Nine Film Trailer

118 Min.|Kino: 25.02.2010
 
 
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Nine Film Trailer: Weitere Infos

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Die Story zu Nine Film Trailer:
Ein neuer Film von Guido Contini – das sorgt in Rom 1965 für jede Menge Wirbel. Die letzten Filme des gefeierten Regisseurs mögen zwar Flops gewesen sein, doch unter Kinogängern in Italien und auf der ganzen Welt bringt die Erinnerung an seine stilvoll-eleganten Meisterwerke noch immer jeden zum Strahlen. Nun sollen in wenigen Tagen die Dreharbeiten zu seinem nächsten Film mit dem gewaltigen Titel Italia beginnen; in den legendären Cinecittà-Studios wird bereits an den Kulissen gearbeitet und auch die resolute Kostümbildnerin Lilli steht ihrem langjährigen Wegbegleiter und Vertrauten Contini wieder mit Rat und Tat zur Seite. Es könnte keinen schlechteren Zeitpunkt geben für den Filmemacher, in die größte Schaffenskrise seiner Karriere zu geraten. Noch immer weiß er nicht, wovon sein neuer Film eigentlich handeln soll, selbst seine wunderschöne Muse und regelmäßige Hauptdarstellerin Claudia Jenssen hat in Ermangelung eines Drehbuchs noch nicht zugesagt. Kein Wunder also, dass es für Contini unerträglich wird, als er auf Wunsch seines Produzenten und dessen skeptischen Buchhalters das Projekt auf einer Pressekonferenz vorstellen muss und von neugierigen Journalisten mit Fragen bombardiert wird. Noch bevor die Veranstaltung zu Ende ist, nutzt er die erstbeste Gelegenheit, springt in seinen hellblauen Alfa Spider und lässt Rom hinter sich. Nach einer stürmischen Fahrt entlang der sonnigen Küste checkt Contini im eleganten Bellavista Hotel im kleinen Kurort Anzio ein, wo er hofft ein wenig Ruhe und vor allem Inspiration zu finden. Seine Gedanken kreisen dabei nicht zuletzt um die Frauen in seinem Leben – und die ebenso unterschiedlichen wie tiefen Beziehungen, die ihn mit ihnen verbinden. Um seine liebevoll-fürsorgliche Ehefrau Luisa etwa, die einst seine Hauptdarstellerin war und schließlich ihren Beruf an den Nagel hängte, um ihm treu, ergeben und trotz aller Seitensprünge zur Seite zu stehen. Ihr gilt sein erster Anruf, doch ihr Angebot, ihm in Anzio Gesellschaft zu leisten, lehnt der Regisseur trotz alledem ab. Stattdessen ist es seine Geliebte Carla, die ihm wenig später mit dem Zug an die Küste nachreist. Aus Angst, die ohnehin mehr schlecht als recht verheimlichte Affäre könnte öffentlich werden, bringt er sie zu ihrer Enttäuschung in einer kleinen Pension weit weg von seinem Hotel unter. Doch niemand kann ihn so spielend um den Finger wickeln und verführen wie die anhängliche und durchaus fordernde Carla – und so kann er es natürlich trotzdem nicht lassen, die Nächte mit ihr zu verbringen. Von Kreativitätsschüben kann trotz Leidenschaft und wilder Tagträume keine Rede sein, zumal der Druck auf Contini wächst, als ihn schließlich auch sein Produzent in Anzio auftreibt. Mitsamt Lilli, die alles daran setzt, die Lebensfreude und den Humor ihres Regisseurs wieder zu wecken, seiner schauspielenden Mätresse und der gesamten Crew fällt er im Hotel ein, um die Arbeit am Film voranzutreiben. Sogar geistlichen Beistand würde Contini auf seiner Suche nach zündenden Filmideen deswegen in Anspruch nehmen – doch der ebenfalls im Hotel weilende Kardinal, dem er sich im Dampfbad anvertraut, ist ihm ebenso wenig eine Hilfe wie seine Erinnerungen an Kindheit und Jugend. Weder seine verstorbene Mutter, die ihren Jungen stets mit Liebe und Geborgenheit überhäuft hat, noch die alles andere als mütterliche Hure Saraghina, die früher am Strand den kleinen Guido und seine Freunde in die Geheimnisse der Leidenschaft einweihte, scheinen die geeignete Inspiration für Italia zu sein. Die Zeit drängt unaufhörlich – und immer mehr überschlagen sich die Ereignisse. Dass Lilli die verständnisvolle Luisa nach Anzio einlädt, scheint nur kurzzeitig eine gute Idee zu sein. Denn es dauert nicht lange, bis auch Carla im Hotel auftaucht, was schließlich selbst Luisas Nachsicht an ihre Grenzen bringt. Continis Verzweiflung wächst ins Unermessliche, so dass auch die charmant flirtende Journalistin Stephanie von der amerikanischen Vogue, die den Regisseur und seine Filme vergöttert wie keinen zweiten und ihm an der Bar näher kommt, keine Linderung verspricht. Zurück in Rom bleibt ihm eine letzte Hoffnung: Claudia Jenssen, die doch bislang noch jeden seiner cineastische Einfälle zum Leuchten gebracht hat. Doch auch sie ist nicht in der Lage, ihrem Regisseur einen Weg aus seiner Schaffenskrise zu deuten, und sagt ihm schließlich sogar die Hauptrolle ab. Guido Contini scheint endgültig gescheitert – und mit ihm ganz Italia...

