als geteilte Ströme flossen. Von Anfang an stand fest, dass es in Bezug auf den Drehort des Films nur eine Option gab: Venedig und nur Venedig würde funktionieren. Der Inbegriff der romantischen Stadt konnte in keiner Form repliziert werden.

 

 

„Für Lasse war es entscheidend, in Venedig zu drehen, denn es gibt keinen Ort auf der Welt wie diese Stadt. Casanova und Venedig gehören einfach zusammen“, sagt Mark Gordon. „Das stellte uns zwar vor logistische Probleme, aber durch diese Entscheidung ist Venedig jetzt eine der Hauptfiguren von CASANOVA, und das war so manche Herausforderung wert.“

 

Der Dreh an Originalschauplätzen ist ein Markenzeichen in den Filmen von Lasse Hallström. THE CIDER HOUSE RULES („Gottes Werk und Teufels Beitrag“, 1999) wurde in Neuengland gedreht, THE SHIPPING NEWS („Schiffsmeldungen“, 2001) führte ihn in das
arktische Klima von Neufundland, und CHOCOLAT („Chocolat“, 2000) wurde in pittoresken Örtchen in Frankreich produziert. „Ich gehe dahin, wo das Drehbuch mich hinführt. Und dann versuche ich, so tief wie nur möglich in den jeweiligen Ort einzudringen“, sagt Hallström. „Am besten lernt man Venedig kennen, wenn man es selbst erkundet. Ich habe das große Glück gehabt, das Drehbuch an dem Ort zu realisieren, der die Geschichte inspirierte – während des Drehs ging es jedem einzelnen Mitglied der Produktion genauso.“

 

Hallström war geblendet von der architektonischen Schönheit, die Venedig zu bieten hatte. Die mitreißende und abwechslungsreiche Topographie der Stadt – von ihrem Gehege enger Gassen und Brücken bis zu der epischen Größe der Bucht, von der verschwende-
rischen Grandezza des Piazza San Marco zur roman-tischen Faszination der Kanäle – wurde zu einem Schlüsselaspekt des Films: Sie bot sich förmlich an für die komischen Eskapaden, die labyrinthartigen Abenteuer und die ständigen Identitätswechsel des aus-getüftelten Bäumchen-wechsel-dich-Spiels. „Dies ist meines Wissens einer der wenigen Filme, die komplett in Venedig entstanden. Die Stadt steuert den Realismus bei, den wir anstrebten, und hatte natürlich auch wunderbar verführerische Kulissen auf Lager“, sagt der Regisseur.

 

Für die Besetzung war der Dreh in Venedig ein steter Quell der Inspiration. Heath Ledger sagt: „In Venedig zu drehen, war ein Traum. Es war, als würde man sich vier Monate lang im tollsten Museum aufhalten, das man sich vorstellen kann.“

Um die Romantik und das Temperament von Venedig noch besser einzufangen, wandte sich Hallström an Ausstatter David Gropman, der bei CASANOVA bereits zum sechsten Mal mit dem Regisseur arbeitet. „Was ich an Lasse liebe, ist seine immense Menschlichkeit, die sein gesamtes Sein als Filmemacher in jeder Entscheidung beeinflusst“, sagt Gropman. „Er will immer, dass die Geschichte, die er erzählt, so ehrlich wie möglich ist. Das ist es, was mich als Designer so ungemein an der Arbeit mit ihm interessiert.“

 

Gropman scoutete mit Hallström mehr als 60 Drehorte in und um Venedig. Vor allem suchten sie nach mehr als 300 Jahre alten Gebäuden, die, wie sie schnell feststellten, im Überfluss zu finden waren. Die Produktion entschied sich für so typisch venezianische Orte wie die Kirche Santa Maria della Salute. Zudem sicherte sie sich Dreherlaubnisse für Plätze, an denen noch nie zuvor eine große Hollywood-Produktion drehen durfte, wie zum Beispiel der Piazza San Marco, der an fast jedem Nachmittag überflutet wurde, und dem Palazzo Ducale, ein berühmter in Weiß und Pink gehaltener Gotikpalast, der als einer der architektonischen Höhepunkte der Stadt gilt.

 

„Es ist ein gewaltiger Vorteil, wenn man einen histo-rischen Film in einer Stadt drehen kann, in der die meisten Außenmotive und viele der Innenräume heute noch exakt so aussehen, wie das schon im 18. Jahrhundert der Fall gewesen war“, merkt Gropman an.

„Wenn man die äußeren Rohr- und Stromleitungen verdeckt und die Schilder und Ladenfronten eliminiert, dann findet man sämtliche Barock- und Rokoko-Details intakt vor. Die elementare Arbeitsmasse findet man immer direkt vor der eigenen Nasenspitze, an jeder Ecke, in jeder Kirche und jedem Palazzo, in den man hineinspaziert. Wo auch immer man hinkommt, findet man Informationen vor, die die Entscheidungen beeinflussen, die man trifft. Außerdem, auch wenn das eher eine abstrakte Idee ist, waren wir inspiriert von dem Ambiente, das von den Menschen in Venedig ausgeht, weil die Stadt einen nicht unberührt lassen kann.“

 

Gropman war vor allem begeistert angesichts der Möglichkeiten, die sich durch die verwinkelten Wasserwege der Stadt boten: „Ich hoffe, dass eines der bestimmenden visuellen Elemente des Films das Wasser und die Boote sein werden, denn sie sind es, was Venedig in den Augen der Welt so einzigartig macht. Man darf auch nicht vergessen, dass es im 18. Jahrhundert sogar noch mehr Kanäle und weniger Brücken als heute gab. Die Fortbewegung auf dem Wasser war damals noch viel weiter verbreitet und ein fester Bestandteil der Lebenskultur.“

 

Der Dreh in Jahrhunderte alten Locations brachte aber auch gewisse Probleme mit sich. „Wir wollten Rauch einsetzen, um die gewünschten Texturen und den historischen Look zu erzielen, aber an vielen Drehorten erhielten wir dafür die Erlaubnis nicht, weil Angst bestand, dass wir damit den Tintorettos und anderen Kunstwerken Schaden zufügen könnten“, sagt Produzentin Leslie Holleran.

 

Ähnlichen Herausforderungen musste sich auch Kameramann Oliver Stapleton stellen, der für Lasse Hallström zuvor das Licht bei THE CIDER HOUSE RULES („Gottes Werk und Teufels Beitrag“, 1999), THE SHIPPING NEWS („Schiffsmeldungen“, 2001) und AN UNFINISHED LIFE („Ein ungezähmtes Leben“, 2005) gesetzt hatte. Beim Dreh in Venedig war es Stapleton oft nicht möglich, die Szenen mit den gewohnten Scheinwerfern auszuleuchten, weil die Gefahr bestand, dass die angestrahlten Gegenstände und Möbel aufgrund ihres Alters und der damit verbundenen Empfindlichkeit beschädigt werden könnten. „Oliver und ich strengten uns mächtig an, mit der Kamera ein bisschen mehr zu wagen und Venedig auf völlig neue Weise zu fotografieren“, erinnert sich Hallström. „Wir beide wussten, dass es bereits wunderbare Filmmomente von Venedig gibt, dass Kameramänner immer sehr gut zu der Stadt waren. Wir suchten einen anderen Ansatz: Wir wollten den unbeschreiblichen Zauber und Charme der Stadt einfangen und nicht die Motive verwenden, wie man sie auf Postkarten oder in Büchern findet.“

 

Stapleton erklärt: „Man kann die Kamera in Venedig blind aufstellen und man hätte trotzdem noch eine tolle Einstellung. Ich habe das tatsächlich ausprobiert und einfach willkürlich auf den Auslöser der Kamera gedrückt. Ich würde sagen: 90 Prozent der Bilder waren vorzeigbar. Das ist einfach das Wesen dieser unglaub-lichen Stadt. Wir machten es uns für CASANOVA zur Aufgabe, visuell etwas auf die Beine zu stellen, das die Stadt auf ganz neuartige Weise beschreibt. Dafür mussten wir uns bei der Vorproduktion mehr Zeit als üblich nehmen und die Stadt richtig kennen lernen, förmlich absorbieren um dann die richtigen Plätze für die ganz großen Momente zu finden. Es war uns sehr wichtig, in diesen Schlüsselmomenten, wenn der Film in die Stadt schweift, epische und verblüffende Bilder zu finden.“

 

Während sich die Filmemacher Mühe gaben, ihre Darstellung von Venedig mit Magie zu erfüllen, wirkte Venedig selbst Wunder für die Kreativität der Filmemacher. „Wir alle begannen eine sehr intensive Liebesaffäre mit dieser Stadt“, gesteht Stapleton. „Ich finde, das sieht man dem Film in jedem Moment an. Es fühlt sich nicht an, als würden sich da Schauspieler durch Sets bewegen, sondern durch eine echte, lebendige Stadt des
18. Jahrhunderts.“

 

Einer der Schlüsselmomente des Films ereignet sich während des Karnevals, während dem die gesellschaftlichen Regeln auf den Kopf gestellt werden und die Stadt zu Leben erwacht: mit Bärendompteuren, Feuerschluckern, Stierkämpfern, Jongleuren und anderen Arten von nacktem Übermut. Diese epische Feier dauerte manchmal bis zu sechs Monate an und erlaubte es Menschen aller Klassen, in einer Art Kontakthof einander näher zu kommen, da Anonymität groß geschrieben wurde. Viele trugen Masken, was zur Atmosphäre der Ausgelassenheit, des Durcheinanders und oft auch des Betrugs entscheidend beitrug. Es war eine Zeit des Doppelspiels, der Täuschung wie auch der Romantik, wenn an den Wasserwegen Fackeln entzündet wurden und die Stadt alle Hemmungen fallen ließ. Casanova nutzt diese einzigartige Stimmung bei seinem epischen Unterfangen, das Herz der schönen Francesca zu gewinnen. Hallström wollte den spürbaren Reiz und die wilde Atmosphäre so authentisch wie möglich zu Leben erwecken. Also inszenierte er einen waschechten Karneval mitten auf dem spektakulären Marcusplatz und war verblüffend erfolgreich bei dem Versuch, die Atmosphäre, die man damals im 18. Jahrhundert gespürt haben musste, nachzugestalten.

