Infos zum Film Firewall

Doch Jacks System hat einen Schwachpunkt, den er nicht berechnet hat: seine eigene Person. Und diesen Schwachpunkt will ein ebenso skrupelloser wie findiger Dieb für sich ausnutzen. Bill Cox (PAUL BETTANY) beobachtet Jack und seine Familie schon fast ein Jahr lang: Er verfolgt ihre Online-Aktivitäten, hört ihre Telefongespräche ab und überwacht ihren Alltag mit einem Arsenal aus digitalen Videorekordern und Richtmikrofonen, mit denen er auch an die intimsten Informationen kommt. Er weiß, wie die Freunde der Kinder heißen, kennt ihre Krankheitsgeschichten und auch den Zugangscode für das Sicherheitstor, mit dem das Viertel, in dem die Stanfields leben, abgeschottet ist.

Nachdem er jeden Aspekt von Jacks Identität ausspioniert hat, will Cox nun die Früchte seiner Investition ernten. Als Anführer eines schlagkräftigen Teams von bezahlten Komplizen besetzt er das Haus der Stanfields und nimmt die entsetzte Beth und die Kinder als Geiseln: Jack sieht keine andere Möglichkeit, als auf Cox’ Forderung einzugehen und 100 Millionen Dollar aus der Landrock Pacific Bank zu stehlen, um seine Familie zu retten.

Cox hat jede Fluchtmöglichkeit vorausgesehen und blockiert: Eventuelle Helfer der Familie lassen sich nicht erreichen. Weil das Leben seiner Frau und seiner Kinder auf dem Spiel steht, muss Jack jetzt eine Lücke in seinem eigenen elaborierten Sicherheitssystem aufspüren, um das Geld auf das Übersee-Konto seines Erpressers zu überweisen. Dabei lenkt er den Verdacht unweigerlich auf sich, während die Spuren von Cox’ Existenz elektronisch ausradiert werden.

Was die Sache noch komplizierter macht: Die Bank wird gerade von einem größeren Konzern, dem Finanzgiganten Accuwest, übernommen. Also wird Jack bei seinem Vorhaben unangenehm intensiv überwacht – nur begrenzt hat er Zugang zu den Daten, die er manipulieren muss. Wichtige Werkzeuge, die Jack braucht, um Cox’ Befehle auszuführen, sind vor kurzem aus der Bank entfernt worden. Also muss er mit der Technik improvisieren, die ihm zur Verfügung steht.

Da er unter ständiger Beobachtung steht, bleiben Jack nur wenige Stunden, um die riskanten Transaktionen zu tätigen. Dabei überlegt er verzweifelt, ob es in der undurchdringlichen Fassade aus Täuschungen und falschen Identitäten des Diebes nicht vielleicht doch einen Schwachpunkt gibt, den Jack nutzen kann, um seine Familie zu retten und Cox zugleich mit seinen eigenen Waffen zu schlagen.



ÜBER DIE PRODUKTION

„Schneidbrenner, Dynamit, Fluchtwagen – völlig veraltet. Der wahre Tresor ist das hier: der binäre Code. Virtuelles Geld. Alles nur Einsen und Nullen.“

Wenn der Banksicherheitsexperte Jack Stanfield (HARRISON FORD) abends nach Hause fährt, atmet er gewöhnlich erleichtert auf. Er setzt sich zwar hundertprozentig für seine Arbeit ein, aber er lässt die überall präsenten Überwachungskameras und Identitätskontrollen, die ständige Wartung und Weiterentwicklung der komplizierten elektronischen Firewall-Schutzmechanismen gern hinter sich, die im Online-Zeitalter, im Internethandel – und bei der Online-Kriminalität – nun mal zum Standardverfahren gehören.

Während Jack seinen Wagen abstellt und die Tür zu seinem noblen Vororteigenheim aufschließt, ahnt er nicht, dass auch hier jede seiner Bewegungen minuziös beobachtet wird.

Er begrüßt seine Frau Beth (VIRGINIA MADSEN) – die beiden lassen den Tag Revue passieren, während sich die Kinder um die TV-Fernbedienung streiten. Sie merken nicht, dass jedes ihrer Worte über hypermoderne Sensoren aufgenommen wird, die alle Räume des Hauses erfassen. Wenn Jack telefoniert, wird er abgehört. Wenn er seine E-Mails öffnet, Rechnungen bezahlt, sich im Internet einloggt, wird jeder Mausklick registriert.

Offenbar ist jemand äußerst interessiert an Jacks Gewohnheiten, an seinem Tagesablauf, an seinen Beziehungen und Sorgen… sie verraten seine möglichen Schwachpunkte.

„Dass sich jemand in bösartiger Absicht in mein Privatleben einklinkt und mich ausspioniert, ist eine Vorstellung, die mich gleichermaßen fasziniert und entsetzt“, sagt „Firewall“-Drehbuchautor Joe Forte, der zum Thema Anspruch auf Privatsphäre und Sicherheit beunruhigende Fragen aufwirft. „Wir machen einen Film über Angreifbarkeit, Verletzlichkeit“, fügt er hinzu. Er stellt fest, dass die meisten Menschen einen derartigen Einbruch in ihre Intimsphäre nie erleben und deshalb eine solche Möglichkeit nicht mal in Erwägung ziehen. Doch die Realität sieht anders aus: Auch wenn das Szenario ungewöhnlich erscheint, „könnte es praktisch jedem zustoßen“.