Schauspieler:
Daniel Day-Lewis, Marion Cotillard, Penélope Cruz, Judi Dench, Nicole Kidman, Kate Hudson, Sophia Loren, Stacy Ferguson

Technikinfos:
Ton: Dolby Digital

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Federico Fellini hat mir einmal erzählt, was das Thema seines Lebens wie auch seiner Arbeit gewesen sei: „Träume sind die einzige Realität“!
„Keiner von uns nimmt die Welt so wahr, wie sie wirklich ist“, sagte er. „Die Wahrheit besteht für jeden einfach aus privaten Fantasien und persönlichen Wahrnehmungen. Der Unterschied ist dabei nur, dass ich mir darüber bewusst bin, dass ich in einer Fantasiewelt lebe! Ich würde es nicht anders haben wollen – und sträube mich gegen alles, was mich in dieser Vision stört.“

„Meine Filme basieren oft auf meinen Träumen. Wenn ich aufwache, bringe ich sie so schnell wie möglich in Form kleiner lustiger Zeichnungen zu Papier“, erzählte er weiter. „Für mich ist Filme machen wie Liebe machen! Wenn ich inszeniere, fühle ich mich am lebendigsten. Aber bevor ich damals ACHTEINHALB drehte, passierte mir etwas, wovor ich immer Angst hatte. Es war schlimmer als alles, was ich mir je hätte vorstellen können: ich litt an einer Regie-Blockade!“

„Eine Regie-Blockade ist wie die Schreibblockade eines Schriftstellers, nur dass sie eine wesentlich öffentlichere Angelegenheit ist. Mein ACHTEINHALB-Team nannte mich den ‚Zauberer?, doch der Film, den ich eigentlich drehen wollte, war einfach aus meinem Kopf verschwunden. Ich dachte daran, ihn einfach sein zu lassen, doch ich konnte diese Leute nicht im Stich lassen, die mich für einen Zauberer hielten. Da kam mir schließlich der Gedanke, einen Film über einen Regisseur zu drehen, der an einer Regie-Blockade leidet.“ Und er fasste zusammen: „Man sagt oft, dass meine Filme autobiografisch seien. Das stimmt! Ich bediene mich tatsächlich sehr oft eigener Erlebnisse.“

„Als ich etwa sieben Jahre alt war, nahmen mich meine Eltern mit in den Zirkus – und ich hatte das ganz starke Gefühl, dass ich dort erwartet wurde!“ Ich weiß, dass Fellini sehr geschmeichelt gewesen wäre, dass Guido in NINE von Daniel Day-Lewis gespielt wird. Da Guido letztlich für Fellini steht, hätte Federico sicherlich geschwärmt: „So ein fantastischer Schauspieler, so gut aussehend... so dünn.“

Sowohl in ACHTEINHALB als auch in NINE ist Guido zwar von Fellini inspiriert, aber natürlich nur ein Teil von ihm. In Wahrheit war Fellini eher schüchtern und ein wenig unsicher. Aber in seiner Vorstellung konnte er wie Guido sein. Durch Marcello Mastroianni und nun Daniel Day-Lewis konnte Fellini indirekt dieser Mann aus seiner Fantasie sein, ohne das weit weniger turbulente Privatleben mit seiner hingebungsvollen Ehefrau und Hauptdarstellerin Giulietta Masina aus dem Gleichgewicht zu bringen. „Ich bin ihr bester Regisseur, wenn nicht sogar ihr bester Ehemann“, sagte er mal zu mir.