 

Er fährt fort: „Schon wieder eine Gelegenheit, aus visueller Sicht Vorteil aus der endlosen Faszination der Stadt zu schlagen und dem Publikum etwas Spekta-kuläres zu bieten.“

 

 

 

 

 

 

Kniehosen, Kleider, Perücken und Masken:

Die Kostüme in CASANOVA

 

In einer Geschichte, in der Kostümierungen und verwechselte Identitäten essenziell für die Geschichte sind, spielen natürlich auch die Kostüme eine elementare Rolle im kreativen Design des Films. Dazu darf man nicht vergessen, dass Venedig im 18. Jahrhundert obendrein die Modehauptstadt Europas war. Die Piazzas und Palazzos waren gefüllt mit bildschönen Kurtisanen in wunderbaren Kreationen – und schon wird deutlich, wie groß die Herausforderung für die Kostümabteilung war.

 

Um ihr gewachsen zu sein, arbeitete Hallström mit der Oscar®-prämierten Kostümdesignerin Jenny Beavan (A ROOM WITH A VIEW („Ein Zimmer mit Aussicht“, 1985), GOSFORD PARK („Gosford Park“, 2002), ALEXANDER („Alexander“, 2004) zusammen, deren Aufgabe es war, authentische venezianische Kleider aus der Zeit um 1740 oder 1750 zu schaffen. „Unser Gedanke war, die Komödie in Bezug auf die Kostüme zu vernachlässigen, und stattdessen auf Authentizität zu setzen und die herausragende Pracht von Venedig so zu zeigen, wie sie wirklich war“, sagt der Regisseur. „Es macht einfach Spaß, diese Zeit in Designs zu neuem Leben zu erwecken. Jenny leistete fantastische Arbeit und half mir enorm, einen authentischen Hintergrund zu erschaffen. Vor allem bei den wunderbaren Masken und Verkleidungen und manchen  Kostümen übertraf sie sich selbst.“ Beavan war sofort fasziniert von der Geschichte. „Ich war begeistert, dass da eine Komödie in einer solch faszinierenden Zeit erzählt werden sollte“, berichtet sie. „Das Drehbuch war sehr lustig, aber Lasse und ich stimmten überein, dass man keine witzigen Kostüme brauchte, um die komischen Elemente herauszustellen. Die Wirkung ist viel intensiver, wenn man einer solch wunderbaren Zeit treu bleibt, die ohnehin von interessanter Mode geprägt ist.“

 

Für ihre Recherchen begann Beavan mit dem Studium zeitgenössischer Kunst und ließ sich von Künstlern wie Guardi, Canaletto und Pietra Longhi inspirieren. „Bei ihnen habe ich die Farben des Venedigs dieser Ära ausfindig gemacht – verbrannte Rottöne, bernsteinfarbene Gelbtöne und türkise Blautöne. Diese arbeiteten wir in all die Kostüme der Hauptfiguren ein“, erzählt sie.

 

Beavan war beeindruckt, wie romantisch und opulent die Kleidung in dieser Zeit war, als Ausdruck einer wachsenden Toleranz für offene Sinnlichkeit in der Gesellschaft. „Die Männer tragen riesige Röcke mit Unmengen an Stoff – sie liefen wirklich wie Pfauen über die Straße. In der Tat eine perfekte Ära für Casanova, denn die Kleidung trägt dazu bei, dass man ganz von selbst die Hüften schwingen lässt. Für die Frauen war es eine Periode langer Hüftröcke.“ Sie fährt fort: „In Venedig gab es aber auch so manche Besonderheit und Spezialität, was vor allem mit dem Karneval zusammenhängt, bei dem die Menschen Masken trugen, damit sie inkognito auftreten konnten. Sie trugen lange schwarze Capes mit einer weißen Maske und wirkten dabei ein wenig wie Geister. Diesen Look habe ich nirgendwo sonst in Italien entdecken können. Dazu kam schließlich noch ein schwarzer dreieckiger Hut. Bei CASANOVA machten wir uns diese eigenartige und etwas sinistre venezianische Anonymität zu Nutze, um auch ein wenig mit den vielen verdeckten Identitäten spielen zu können.

 

Für Heath Ledger als Casanova sollten die Outfits charmant sein und einem Mann seines Rufes entsprechen, ohne einen Dandy aus ihm zu machen. Also wählte sie einen eleganten und doch simplen Look für ihn. „Dies ist eine Komödie, weshalb unser Casanova beispielsweise nichts mit dem gequälten Mann in Fellinis Version zu tun hat“, sagt sie. „Wenn sich unser Casanova in Francesca verliebt, dann ist das echt und wahrhaftig, aber wir wollten ihn auch ein bisschen als mythische Figur porträtieren, weshalb wir mit den Linien seiner Anzüge spielten. Ich hatte viel Spaß beim Entwickeln seines Looks, denn ich hatte die wunderbare Gelegenheit, ein paar wirklich schöne Kostüme zu entwerfen. Heath fuhr voll darauf ab. Er liebte die Absätze und die Spitze. Ich glaube, er empfand die Kostüme in gewisser Weise als Zuflucht. Heath hat sechs Jahre lang modernen Tanz studiert, deshalb bewegt er sich sehr gut, was die Kostüme erst recht toll aussehen lässt.“ Auf Ledgers Vorschlag legte Beavan die Outfits von Casanova so an, dass sie sich im Lauf der Geschichte von einer

 

Farbe zur nächsten veränderten. „Er hat also ein rotes, ein blaues und ein graues Outfit sowie ein paar andere“, meint Beavan. „Sie sind alle ziemlich beeindruckend und ziemlich scharf. Das ist der Casanova-Look. Wenn er sich entspannt, hängt sein Hemd aus der Hose und seine Strümpfe sind herabgerollt. Aber wenn Casanova ausgeht, dann weiß er, was sich gehört, und zieht sich entsprechend an.“

 

Andrea und Francesca Bruni, Mutter und Tochter, bilden rein stilistisch einen gezielten Kontrast. „Die Frauen in CASANOVA sind wunderbar starke Persönlichkeiten – entsprechend bereitete es mir große Freude, sie von Kopf bis Fuß einzukleiden“, sagt Beavan. „Francesca ist eine Gelehrte. Es liegt einfach nicht in ihrer Natur, sich großartig darum zu kümmern, was sie trägt. Also steckte ich sie in sehr einfache Kleider, die aber über ausgeprägte Konturen verfügen. Man könnte sie auf den ersten Blick für eine Bedienstete halten, aber was sie verrät, ist die Qualität der Stoffe. Ihre Mutter Andrea auf der anderen Seite liebt Mode ganz offensichtlich über alles. Und obwohl sie ihr Vermögen verloren haben und arm wie Kirchenmäuse sind, hat sie sich ein paar wunderbare Roben von damals aufgehoben, als sie noch wohlhabend waren. Ich finde, dass Sienna mit ihrem Look noch schöner aussieht, als wenn man sie zu sehr aufgeputzt hätte. Und Lena sieht ohnehin atemberaubend aus, egal was sie anzieht.“

 

Das Einkleiden der vermeintlich jungfräulichen Victoria, Casanovas Ehefrau in spe, die später seinen Untergang plant, erwies sich erneut als Herausforderung für Beavan. „Pink erschien mir als richtige Farbe für Victoria, die vielleicht die reinste Jungfrau von Venedig ist – oder vielleicht auch nicht“, sagt sie. „Natalie sah in Pink so aus, als würde sie nie eine andere Farbe tragen – deshalb war mein Instinkt offensichtlich richtig.“

 

Beavan genoss es auch, die männlichen Nebendarsteller einzukleiden – vor allem Jeremy Irons als Bischof Pucci, der in melodramatische Gewänder aus Purpur und Schwarz gewandet ist. „Wir entschieden uns für einen bürgerlichen Look für den detektivisch arbeitenden Pucci“, berichtet Beavan. „Wir kleideten ihn in Schwarz und legten ihm darüber einen außergewöhn-lichen Talar aus anglikanischem Purpur an, der wirklich ganz toll aussieht. Jeremy entschied sich außerdem zu einer passenden Weste, und wir fanden überdies einen ziemlich exzentrischen Hut für ihn. Und zu guter Letzt beschaffte ich ihm noch ein abgefahrenes Paar purpurner Handschuhe.“

Auf der anderen Seite des modischen Spektrums befindet sich Papprizzio, der „Schweinefett-König“, eine Figur, die man aufgrund ihrer komischen Rolle im Film durchaus übertrieben hätte einkleiden können. Aber in seinem Fall hielt es Beavan für angemessen, einen eher bodenständigen Look zu finden. „Tatsächlich war es ein interessanter Prozess, bis wir die richtige Balance für Papprizzio gefunden hatten“, erinnert sich die Kostümdesignerin. „Dies ist ein Mann, der eine Gondel versenken könnte, aber wir wollten ihn nicht zu lächerlich wirken lassen. Wenn er diese kecken Kleidungsstücke anlegt, verleiht das seiner Figur eine gewisse Balance. Ich fand Stoffe, die genau richtig für ihn waren: Sie sind ein bisschen grell und geschmacklos, ohne ihn wie einen Clown wirken zu lassen. Wir hatten viel Spaß mit Papprizzio. Wir entwarfen einen Fettanzug für ihn, der eher wie ein Käfig ist und deshalb nicht so aussieht, als würde er Kissen tragen. Er basiert auf einer Drahtstruktur, die den Anzug beweglich macht und ziemlich echt aussehen lässt.“

 

Während Beavan die Kostüme entwarf, kümmerte sich Maria Teresa Corridoni um Dutzende von verschwenderisch detaillierten Perücken, die von modisch bis komisch reichten und bisweilen auch nur den Zweck erfüllten, als Verkleidung zu dienen. „Maria ist die Beste ihres Fachs. Ihre Perücken sind phänomenal gut und einer der Gründe, warum der Film so toll aussieht“, lobt Beavan.

 

Der Höhepunkt für die Kostümabteilung war der gleiche wie für den Rest des Designteams: die Szenen während des Karnevals. Beavan hatte die Aufgabe, mehr als 500 Statisten mit Originalkostümen des 18. Jahrhunderts auszustatten. Dafür ließ sich Beavan Kleider und Kniehosen aus spezialisierten Häusern in London, Paris, Rom, Madrid, Wien, Mailand und Venedig selbst anliefern. Obwohl die Theatralik des Karnevals berücksichtigt wurde, war aber auch bei diesen Szenen Authentizität oberstes Gebot. „Man sieht da keine glitzernden, dekorierten Masken – der Look ist eher gespenstisch und sinister“, merkt Beavan an.

 

Bei den Karnevalszenen hatte Beavan auch eine ausgezeichnete Gelegenheit, auf aufregende Weise mit Motiven der Identität zu spielen, denn hier beginnen die Figuren, die alle ihre ganz persönlichen Zielsetzungen haben, in die Haut anderer Charaktere zu schlüpfen. „Francescas Kleidungsstil ist so simpel, dass sie auch dann großartig aussieht, wenn sie in ein Männeroutfit steigt. Als Casanova sich als Papprizzio ausgibt, steckte ich ihn in ein sehr üppiges Kostüm. Ich wollte, dass das Publikum glaubt, dass andere sie womöglich für die Personen, in deren Identität sie schlüpfen, halten könnten. Aber ich wollte auch nicht zu weit gehen“, gesteht Beavan. „Uns war vor allem eines immer wichtig: die Balance zwischen riesigem Spaß und absoluter Wahrhaftigkeit.“

 

Casanovas Erbe:

Ein kurzer Abriss der Geschichte einer Legende

 

Einerseits nimmt sich CASANOVA große künstlerische Freiheiten und betritt Neuland, indem Lasse Hallström ihn als romantischen Helden zeichnet, der sich in eine Frau verliebt, die ihn zunächst abblitzen lässt. Andererseits bediente sich der Film freizügig bei zahlreichen überlieferten Anekdoten und Einzelheiten seines Erbes. Als Inhalt zahlreicher Romane, Stücke und Filme ist Casanova einer der faszinierendsten Mythen  unserer Zeit. Aber es gibt auch einen Casanova hinter dem Mythos, einen realen Mann mit einer sehr echten Geschichte – er war Spion, Soldat, Diplomat, Autor und Abenteurer, der zum Inbegriff des Mannes wurde, der sein Leben bis zum Äußersten ausschöpft. Seine Memoiren gestatten einen unterhaltsamen Einblick in seine romantischen Eskapaden. Gleichzeitig sind sie ein faszinierender Schnappschuss der Ära der Aufklärung und zeigen einen Mann, der die Grenzen des menschlich Erlebbaren weit über das Äußerste verschiebt.

 

Wer war Casanova?

Hier einige Tatsachen:

 

• Giacomo Casanova wurde 1725 in Venedig geboren. Sein Vater war Schauspieler und seine Mutter eine Schauspielerin, deren Schönheit in ganz Europa bekannt war. Als Kind kränkelte er und wurde von unentwegtem Nasenbluten geplagt. Nicht zuletzt deshalb war er stets von starken Frauen umgeben, die ihn pflegten und prägten.

 

• Schon früh gab es Anzeichen von Brillanz. Casanova studierte an der Universität von Padua und schrieb sich ins Seminar in St. Cyprian ein, um eine Laufbahn als Priester einzuschlagen. Von dort wurde er wegen seines skandalösen Verhaltens und amouröser Abenteuer ausgeschlossen. 1741 machte er seinen Doktor als Jurist.

 

• 1744 wurde er Sekretär des Kardinals Acquaviva von Rom, bis ihn weitere Skandale zwangen, die Stadt zu verlassen. Er kehrte schließlich nach Venedig zurück.

 

• Casanova hatte in mehreren Ländern Jobs als Violinist, Geistlicher, Sekretär und Soldat. Außerdem schrieb er wie besessen und veröffentlichte Theaterstücke, Romane, Gedichte und Pamphlete. Sein berühmtestes Werk sollte jedoch seine epische Autobiographie werden: „Die Geschichte meines Lebens“.

 

• 1749 lernte Casanova seine erste große Liebe kennen, Henriette. Über sie schrieb er: „Menschen, die glauben, dass eine Frau nicht ausreicht, einen Mann über 24 Stunden am Tag gleichermaßen glücklich zu machen, kennen Henriette nicht.“ Sie verließ ihn mit gebrochenem Herzen.

 

• Nachdem er mehrere Jahre von der Inquisition gejagt worden war, wurde Casanova 1755 wegen Hexerei verhaftet. All seine Manuskripte wurden konfisziert. Er wurde zu fünf Jahren Verlies verurteilt. Doch es gelang ihm eine spektakuläre Flucht, die ihn nach Paris führte, wo er als Berühmtheit gefeiert wurde. Er gewann ein Vermögen in der Lotterie und setzte seine Abenteuer in ganz Europa fort.

 

• Casanova starb am 4. Juni 1798 in seinem Schloss in Dux, das in der heutigen Tschechischen Republik liegt. Nach seinem Tod wurde er noch berühmter, als Symbol der unerschütterlichen Suche nach Romantik und wegen seiner Fähigkeiten als unwiderstehlicher Liebhaber.

 

• Zu den Filmen, die über Casanovas Leben und Lieben gedreht wurden, gehören Alfred Deesys CASANOVA von 1918, Alexandre Volkoffs CASANOVA – THE LOVES OF CASANOVA von 1927, die Bob-Hope-Komödie CASANOVA’S BIG NIGHT von 1954, CASANOVA ’70 mit Marcello Mastroianni und Federico Fellinis CASANOVA von 1976 mit Donald Sutherland.

 

DIE DARSTELLER

 

HEATH LEDGER

als

Casanova

 

HEATH LEDGER sah man zuletzt in THE BROTHERS GRIMM („Brothers Grimm“, 2005) mit Matt Damon sowie in Catherine Hardwickes Skateboard-Drama LORDS OF DOGTOWN („Dogtown Boys“, 2005). 2006 wird er bei uns in Ang Lees BROKEBACK MOUNTAIN (2005) mit Jake Gyllenhaal zu sehen sein. Anfang 2005 kehrte Ledger für den Film CANDY (2005) nach Australien zurück, wo er neben Geoffrey Rush agierte.

 

Ledger ist gebürtiger Australier und startete seine Schauspielkarriere im Alter von zehn Jahren in seiner Heimatstadt Perth. In den USA schlägt er seit den späten 90er Jahren hohe Wellen. Seine Karriere begann, als er sich bei einer lokalen Theatergruppe einschrieb. Während er erste Erfahrungen auf der Bühne sammelte, wurde er vom Fernsehen entdeckt. Ledgers Arbeit in australischen TV-Serien umfasst „Clowning Around“, „Bush Patrol“, „Corrigan“, „Ship to Shore“ und „Home and Away“. Ledger wurde außerdem Mitglied zweier angesehener australischer Theater-Companys, der Globe Shakespeare Company und der Midnight Youth Acting Company. Erste Rollen in australischen Filmproduktionen folgten. Dazu zählen BLACKROCK (1997), PAWS („P.C. – Ein Genie auf vier Pfoten“, 1997) und in TWO HANDS („Two Hands“, 1999).
1997 landete Ledger eine Hauptrolle in seiner ersten amerikanischen TV-Serie „Roar“ für Universal und FOX Television. Die neu besetzte mittlere Staffel, in der auch „Felicity“ Keri Russell mitwirkte, wurde in Queensland in Australien gedreht. Direkt nach der Serie unterzeichnete er bei seinem ersten amerikanischen Agenten und zog in die Vereinigten Staaten.

 

2003 war Ledger in Regisseur Gregor Jordans NED KELLY („Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly“, 2003) in der Hauptrolle des Outlaws Ned Kelly zu sehen, dem berühmten Revolverhelden, der die Kelly-Gang gründete und zwischen 1878 und 1880 mehrere Bankraube verübte. Ledger spielte außerdem in THE FOUR FEATHERS („Die vier Federn“, 2002) unter der Regie von Shekhar Kapurn, THE ORDER (Sin Eater – Die Seele des Bösen, 2003), in A KNIGHT’S TALE („Ritter aus Leidenschaft“, 2001), dem von der Kritik gefeierten MONSTER’S BALL („Monster´s Ball, 2001), THE PATRIOT („ Der Patriot“, 2000) neben Mel Gibson und in 10 THINGS I HATE ABOUT YOU („10 Dinge, die ich an Dir hasse“, 1999).

 

SIENNA MILLER

als

Francesca Bruni

 

SIENNA MILLER ist gerade einmal 23 Jahre alt, hat sich aber mit ihrem vielseitigen Talent in Film, Fernsehen und Theater längst einen Namen gemacht. Nach ihrer Ausbildung am Lee Strasberg Institute in New York begeisterte sie die Öffentlichkeit in der BBC-Komödie „Bedtime“ und sicherte sich danach blendende Kritiken für ihre Darstellung der Fiona in der amerikanischen Fernsehserie „Keen Eddie“. Auf der Leinwand erlebte man Miller in Matthew Vaughns LAYER CAKE („Layer Cake“, 2004) mit dem neuen James Bond, Daniel Craig, sowie in ALFIE („Alfie“, 2004), dem Remake des Klassikers aus den 60er Jahren mit Jude Law und Susan Sarandon.

 

JEREMY IRONS

als

Bischof Pucci

 

JEREMY IRONS begann seine Karriere in England im Theater am Bristol Old Vic und gab sein London-Debüt in „Godspell“ als Johannes der Täufer. Seine Arbeit im West End und in Stratford Upon Avon kulminierte in seiner Darstellung in „Richard II“ für die Royal Shakespeare Company. Sein Broadway-Debüt war Tom Stoppards „The Real Thing“ mit Glenn Close, das ihm einen Drama League Award und einen Tony Award als bester Schauspieler einbrachte.