Fellini wäre natürlich auch sehr angetan gewesen von den Schauspielerinnen, die als Frauen in Guidos Leben ausgewählt wurden: Nicole Kidman, Kate Hudson, Penélope Cruz, Marion Cotillard und Judi Dench. Fellini war längst nicht der Casanova, für den er manchmal gehalten wurde – teilweise, weil er selbst das Gerücht streute. „In meiner Vorstellung bin ich ein frecher Ehebrecher“, lachte er. „Im Kopf werde ich nicht müde, all meine sexuellen Fantasien auszuleben. Im echten Leben würde das dagegen meiner Arbeit im Weg stehen.“

Außerdem wäre Fellini ausgesprochen zufrieden und sicherlich auch amüsiert gewesen, dass Sophia Loren nun seine Mutter spielt. Er wollte sie damals als Hauptdarstellerin für REISE MIT ANITA, einen Film über einen Regisseur und ein Mädchen, den er dann schließlich nie gedreht hat. Er wurde später von einem anderen Regisseur inszeniert, mit Goldie Hawn – der Mutter von Sophias NINE-Co-Star Kate Hudson – als Anita.

Fellini hat die Bühnenversion von NINE am Broadway nie gesehen, denn er hasste es zu fliegen. Aber ihm gefiel die Vorstellung, dass seine Filme eine bleibende Wirkung haben, deswegen erfreute es ihn, dass sowohl ACHTEINHALB als auch DIE NÄCHTE DER CABIRIA, aus dem „Sweet Charity“ wurde, als Musical-Vorlage dienten. Fellini wuchs als Fan des Hollywood-Musicals auf, nicht zuletzt von jenen mit Ginger Rogers und Fred Astaire, die seinen Film GINGER UND FRED („Ginger e Fred“, 1986) inspirierten. Ich bin sicher, dass Federico es sehr geschätzt hätte, dass NINE in der Tradition dieser großen Musicals steht, ohne sie bloß zu imitieren. Musik war ihm für seine eigenen Filme immer wichtig und es hätte ihn begeistert, dass Rob Marshall für NINE verantwortlich zeichnete. Seine Inszenierung ist nie aufdringlich, aber er hat immer alles unter Kontrolle.

Marshall hat uns eine bedeutende Fellini-Hommage geschenkt, die dem Geist dieses großartigen italienischen Regisseurs immer treu bleibt, ohne ihn dabei zu kopieren. Es hätte Fellini sehr gefreut, dass NINE nicht ein Remake von ACHTEINHALB ist, sondern wirklich eine Huldigung seiner Arbeit, die gleichzeitig für sich selbst bestehen kann. Ich kann natürlich nicht für Federico sprechen. Aber ich höre ihn sagen, wie er es so oft tat: „Was denkst Du, Charlottina?“

Einmal hätte ich beinahe ACHTEINHALB zusammen mit Federico gesehen. Bei einem meiner Besuche in Rom erzählte Fellini mir, dass der Film in einem kleinen Kino lief, viele Jahre nach seiner Erstaufführung. Wir machten uns gemeinsam auf den Weg, nur um dann festzustellen, dass es sich um ein heruntergekommenes Kino mit uralten Projektoren, schlechtem Ton und einer zerkratzen Filmkopie handelte. Abgesehen von einem schnarchenden Mann und einem aufmerksamen Hund, dem der Film durchaus zu gefallen schien, war der Saal leer.

Fellini verließ das Kino ziemlich panisch sofort wieder und rief mir noch zu: „Bleib ruhig, wenn du möchtest.“ Aber ich lief ihm hinterher und folgte ihm ins Café Rosati, wo wir uns mit Kaffee und Gebäck über die Enttäuschung hinwegtrösteten. Das war der Tag, an dem ich um ein Haar zusammen mit Federico Fellini sein Meisterwerk ACHTEINHALB gesehen hätte.

Ich kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er genüsslich in seinem Kinosessel versunken wäre, um NINE zu gucken, und den Saal auf keinen Fall verlassen hätte. Dieses Versinken im Kinosessel war noch ein Überbleibsel aus seiner Kindheit, die er im Kino Fulgar in Rimini verbrachte. Wenn er einen Film sah, der ihm wirklich gefiel und er auf keinen Fall wollte, dass seine Mutter ihn finden und mit nach Hause nehmen konnte, rutschte er so tief in den Sessel, dass man ihn von hinten nicht mehr sah.

Ich wünschte, Fellini wäre noch hier, um selbst über NINE sprechen zu können, und ich bin mir sicher, dass es Ihnen allen ähnlich geht. Aber genauso sicher bin ich mir, dass er dem Film sein höchstes Kompliment ausgesprochen hätte: er hätte NINE „felliniesk“ genannt.

Fellinis Leben übertraf sogar seine Träume. „Das Leben ist die Verbindung aus Magie und Pasta“, sagte er einmal zu mir. Deswegen glaube ich, dass er uns allen geraten hätte, einen Teller köstlicher Nudeln essen zu gehen, nachdem wir im Kino Zeuge der Magie von NINE werden durften.

Charlotte Chandler, Autorin von „I, Fellini“