 

Irons hat auch viele Fernsehrollen gespielt. Vor allem „Love for Lydia“ und Christopher Hamptons „Tales from Hollywood“ waren Sternstunden. Seine Rolle in „Brideshead Revisited“ war es jedoch, die ihm weltweiten Ruhm einbrachte und Nominierungen für einen Emmy Award, den BAFTA Award und einen Golden Globe bescherte. 1996 inszenierte er mit sich und seiner Ehefrau Sinead Cusack in den Hauptrollen den Channel-4-Film „Mirad, A Boy from Bosnia“ über Flüchtlingskinder, der von Ad De Bont geschrieben wurde.

 

Auf der Leinwand erlebte man Jeremy Irons in Filmen wie Jerzy Skolimowskis MOONLIGHTING („Schwarzarbeit“, 1982), Harold Pinters BETRAYAL („Betrug“, 1983), Volker Schlöndorffs UN AMOUR DE SWANN („Eine Liebe von Swann“, 1984) und THE MISSION („Mission“, 1985) mit Robert De Niro. An der Seite von Meryl Streep war Irons davor in THE FRENCH LIEUTENANT’S WOMAN („Die Frau des französischen Leutnants“, 1981) zu sehen. Dafür erhielt er den Variety Club Award als bester Schauspieler und eine BAFTA-Nominierung. Mit seinem Sohn Sam spielte er in Roald Dahls DANNY, CHAMPION OF THE WORLD („Danny der Champion“, 1989). Seine fabelhafte Rolle in David Cronenbergs DEAD RINGERS („Die Unzertrennlichen“, 1988) brachte ihm den Darstellerpreis der New Yorker Filmkritiker und einen kanadischen Genie Award ein. Mit Glenn Close trat Irons im Anschluss in REVERSAL OF FORTUNE („Die Affäre der Sunny von B.“, 1990) auf. Seine Darstellung des Claus von Bülow bescherte ihm höchste Ehren: Er wurde mit einem Oscar® und einem Golden Globe ausgezeichnet.

 

Irons arbeitete danach an Steven Soderberghs KAFKA („Kafka“, 1991), David Cronenbergs M. BUTTERFLY („M. Butterfly“, 1993) und Bille Augusts THE HOUSE OF THE SPIRITS („Das Geisterhaus“, 1993), in dem er wieder mit Meryl Streep sowie Glenn Close spielte. 1994 lieh er dem bösen Löwen Scar in Disneys Zeichentrickfilm THE LION KING („Der König der Löwen“, 1994) seine Stimme. Danach gönnte er sich den Part des Bösewichts in DIE HARD WITH A VENGEANCE („Stirb langsam – Jetzt erst recht“, 1995) mit Bruce Willis und spielte für Bernardo Bertolucci in STEALING BEAUTY („Gefühl und Verführung“, 1996) mit Liv Tyler.

Irons neuere Filmarbeiten umfassen Wayne Wangs CHINESE BOX („Chinese Box“, 1997) und MAN IN THE IRON MASK („Der Mann in der eisernen Maske“, 1998),

 

in dem er mit Gérard Depardieu, Leonardo DiCaprio und John Malkovich vor der Kamera stand. In Adrian Lynes überaus kontroversem Film LOLITA („Lolita“, 1997) spielte er den Humbert Humbert. Im Jahr 2001 drehte Jeremy Irons nicht weniger als vier Filme: AND NOW... LADIES AND GENTLEMAN (2002) von Claude Lelouch, die H.G.-Wells-Verfilmung THE TIME MACHINE („Time Machine“, 2002), Franco Zeffirellis CALLAS FOREVER (2002) und die Showtime-Produktion „Last Call“ von Henry Bromell mit Neve Campbell. 2003 wagte sich Jeremy Irons in der New-York-City-Produktion von Stephen Sondheims „A Little Night Music“ in der Rolle des Frederik unter der Regie von Scott Ellis auf die Bühne. Außerdem hatte er eine Hauptrolle in Istvan Szabos BEING JULIA („Being Julia“, 2004) mit Annette Bening.

 

2004 folgte auch sein Auftritt als Antonio in Michael Radfords Filmversion von Shakespeares THE MERCHANT OF VENICE („Der Kaufmann von Venedig“, 2004) mit Al Pacino. Im Frühjahr 2005 folgte die Kinoauswertung von Ridley Scotts Epos KINGDOM OF HEAVEN („Königreich der Himmel“, 2005), in dem Irons neben Orlando Bloom spielte. Gerade hat Irons Nina Mimicas MATHILDE (2006) abgedreht. Im Sommer kann die HBO-Miniserie „Elizabeth I“ mit Helen Mirren dazu. Außerdem spielte er im August den King Arthur in „Camelot“ im Hollywood Bowl. Gegenwärtig steht Jeremy Irons in Stefen Fangmeiers Fantasy-Epos ERAGON („Eragon“, 2006) vor der Kamera.

 

 

OLIVER PLATT

als

Papprizzio

 

Der Emmy-nominierte Schauspieler OLIVER PLATT spielte eine Hauptrolle als Russell neben Hank Azaria in der Showtime-Serie „Huff“. Platt kann auf beachtliche Erfolge in Film, Fernsehen und Theater verweisen. Zu seinen Filmarbeiten zählen FUNNY BONES („Funny Bones“, 1995), BULWORTH („Bulworth“, 1998), MARRIED TO THE MOB („Die Mafiosi-Braut“, 1988), WORKING GIRL („Die Waffen der Frauen“, 1988), FLATLINERS („Flatliners – Heute ist ein schöner Tag zum Sterben“, 1990), POSTCARDS FROM THE EDGE („Grüße aus Hollywood“, 1990), INDECENT PROPOSAL („Ein unmoralisches Angebot“, 1993), THE THREE MUSKETEERS („Die drei Musketiere“, 1993), A TIME TO KILL („Die Jury“, 1996), DOCTOR DOLITTLE („Doctor Dolittle“, 1998), SIMON BIRCH („Über Gürteltiere, Simon und mich“, 1998), LAKE PLACID („Lake Placid“, 1999) und DON’T SAY A WORD („Sag kein Wort“, 2001). Unlängst erhielt er blendende Kritiken für PIECES OF APRIL („Pieces of April – Ein Tag mit April Burns“, 2003). In Kürze sieht man Platt in Harold Ramis’ THE ICE HARVEST (2005).

 

Platt feierte sein Debüt als Filmproduzent mit dem Independentfilm BIG NIGHT („Big Night – Nacht der Genüsse“, 1996), bei dem die Schauspielerkollegen Campbell Scott und Stanley Tucci als Ko-Regisseure in Erscheinung traten. Später schloss sich Platt noch einmal mit Tucci für THE IMPOSTERS (1998) zusammen. Im Fernsehen erhielt er eine Emmy-Nominierung als herausragender Gastdarsteller in der erfolgsserie „The West Wing“ für seine Rolle als Weißer-Haus-Berater Oliver Babish.

 

Oliver Platt absolvierte die Tufts University und machte seinen Abschluss in Drama. Direkt danach begann er mit seiner Arbeit an regionalen Theatern sowie am Off-Broadway, wo man ihn in Produktionen von „The Tempest“ und John Guares „Moon Over Miami“ erleben konnte. Außerdem spielte er in der Lincoln-Center-Produktion von „UBU“ und Jules Feiffers „Elliot Loves“, inszeniert von Mike Nichols. Zuletzt erhielt Platt begeis-terte Besprechungen für seine Darstellung des Toby Belch in Brian Kulicks Produktion von „Twelfth Night“. Platt ist der Sohn eines Diplomaten und wurde in Washington D.C. geboren. Aufgrund der Beschäftigung seines Vaters verbrachte er Teile seiner Kindheit in Asien und dem Nahen Osten. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in New York.

 

 

LENA OLIN

als

Andrea Bruni

 

Die Schwedin LENA OLIN ist eine Oscar®-nominierte Schauspielerin, die mit ihrer Schönheit und ungewöhnlichem Talent sowohl Publikum als auch die Kritik in ihren Bann schlägt. Im Fernsehen sah man sie zuletzt in der Erfolgsserie „Alias“ an der Seite von Jennifer Garner und Victor Garber.

 

Im Kino spielte sie zuletzt in HOLLYWOOD HOMICIDE („Hollywood Cops“, 2003) an der Seite von Harrison Ford. Zudem gehörte sie dem Ensemble-Cast von THE UNITED STATES OF LELAND (2003) an, in dem auch Kevin Spacey und Don Cheadle vertreten waren.

 

Ihren Durchbruch in Amerika feierte Olin in Philip Kaufmans THE UNBEARABLE LIGHTNESS OF BEING („Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“, 1988) an der Seite von Daniel Day Lewis und Juliette Binoche. Auf ENEMIES: A LOVE STORY („Feinde – Eine Liebesgeschichte“, 1989), für den sie eine Oscar®-Nominierung als beste Nebendarstellerin sowie eine Auszeichnung der New Yorker Filmkritiker erhielt, folgten Hauptrollen neben Robert Redford in HAVANA („Havanna“, 1990) und Richard Gere in MR. JONES („Mr. Jones“, 1993). Neben Johnny Depp und Juliette Binoche spielte sie in Lasse Hallströms CHOCOLAT („Chocolat“, 2000). Weitere Filmauftritte umfassen ROMEO IS BLEEDING („Romeo is bleeding“, 1994), THE NIGHT AND THE MOMENT (1994), NIGHT FALLS ON MANHATTAN („Nacht über Manhattan“, 1996), POLISH WEDDING („Polish Wedding“, 1998), MYSTERY MEN („Mystery Men“, 1999) und THE NINTH GATE („Die neunte Pforte“, 1999). Zudem war sie in Ingmar Bergmans FANNY OCH ALEXANDRE (Fanny und Alexander, 1982) zu sehen, der sie international bekannt machte.

 

Olin wurde am Königlichen Dramatischen Theater in Stockholm ausgebildet, wo sie für Ingmar Bergman in „A Dream Play“ und „König Lear“ auf der Bühne stand. Weitere Rollen in dem angesehenen Theater hatte sie in „The Alchemist“, „Paradisbarnen“, „Juno and the Paycock“, „Groß und klein“, „Servitore Di Due Padrone“, „Restoration“, „Nattvarden“, „Summer“ und „The Master and Margarita“. Außerdem trat sie in Strindbergs „Miss Julie“ an der Brooklyn Academy of Music auf, erneut unter der Regie von Ingmar Bergman.

 

DER STAB

 

LASSE HALLSTRÖM

Regie

 

Die jüngste Regiearbeit von LASSE HALLSTRÖM ist AN UNFINISHED LIFE („Ein ungezähmtes Leben“, 2005). Im Februar 2002 nahm er mit seiner E.-Annie-Proulx-Adaption THE SHIPPING NEWS („Schiffsmeldungen“, 2001) am Wettbewerb der Berlinale teil. Davor feierte er einen großen Erfolg mit CHOCOLAT („Chocolat“, 2000). Die Verfilmung von Joanna Harris’ Bestseller mit Juliette Binoche, Johnny Depp und Judi Dench lief ebenfalls auf der Berlinale und wurde mit insgesamt fünf Oscar®-Nominierungen bedacht, darunter als bester Regisseur. Eine weitere Regie-Nominierung bei den Academy Awards erhielt er für seine Arbeit an THE CIDER HOUSE RULES („Gottes Werk und Teufels Beitrag“, 1999), in dem Tobey Maguire, Charlize Theron und Michael Caine die Hauptrollen spielten.

 

Der schwedische Filmemacher fiel im Ausland erstmals 1985 auf, mit seinem Film MITT LIV SOM HUND („Mein Leben als Hund“, 1985), der Hallström Oscar®-Nominierungen als bester Regisseur und für das beste Drehbuch bescherte. Der Film gewann einen Golden Globe als bester fremdsprachiger Film und wurde von den New Yorker Filmkritikern zum besten ausländischen Film gewählt. Danach gab er mit ONCE AROUND („Ein charmantes Ekel“, 1991) sein amerikanisches Debüt, eine romantische Komödie mit Holly Hunter als problembelastete Frau aus Boston, die sich in einen unmöglichen Millionär, gespielt von Richard Dreyfuss, verliebt. 1993 führte Hallström Regie bei WHAT’S EATING GILBERT GRAPE? („Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“), die ungewöhnliche Geschichte eines jungen Mannes, der die unkonventionelle Grape-Familie beisammenhält. Der Film machte Leonardo DiCaprio bekannt, der eine Oscar®-Nominierung für seine Darstellung von Johnny Depps autistischem Bruder erhielt. SOMETHING TO TALK ABOUT („The Power of Love“, 1995) folgte. In dieser Geschichte über zwei Generationen einer lebhaften Südstaatenfamilie spielen Julia Roberts, Dennis Quaid, Gena Rowlands, Robert Duvall und Kyra Sedgwick.

 

Seine Karriere begann Lasse Hallström in den frühen siebziger Jahren in seinem Heimatland Schweden, wo er im Fernsehen Stoffe wie „Ska vi gå hem till dej eller till mej eller var och en till sitt?“ realisierte. Dazu kamen frühe Musikvideos, vor allem für die berühmte schwedische Popband ABBA. 1977 drehte und schnitt Hallström ABBA: THE MOVIE („ABBA – Der Film). Im Anschluss folgten weitere Filmarbeiten wie die dramatische Komödie JAG ÄR MED BARN („Vater sein dagegen sehr“, 1979) und die Astrid-Lindgren-Verfilmung ALLA VI BARN I BULLERBYN („Wir Kinder aus Bullerbü“, 1986).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KIMBERLY SIMI

Drehbuch und Idee

 

KIMBERLY SIMI wuchs in der San Francisco Bay Area auf. Sie machte ihre Abschlüsse an der UC Berkeley, dem USC Law Center und der UCLA. Sie arbeitete als Anwältin, bis sie ihr Drehbuch zu CASANOVA verkaufen konnte. Seither arbeitet sie als professionelle Autorin und entwickelt gegenwärtig Stoffe für Film und Fernsehen. Sie spricht Italienisch und Französisch fließend.

 

Kimberly Simi lebt mit ihrem Ehemann, dem TV-Manager Chris Ottinger und einem großen Schäferhund namens Rosie in Los Angeles. Sooft sie können, gehen sie in San Diego zum Surfen oder verbringen ihre Zeit im Anselmo Vigne in Napa Valley, dem Weingut ihrer Familie.

 

JEFFREY HATCHER

Drehbuch

 

JEFFREY HATCHER ist einer der produktivsten und meistproduzierten Stückeschreiber Amerikas. Erst vor kurzem adaptierte er sein eigenes Stück „Compleat Stage Beauty“ unter dem Titel STAGE BEAUTY („Stage Beauty“, 2004) für die Leinwand. Unter der Regie von Richard Eyre spielten Billy Crudup und Claire Danes.

Nach einer kurzen Laufbahn als Bühnenschauspieler wandte sich Hatcher dem Schreiben zu. Seine zahlreichen prämierten Stücke wurden am Broadway, Off-Broadway und in lokalen Theatern in ganz Amerika und im Ausland aufgeführt. Zu seinen Arbeiten zählen „Three Viewings“, „Scotland Road“, „Korczak’s Children“, „A Picasso“, „Mercy of a Storm“, „Work Song“ (mit Eric Simonson) und „Lucky Duck“ (mit Bill Russell und Henry Krieger). Außerdem verfasste Hatcher das Buch zu dem Broadway-Musical „Never Gonna Dance“, das auf dem Film SWING TIME („Walzer aus Amerika“, 1936) mit Fred Astaire und Ginger Rogers basiert, und er war der Koautor der Bühnenfassung des Bestsellers „Tuesdays With Morrie“. Gegenwärtig arbeitet er an Drehbüchern für Columbia Pictures, Warner Bros. und Focus Features sowie an einem Pilotfilm für HBO.

 

MICHAEL CHRISTOFER

Idee

 

MICHAEL CHRISTOFER ist ein prämierter Theaterautor, Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur für Film, Fernsehen und Theater. Er gewann einen Pulitzer-Preis und einen Tony Award für die Broadway-Produktion seines Stückes „The Shadow Box“ und einen Golden Globe sowie eine Emmy-Nominierung für die TV-Adaption des Stücks, die von Paul Newman mit Joanne Woodward in der Hauptrolle inszeniert wurde. 1998 gab er sein Regiedebüt mit der HBO-Produktion „Gia“ mit Angelina Jolie in der Hauptrolle, die sich sechs Emmy-Nominierungen sichern konnte. Außerdem gewann Jolie einen Golden Globe und Christofer einen Directors Guild of America Award.

 

Christofer hat viel als Schauspieler auf der Bühne gearbeitet. Dazu zählt eine Rolle in der Roundhouse-Theatre-Produktion von „Hamlet“ mit Stephen Lang. Einen Obie Award gewann er für seinen Auftritt in „Chinchilla“ im Phoenix Theatre. Dazu kommt ein Theater World Award für seine Darstellung des Trofimov in der Lincoln-Center-Produktion von „The Cherry Orchard“.

 

Zu Christofers Drehbucharbeiten zählen Ulu Grosbards FALLING IN LOVE („Der Liebe verfallen“, 1984) mit Meryl Streep und Robert De Niro, die Adaption von John Updikes Bestseller THE WITCHES OF EASTWICK („Die Hexen von Eastwick“, 1987) für Regisseur George Miller, der sie mit Jack Nicholson, Michelle Pfeiffer, Susan Sarandon und Cher verfilmte, sowie die Adaption von Tom Wolfes Bestseller THE BONFIRE OF THE VANITIES („Fegefeuer der Eitelkeiten“, 1990). Außerdem schrieb er MR. JONES („Mr. Jones“, 1993) mit Richard Gere, die romantische Komödie BREAKING UP (1997) und ORIGINAL SIN („Original Sin“, 2001) – nach Vorlage von Cornell Woolrich – mit Angelina Jolie und Antonio Banderas.

 

Acht Jahre lang war Michael Christofer künstlerischer Berater und schließlich künstlerischer Ko-Leiter der Theatergruppe River Arts Company, die die amerikanische Premiere von Edward Albees „Three Tall Women“ und neue Stücke von Autoren wie Richard Neslon, Mac Wellman, Len Jenkin, Eric Obermeyer und anderen produzierte. Bei River Arts schrieb Christofer Bühnenadaptionen der Filme LOVE ME OR LEAVE ME („Tyrannische Liebe“, 1955) und des legendären CASABLANCA („Casablanca“, 1944). Außerdem inszenierte er Joanne Woodward in seiner eigenen Fassung von Ibsens „Geister“.

 

 

 

MARK GORDON

Produktion

 

MARK GORDON hat mehr als 50 Filme und Fernsehprogramme produziert, finanziert und in Umlauf gebracht. Damit hat er ein weltweites Boxoffice von mehr als drei Milliarden Dollar generiert.

Gegenwärtig produziert Gordon Lasse Hallströms neuen Film THE HOAX (2006) mit Richard Gere, John Currans PAINTED VEIL (2006) mit Edward Norton und Naomi Watts, die Erfolgsserie „Grey’s Anatomy“ sowie „Criminal Minds“ mit Mandy Patinkin, die seit Herbst bei CBS ausgestrahlt wird.

 

Seine jüngsten Filmarbeiten umfassen Roland Emmerichs THE DAY AFTER TOMORROW („The Day After Tomorrow“, 2004) mit Jake Gyllenhaal und Dennis Quaid, Florent Siris HOSTAGE („Hostage – Entführt“, 2005) mit Bruce Willis, WINTER PASSING (2005) mit Will Ferrell und Ed Harris, THE MATADOR (2005) mit Pierce Brosnan, Ben Youngers PRIME (2005) mit Meryl Streep und Uma Thurman sowie das HBO-Projekt „Warm Springs“ mit Kenneth Branagh als Franklin D. Roosevelt, das 16 Emmy-Nominierungen, unter anderem als herausragendes TV-Movie, erhielt.

 

Als Produzent arbeitete Gordon in der Vergangenheit an Filmen wie Roland Emmerichs THE PATRIOT („Mel Gibson – Der Patriot“, 2000), SAVING PRIVATE RYAN („Der Soldat James Ryan“, 1998) von Steven Spielberg mit Tom Hanks, John Woos BROKEN ARROW („Operation Broken Arrow“, 1996) mit John Travolta sowie Jan De Bonts SPEED („Speed“, 1994), der Keanu Reeves über Nacht zum Superstar machte.

 

In seiner Eigenschaft als ausführender Produzent, Finanzier und internationaler Distribuent war Gordon beteiligt an Simon Wests TOMB RAIDER („Lara Croft – Tomb Raider“, 2001) mit Angelina Jolie, Curtis Hansons WONDER BOYS („Die Wonder Boys“, 2000) mit Michael Douglas, Milos Formans MAN ON THE MOON („Der Mondmann“, 1999) mit Jim Carrey, Sam Raimis A SIMPLE PLAN („Ein einfacher Plan“, 1998), Mike Nichols’ PRIMARY COLORS („Mit aller Macht – Primary Colors“, 1998) mit John Travolta sowie THE JACKAL („Der Schakal“, 1997) mit Bruce Willis und Richard Gere.

 

Gordon hat mehr als ein Dutzend Filme für das Fernsehen produziert. Dazu zählen das HBO-Projekt „And Starring Pancho Villa As Himself“, der von Bruce Beresford mit Antonio Banderas in der Hauptrolle inszeniert wurde und neun Emmy-Nominierungen sammelte. Er war Regisseur von „Nothing But the Sun“, eine Reise durch den Holocaust, gesehen mit den Augen von Kindern, für den es eine Emmy-Nominierung gab. „The War Between the Classes“ brachte Gordon einen Emmy für das beste Kinderprogramm ein.

 

Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählen ein Golden Globe für den besten Film und eine Oscar®-Nominierung in derselben Kategorie für SAVING PRIVATE RYAN. Der Film wurde außerdem von den Filmkritikern in New York, Chicago und Los Angeles ausgezeichnet. Von der Producers Guild of America wurde Gordon mit dem Daryl F. Zanuck Producer of the Year Award geehrt. Und er erhielt einen BAFTA Award für PAULIE: A PARROT’S TALE („Paulie – Ein Plappermaul geht seinen Weg“, 1998) als bester Kinderfilm.

Gordon sitzt im Aufsichtsrat der Producers Guild of America, des Virginia Film Festivals und ist Vorstandsvorsitzender von Teach for America, Los Angeles.

Seine erste Produktionsarbeit war die Off-Broadway-Produktion „The Buddy System“ am Circle in the Square. Er ist Absolvent der New York University Film School.

 

 

 

BETSY BEERS

Produktion

 

BETSY BEERS ist Managerin bei der Mark Gordon Company. Dort entwickelt und produziert sie Spielfilme und Fernsehprojekte. Gegenwärtig arbeitet sie als ausführende Produzentin an der Erfolgsserie „Grey’s Anatomy“.

 

Davor war Beers Präsidentin der Produktionsfirma von Mike Newell, Dogstar Films, wo sie 200 CIGARETTES („Eine Nacht in New York“, 1999) mit Ben Affleck und Dave Chappelle sowie BEST LAID PLANS („Best Laid Plans“, 1999) mit Reese Witherspoon – nach einem Drehbuch von Ted Griffin – produzierte. Außerdem entwickelte sie HIGH FIDELITY („High Fidelity“, 2000) von Regisseur Stephen Frears mit John Cusack sowie PUSHING TIN („Turbulenzen – und andere Katastrophen“, 1999) mit John Cusack, Angelina Jolie und Cate Blanchett.

 

Beers war während ihrer Zeit bei Valhalla Motion Pictures außerdem mit Gale Ann Hurd ausführende Produzentin von Filmen wie SAFE PASSAGE („Safe Passage“, 1994) und WITCH HUNT („Magic Murder“, 1994).

 

 

 

LESLIE HOLLERAN

Produktion

 

LESLIE HOLLERAN ist seit 1993 Lasse Hallströms Produktionspartnerin. Neben CASANOVA arbeitete das Duo unlängst an AN UNFINISHED LIFE („Ein ungezähmtes Leben“, 2005), geschrieben von Mark und Virginia Spragg und mit Robert Redford, Morgan Freeman und Jennifer Lopez in den Hauptrollen. Das Paar kooperierte überdies bei den gefeierten Leinwandversionen von E. Annie Proulx’ Pulitzer-Preis-prämiertem Roman THE SHIPPING NEWS („Schiffsmeldungen“, 2001) und Joanne Harris’ Bestseller CHOCOLAT („Chocolat“, 2000), für den sie sich eine Oscar®-Nominierung sicherte. Davor war sie Koproduzentin von Hallströms THE CIDER HOUSE RULES („Gottes Werk und Teufels Beitrag“, 1999), der auf John Irvings Roman basiert. Der Film erhielt sieben Academy-Award®-Nominierungen, darunter als bester Film und für das beste Drehbuch. Gemeinsam haben Holleran und Hallström nun die Produktion von THE HOAX (2006) nach dem Skript von Bill Wheeler begonnen, basierend auf dem Buch von Clifford Irving über seinen Versuch, eine von ihm gefälschte Autobiographie von Howard Hughes zu veröffentlichen. In den Hauptrollen spielen Richard Gere und Alfred Molina.

 

Im Verlauf ihrer kreativen Partnerschaft haben Holleran und Hallström verschiedene Projekte entwickelt, darunter SEBASTIAN’S LOVE, eine von ihnen verfasste Adaption eines dänischen Romans von Vita Andersen. In aktiver Entwicklung befinden sich außerdem DAUGHTER OF THE QUEEN OF SHEBA nach den Memoiren von NPR-Korrespondent Jacki Lyden, BOMBSHELL über die wahre Geschichte des moralischen Dilemmas eines Mannes in Los Alamos sowie eine Neufassung von Gershwins berühmter Oper PORGY AND BESS. Zudem entwickelt Holleran NIKE nach dem Buch von Nicholas Flokos und MAGDALENA nach dem Roman „Kissing the Virgin’s Mouth“ von Donna M. Gershten, Drehbuch von Virginia Korus Spragg.

 

 

 

SU ARMSTRONG

Ausführende Produktion

 

SU ARMSTRONG überwachte eine Reihe von Produktionen. Dazu zählen CRIMSON TIDE („Crimson Tide – In tiefster Gefahr“, 1995), DANGEROUS MINDS („Dangerous Minds – Wilde Gedanken“, 1995), THE SANTA CLAUSE („Santa Clause – Eine schöne Bescherung“, 1994), UNSTRUNG HEROES („Entfesselte Helden“, 1995), FUNNY BONES („Funny Bones“, 1995), JACK („Jack“, 1996), SPY HARD („Agent 00“, 1996) und THE ROCK („The Rock – Fels der Entscheidung“, 1996), die sie während ihrer Zeit als Produktions-vizepräsidentin bei Hollywood/Walt Disney Pictures betreute. Außerdem war Su Armstrong einer der ausführenden Produzenten des Films GOOD WILL HUNTING („Good Will Hunting“, 1997), der mehr als ein Dutzend Preise gewinnen konnte, darunter Oscars® für das beste Drehbuch und den besten Nebendarsteller, einen Golden Globe für das beste Drehbuch und den Golden Laurel Award der PGA für den Filmproduzenten des Jahres.

 

Weitere Arbeiten umfassen: „The Last of the Blonde Bombshells“ für Working Title Television, der Emmy-nominierte und Golden-Globe-prämierte „RKO 281“ für HBO, „Shot Through the Heart“ für HBO und – als Koproduzentin – THE PUNISHER („The Punisher“, 2004). Außerdem war sie die für die Durchführung der Produktion zuständige Managerin von George Millers MAD MAX: BEYOND THUNDERDOME („Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“, 1985). Als Produktionsleiterin arbeitete sie an Peter Weirs GALLIPOLI („Gallipoli“, 1981) und als Line-Producerin an Wim Wenders’ UNTIL THE END OF THE WORLD („Bis ans Ende der Welt“, 1989). Außerdem war Su Armstrong ausführende Produzentin von QUEEN OF THE DAMNED („Königin der Verdammten“, 2002), ELLA ENCHANTED („Ella – Verflixt & zauberhaft“, 2004) und AN UNFINISHED LIFE („Ein ungezähmtes Leben“, 2005).

 

ADAM MERINS

Ausführende Produktion

 

ADAM MERINS gründete Go Mode Entertainment im Jahr 1999, um sich um die Herstellung von unabhängigen Filmen und Studioproduktionen zu kümmern. Unlängst war er ausführender Produzent von THE MATADOR (2005) mit Pierce Brosnan, Greg Kinnear und Hope Davis. Außerdem arbeitete er in gleicher Funktion an HOUSE OF D. (2004).

 

Merims war Produzent des von der Kritik gelobten SHATTERED GLASS (2003) und Ed Solomons LEVITY (2002), der im Jahr 2003 das Sundance Film Festival eröffnete und von Sony Classics in die US-Kinos gebracht wurde. Zudem war er Produzent von LOVE STINKS („Liebe? Lieber nicht“, 1999) sowie Koproduzent von Sonys UNIVERSAL SOLDIER: THE RETURN („Universal Soldier – Die Rückkehr“, 1999). Mit Dan Halsted und Craig Baumgarten verantwortete er COLD AROUND THE HEART („The Hunt“, 1996) und das HBO-Projekt „Freeway“.

 

Vom August 1993 bis November 1994 war Adam Merims Produzent und Head of West Coast Operations von Nickelodeon Movies. Dabei war er betraut mit dem Management des Aufbaus der Los-Angeles-Büros der Firma. Zugleich sollte er in Zusammenarbeit mit Twentieth Century Fox und Paramount Pictures Projekte entdecken und betreuen, die für die Filmproduktion im Bereich des Family Entertainments in Frage kommen. Vor seiner Zeit bei Nickelodeon war Adam J. Merims von April 1990 bis Juli 1993 Produktions-vizepräsident bei Lobell-Bergman Productions. Er war dabei assoziierter Produzent von HONEYMOON IN VEGAS („... aber nicht mit meiner Braut – Honeymoon in Vegas“, 1992), UNDERCOVER BLUES („Undercover Blues“, 1993) und LITTLE BIG LEAGUE („Little Big Boss“, 1994).

 

GARY LEVINSOHN

Ausführende Produktion

 

GARY LEVINSOHN ist Gründer und Partner der Mutual Film Company. In dieser Eigenschaft hatte er mit einer Reihe der bedeutendsten und profitabelsten Filme aller Zeiten zu tun und etablierte sich als einer der erfolgreichsten Finanziers und Produzenten der Filmindustrie. Mutual Film Company, von Levinsohn 1996 als Firma für Produktion, Kofinanzierung und internationalen Vertrieb von Spielfilmen gegründet, genießt einen Ruf als höchst innovative Filmfinanzierungseinheit, die man für die Herstellung von eklektischen, qualitativ hochwertigen Filmen und ihre ausgezeichneten Partnerschaften mit Verleihern außerhalb der USA, Sendern und Kinobesitzern kennt.

 

Zu den Filmen, in die Levinsohn unter dem Banner der Mutual Film involviert war, gehören: Steven Spielbergs SAVING PRIVATE RYAN („Der Soldat James Ryan“, 1998) mit Tom Hanks, der elf Oscar®-Nominierungen sammelte und weltweit mehr als 400 Millionen Dollar einspielte; die TOMB RAIDER-Franchise mit Angelina Jolie; Roland Emmerichs THE PATRIOT („Der Patriot“, 2000), der es auf drei Academy-Award®-Nominierungen brachte; der von der Kritik gelobte WONDER BOYS („Die Wonder Boys“, 2000) von Oscar®-Gewinner Curtis Hanson und mit Michael Douglas, der sich ebenfalls drei Oscar®-Nominierungen sicherte; Sam Raimis A SIMPLE PLAN („Ein einfacher Plan“, 1998) mit Billy Bob Thornton, THE JACKAL („Der Schakal“, 1997) mit Bruce Willis und Richard Gere; und Terry Gilliams 12 MONKEYS („12 Monkeys“, 1996) mit Bruce Willis und Brad Pitt.

 

Indem er auf seine gewaltige Erfahrung in der Filmfinanzierung, seine Beziehungen im Distributions- und Verkaufsbereich sowie sein Können als Produzent setzte, ist es Levinsohn gelungen, seit 1992 bei insgesamt 19 großen Filmprojekten mit einem Komplettbudget von mehr als einer Milliarde Dollar als Koproduzent oder Kofinanzier aufzutreten. Durch das Versammeln von „internationalen Endverbrauchern“ – seine Beschreibung für Verleiher, Sender und Kinobesitzer in Übersee –, um Filme mit Eigenkapital zu finanzieren, ist es Levinsohn gelungen, mehr als 500 Millionen Dollar an Ko-Finanzierungssummen für die genannten Filme aufzubringen und damit das Gesicht der internationalen Koproduktion völlig zu verändern. Der gesammelte weltweite Umsatz der von Levinsohn produzierten und finanzierten Filme beträgt mittlerweile mehr als zwei Milliarden Dollar.

Levinsohn begann seine Geschäftskarriere als Investment-Manager bei der internationalen Maklerfirma Paine, Webber. Danach stieß er als Vizepräsident für internationale Verkäufe zur Dino De Laurentiis Entertainment Group (DEG), wo Fernsehverkauf und -distribution von DEG-Filmen und -Miniserien in die ganze Welt seine Hauptaufgabe war. Nach der Auflösung von DEG im Jahr 1989 gründete Levinsohn Classico Entertainment, blieb aber als Berater und Verkaufsagent bei Dino De Laurentiis Communications (DDLC), wo er verantwortlich für den Vertrieb der kompletten Produktpalette von DDLC in allen Medien zeichnete. Zusätzlich hatte er maßgeblichen Anteil an der Bewertung, Verhandlung und schließlich dem Verkauf der DEG/Embassy-Library an Paravision International sowie an der Bewertung, Administration und dem Verkauf der Weintraub Entertainment Group/Thorn/EMI-Librarys. Levinsohns finanzielle Expertise brachte ihm zahlreiche substanzielle Klienten für Classico ein, darunter die Bank of America, Credit Lyonnais, Banque Paribas, ICM und RAI (USA). Vor der Gründung von Classico Entertainment war Levinsohn Chef von Emerald Television, einer Firma, die die weltweiten Fernsehrechte an mehr als 300 Titeln hielt, die von Trans World Entertainment (TWE) produziert oder akquiriert worden waren.

 

 

 

 

OLIVER STAPLETON

Kamera

 

OLIVER STAPLETON war Kameramann  vieler, stilistisch sehr unterschiedlicher sowie überaus einflussreicher und von der Kritik gefeierten Filme. THE CIDER HOUSE RULES („Gottes Werk und Teufels Beitrag“, 1999) war seine erste Arbeit mit Lasse Hallström, für den er danach auch THE SHIPPING NEWS („Schiffsmeldungen“, 2001) und AN UNFINISHED LIFE („Ein ungezähmtes Leben“, 2005) filmte. Mit dem britischen Regisseur Stephen Frears hat er bereits acht Mal gearbeitet und zwar bei MY BEAUTIFUL LAUNDRETTE („Mein wunderbarer Waschsalon“, 1985), PRICK UP YOUR EARS („Prick Up Your Ears“, 1987), SAMMY AND ROSIE GET LAID („Sammy und Rosie tun es“, 1987), THE GRIFTERS („Grifters“, 1990), HERO („Ein ganz normaler Held“, 1992), THE SNAPPER („The Snapper“, 1993), THE VAN („Fisch & Chips“, 1996) und THE HI-LO COUNTRY („Hi-Lo Country“, 1998).

 

Zudem kann Stapleton auf vier Filme mit Michael Hoffmann blicken: A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM („Ein Sommernachtstraum“, 1999), ONE FINE DAY („Tage wie dieser ...“, 1996), das Oscar®-prämierte Epos RESTORATION („Zeit der Sinnlichkeit“, 1995) und RESTLESS NATIVES („Die Touristenfalle“, 1985), der das Filmdebüt des Kameramanns markierte. Zu seinen weiteren Filmarbeiten zählen NED KELLY („Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly“, 2003), BUFFALO SOLDIERS („Army Go Home“, 2001), THE OBJECT OF MY AFFECTION („Liebe in jeder Beziehung“, 1998), THE DESIGNATED MOURNER (1997), KANSAS CITY („Kansas City“, 1996), LET HIM HAVE IT („Gib’s ihm, Chris“, 1991), SHE-DEVIL („Die Teufelin“, 1989) und DANNY, THE CHAMPION OF THE WORLD („Danny, der Champion“, 1989), der für einen ACE Award nominiert wurde. Mit Julien Temple arbeitete er an dem Rockmusical ABSOLUTE BEGINNERS („Absolute Beginners – Junge Helden“, 1985) und der Sci-Fi-Komödie EARTH GIRLS ARE EASY („Zebo der Dritte aus der Sternenmitte“, 1988). Außerdem war er Kameramann der Konzertdoku THE SECRET POLICEMAN’S OTHER BALL (1982). Seine Karriere begann Oliver Stapleton mit Musikvideos. Für seine Arbeit an dem Clip „Take On Me“ von A-Ha erhielt er einen MTV Award für die beste Kameraarbeit.

 

 

 

DAVID GROPMAN

Ausstattung

 

DAVID GROPMAN arbeitete während der 80er Jahre als Setdesigner an einer Reihe von Broadway-Bühnenproduktionen, darunter „Passione“, „Mass Appeal“, „Open Admissions“, „Death and the King’s Horseman“ und „The Comedy of Errors“. Sein Filmdebüt als Ausstatter gab er 1982 mit COME BACK TO THE FIVE AND DIME, JIMMY DEAN („Komm zurück, Jimmy Dean“), nachdem er zuvor bereits auf der Bühne an dem Stück gearbeitet hatte. Seine folgenden Credits als Produktionsdesigner umfassen MILES FROM HOME („Der letzte Outlaw“, 1988), SLAVES OF NEW YORK („Sklaven von New York“, 1989), MR. & MRS. BRIDGE („Mr. & Mrs. Bridge“, 1990), NOBODY’S FOOL („Nobody’s Fool“, 1994), MARVIN’S ROOM („Marvins Töchter“, 1996), TWILIGHT („Im Zwielicht“, 1998) und A CIVIL ACTION („Zivilprozess“, 1998).

 

Gropman hat mit Lasse Hallström an hochgelobten Filmen wie THE CIDER HOUSE RULES („Gottes Werk und Teufels Beitrag“, 1999), CHOCOLAT („Chocolat“, 2000) und THE SHIPPING NEWS („Schiffsmeldungen“, 2001) gearbeitet. Eine Oscar®-Nominierung erhielt Gropman für THE CIDER HOUSE RULES; eine BAFTA-Nominierung gab es für CHOCOLAT. Für diesen Film wurde er 2001 von der Art Directors Guild mit ihrem jährlich vergebenen Preis prämiert. Unlängst arbeitete Gropman mit Robert Benton an THE HUMAN STAIN („Der menschliche Makel“, 2003) und wieder mit Hallström an AN UNFINISHED LIFE („Ein ungezähmtes Leben“, 2005). Gegenwärtig ist er mit den Designs von Todd Field neuem Film LITTLE CHILDREN beschäftigt.

 

 

 

ANDREW MONDSHEIN

Schnitt

 

ANDREW MONDSHEIN erhielt für seine Arbeit an M. Night Shyamalans THE SIXTH SENSE („The Sixth Sense“, 1999) eine Oscar®  Nominierung. CASANOVA markiert die sechste Zusammenarbeit des Schnittmeisters mit Lasse Hallström, für den er davor bereits AN UNFINISHED LIFE („Ein ungezähmtes Leben“, 2005), THE SHIPPING NEWS („Schiffsmeldungen“, 2001), CHOCOLAT („Chocolat“, 2000), WHAT’S EATING GILBERT GRAPE? („Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“, 1993) und ONCE AROUND („Ein charmantes Ekel“, 1991) schnitt. Seine Karriere hatte er unter der Lehre von Regisseur Sidney Lumet begonnen, mit dem Mondshein an fünf Filmen arbeitete, darunter GARBO TALKS („Die Göttliche!“), FAMILY BUSINESS („Family Business“, 1990) und RUNNING ON EMPTY („Die Flucht ins Ungewisse“, 1987). Danach schnitt er drei Filme von Susan Seidelman, darunter der Hit DESPERATELY SEEKING SUSAN („Susan ... verzweifelt gesucht“, 1985), zwei Filme von Beeban Kidron, darunter TO WONG FOO, THANKS FOR EVERYTHING, JULIE NEWMAR („To Wong Foo, Thanks for Everything, Julie Newmar“, 1995), Joseph Rubens RETURN TO PARADISE („Für das Leben eines Freundes“, 1998) und die Hitkomödie ANALYZE THAT („Reine Nervensache 2“, 2002).

 

Neben seiner Arbeit als Cutter betätigt sich Mondshein auch immer wieder als Regisseur des zweiten Drehteams, wie beispielsweise bei THE SHIPPING NEWS, THE SIXTH SENSE, WHAT’S EATING GILBERT GRAPE? und RUNNING ON EMPTY. Er gab sein Regiedebüt mit dem Spielfilm EVIDENCE OF BLOOD („Cyberspace ... ein Alptraum wird wahr“, 1998) mit David Strathairn und Mary McDonnell.

 

JENNY BEAVAN

Kostüm

 

JENNY BEAVAN wuchs in ihrer Geburtsstadt London auf, wo sie 1971 die Central School of Art and Design abschloss. Im folgenden Jahr entwarf sie das Szenario und die Kostüme für „Carmen“ am Royal Opera House in Covent Garden. Seither arbeitet sie beständig für Theater, Ballett, Oper, Fernsehen und Film.

 

Einen Oscar® und einen BAFTA Award für die beste Kostümgestaltung gewann sie mit John Bright für A ROOM WITH A VIEW („Zimmer mit Aussicht“, 1985). Weitere Nominierungen gab es für THE BOSTONIANS („Die Damen aus Boston“, 1984), MAURICE („Maurice“, 1987), HOWARDS END („Wiedersehen in Howards End“, 1992), THE REMAINS OF THE DAY („Was vom Tage übrig blieb“, 1993) – allesamt Merchant-Ivory-Produktionen – und SENSE AND SENSIBILITY („Sinn und Sinnlichkeit“, 1995). Ihre jüngsten Arbeiten umfassen METROLAND (1997), EVER AFTER („Auf immer und ewig“, 1998), ANNA AND THE KING („Anna und der König“, 1999), TEA WITH MUSSOLINI („Tee mit Mussolini“, 1999) von Franco Zeffirelli, Robert Altmans GOSFORD PARK („Gosford Park“, 2001) und Oliver Stones ALEXANDER („Alexander“, 2004).

 

Zu ihren gemeinsamen Filmarbeiten mit John Bright gehören THE DECEIVERS („Die Täuscher“, 1988), MOUNTAINS OF THE MOON („Land der schwarzen Berge“, 1990), WHITE FANG („Wolfsblut“, 1991) und JEFFERSON IN PARIS („Jefferson in Paris“, 1995). Ohne ihren oftmaligen Kollegen hat Beavan noch an den Filmen IMPROMPTU („Verliebt in Chopin“, 1991), A SUMMER STORY („Ein schicksalhafter Sommer“, 1988), JANE AUSTEN IN MANHATTAN (1980), HULLABALOO OVER GEORGIE AND BONNIE’S PICTURES („Der große Trubel um Georgies und Bonnies Bilder“, 1978), THE BRIDGE (1992), SWING KIDS („Swing Kids“, 1994), BLACK BEAUTY („Black Beauty“, 1995) und JANE EYRE („Jane Eyre“, 1997) für Franco Zeffirelli, für den sie einen David di Donatello gewann.

 

Eine Emmy-Nominierung erhielt Jenny Beavan als Kostümdesignerin für den Fernsehfilm „Mountbatten – The Last Victory“ (Brent Walker). 1997 gewann sie den begehrten Fernsehpreis für „Emma“, produziert von Sue Birtwhistle. Außerdem entwarf Beavan die Kostüme für „How Proust Can Change Your Life“ mit Ralph Fiennes und Felicity Kendall für die BBC.

 

GUIDO CERASUOLO

Koproduktion

 

GUIDO CERASUOLO kommt aus Venedig und kann auf eine bemerkenswerte Karriere als Herstellungsleiter zurückblicken. So arbeitete er mit George Lucas an STAR WARS: EPISODE I – THE PHANTOM MENACE („Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung“, 1999), STAR WARS: EPISODE II – ATTACK OF THE CLONES („Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger“, 2002) und STAR WARS: EPISODE III – REVENGE OF THE SITH („Star Wars: Episode III: Die Rache der Sith“, 2005). Er war Produzent des polnischen Films OGRÓD ROZKOSZY ZIEMSKICH (2004), arbeitete als Line Producer an THE ITALIAN JOB („The Italian Job“, 2003) und war als assoziierter Produzent und Produktionsleiter an UP AT THE VILLA („Die Villa“, 2000) beteiligt. Außerdem war er der italienische Produktionsleiter von Ridley Scotts GLADIATOR („Gladiator“, 2000). Weitere Filmarbeiten Cerasuolos umfassen L’ODORE DEL SANGUE (2004), MUZUNGU (1999), NIGHT TRAIN (1998), IN LOVE AND WAR („In Love and War“, 1996) und EVERYONE SAYS I LOVE YOU („Alle sagen: Ich liebe Dich“, 1996).

 

ALEXANDRE DESPLAT

Musik

 

ALEXANDRE DESPLAT hat die Musik für mehr als 50 Filme geschrieben, sowie eine Oper und ein Ballett und diverse Projekte für Fernsehen und Theater. Sein Score für Peter Webbers GIRL WITH A PEARL EARRING („Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, 2003) brachte ihm eine Nominierung für einen Golden Globe, eine BAFTA-Nominierung und eine Nominierung für den europäischen Filmpreis als bester Komponist ein. Außerdem wurde er zwei Mal für einen César vorgeschlagen, für Jacques Audiards UN HÉROS TRÈS DISCRET („Das Leben: eine Lüge“, 1996) und SUR MES LÈVRES (2001). Unlängst komponierte er die Scores für Mike Binders THE UPSIDE OF ANGER („An Deiner Schulter“, 2004) mit Joan Allen und Kevin Costner, Jonathan Glazers BIRTH („Birth“, 2004) mit Nicole Kidman und HOSTAGE („Hostage – Entführt“, 2005) mit Bruce Willis. Weitere Arbeiten Desplats umfassen Marleen Gorris’ THE LUZHIN DEFENSE („Luzhins Verteidigung“, 2000), Leslie Megaheys THE HOUR OF THE PIG (1993), Patrick Dewolfs INNOCENT LIES („Unschuldige Lügen“, 1995) und Malcolm Mowbrays THE REVENGERS COMEDIES („Rache ist süß“, 1998). Desplat schrieb überdies die Titelmusik für die Kurzfilmanthologie 11’09“01 – SEPTEMBER 11 (2002), zu der Filmemacher wie Sean Penn, Alejandro Gonzalez Innaritu, Danis Tanovic, Ken Loach und Shohei Immamura Beiträge beisteuerten.

 

Desplats nächste Filme werden DERAILED (2005) mit Clive Owen und Jennifer Aniston sowie SYRIANA (2005) mit George Clooney und Matt Damon sein.

 

Er wurde in Paris geboren und begann im Alter von sechs Jahren, das Klavierspiel zu erlernen. Zwei Jahre später probierte er es mit der Trompete und mit zehn meisterte er die Flöte. Mit Claude Baillif studierte er am Konservatorium in Paris und von Jack Hayes ließ er sich in Los Angeles in Orchesterarbeit ausbilden. Desplat war Dirigent des London Symphony Orchestra, des Royal Philharmonic Orchestra, der Tschechischen Philharmonie und des Symphonie Orchester München. Er schrieb Lieder für Kate Beckinsale, Charlotte Gainsbourg, Michael Gambon, Catherine Ringer und Nadia Fares. Am Royal College of Music in London und der Sorbonne in Paris dozierte er über Filmmusik.

 

 

    
                                                                                                                         111 Min

„Casanova“ ist eine romantische Komödie basierend auf der Geschichte des legendären Liebhabers und seiner Suche nach der Frau seiner Träume. Im Venedig des 18. Jahrhunderts entkommt der gut aussehende und unwiderstehliche Casanova nach einem ausschweifenden Liebesabenteuer nur knapp dem Galgen und steht vor einem ihm gestellten Ultimatum: noch vor dem Karneval zu heiraten oder sein geliebtes Venedig für immer zu verlassen. Widerwillig sucht er sich eine Braut mit der er sich verlobt nur um kurz darauf endlich die Frau seiner Träume zu finden, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Unglaublicherweise für Casanova widersteht seine Angebetete seinem Charme und seinen Avancen. In einem Wettlauf gegen die Zeit und dem drohenden Galgen muss Casanova alle Hindernisse die sich ihm in den Weg stellen überwinden und die Hand seiner Traumfrau gewinnen um zu überleben.

 
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