„Dass die Menschen glauben, ihr Computer sei sicher, hat mit der Realität wenig zu tun“, sagt Harrison Ford. „Wenn jemand das wirklich will, sich in der Technologie auskennt und die Mühe nicht scheut, in ein privates System einzubrechen, dann braucht er nur noch einen guten Grund, um es tatsächlich zu tun.“ Wenn man außerdem bedenkt, wie sich selbst intime Einzelheiten des Alltags mit im Internet frei zugänglichen Mitteln überwachen lassen, verliert man jede Illusion einer Privatsphäre. „Wahrscheinlich sind die meisten Menschen nur deswegen nicht gefährdet, weil sie nichts besitzen, was für die Bösewichte von Interesse wäre.“

In diesem speziellen Fall geht es den Bösewichten gar nicht um die Stanfields selbst. Sondern um die Bank.

Die meisten Geldmittel, über die eine Bank heutzutage verfügt, befinden sich nicht in Tresoren aus Stahlbeton, sondern im Cyberspace, bestätigt der Computersicherheitsexperte Lawrence T. Levine, einer der Gründer von SecurePipe. Er berät Firmen rund um die Welt in Sicherheitsfragen und stand den Filmemachern als technischer Berater zur Seite. „In der Industrie vollzieht sich gerade ein entscheidender Wandel“, sagt er. „Die Bargeldsummen in einer Bank sind oft nur ein Bruchteil dessen, was sich in den Computern abspielt, meist nicht mehr als ein Prozent. Wenn also 99 Prozent des Geldes nur im Rechner existiert – und wir reden hier über Banken, die über Milliarden Dollar verfügen –, dann stellen diese Computer ein lohnendes Ziel für Hacker dar.“

„Das Zeitalter altmodischer Banküberfälle ist vorbei. Die Welt heute funktioniert elektronisch, und gewaltige Geldsummen werden per Codes und Tastatur kanalisiert“, sagt „Firewall“-Produzent Armyan Bernstein, der Filme wie den Golden-Globe-Kandidaten „The Hurricane“ (The Hurricane; zu dem er auch das Drehbuch schrieb), „Thirteen Days“ (Thirteen Days) und den Harrison-Ford-Blockbuster „Air Force One“ (Air Force One) verantwortete.

Bernstein berichtet von den Recherchen des „Firewall“-Teams im Bankgewerbe und stellt fest, dass die Sicherheit heute rund um die Uhr gewährleistet sein muss: „Ganze Teams von Experten versuchen kriminelle Angriffe aus dem Internet abzuwehren. Das passiert tagtäglich, während wir hier sitzen. Ständig probiert jemand, die Firewall einer Bank zu überwinden und mit unserem Geld zu verschwinden.“

Das alles in Verbindung mit dem Schock, im eigenen Haus überfallen zu werden, ergibt die albtraumhafte Ausgangssituation für das Drehbuch zu „Firewall“: Der fiktive Jack Stanfield muss sich mit einem heimtückischen und übermächtigen Gegner auseinandersetzen, der Jacks Existenz komplett unter seine Kontrolle bringt. Jedes System kann ausgetrickst werden – das weiß er genau. Deshalb zwingt er Jack, seine eigenen Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und seinem Arbeitgeber 100 Millionen Dollar zu stehlen.

„Jack hat sein ganzes Leben seiner Arbeit gewidmet und sich einen guten Ruf erworben. Er hat eine Familie, die ihn liebt, ein sicheres Haus, er ist glücklich: Er hat den amerikanischen Traum verwirklicht. Doch von einem Moment auf den anderen wird ihm all das genommen“, sagt „Firewall“-Produzent Basil Iwanyk, der „Terminator 3“ (Terminator 3 – Der Aufstand der Maschinen) und „The Laws of Attraction“ (Laws of Attraction – Was sich liebt, verklagt sich) produziert sowie mit Ford bei „K-19: The Widowmaker“ (K-19 – Showdown in der Tiefe) zusammengearbeitet hat. Jacks persönliche Situation beschreibt er als das emotionale Zentrum der Geschichte: „Die Auswirkungen sind verheerend. Jack erlebt eine Katastrophe, die ihn tief im Innersten trifft – ganz sicher können das die meisten Zuschauer sofort nachvollziehen.“

Der geniale Kopf hinter diesem ausgeklügelten Verbrechen ist ein Mann, der sich Bill Cox nennt. Diese Rolle übernimmt Paul Bettany, der 2003 mit seiner Darstellung des Dr. Maturin in „Master & Commander: The Far Side of the World“ (Master & Commander – Bis ans Ende der Welt) für den British Academy Award (BAFTA) nominiert war. Bettany beschreibt den bedrohlichen, aber leidenschaftslosen Cox „im Grunde als Geschäftsmann. Er setzt seine Mittel ein, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Andererseits ist er ein Dieb, ein Psychopath, aber er würde sich selbst wohl kaum als grausam bezeichnen. Persönliche Gefühle spielen dabei keine Rolle. Er will einfach sehr schnell an viel Geld kommen, und er benutzt Jack als logischen und effektivsten Vermittler auf dem Weg zu diesem Ziel.“

Fast ein Jahr lang hat Cox sein Vorhaben akribisch vorbereitet. Er geht auf zwei Ebenen vor: dramatisch, indem er das Haus überfällt und Geiseln nimmt; und elektronisch, indem er auf betrügerische Weise Spielschulden in Jacks Namen macht, um dessen Ruf zu ruinieren und ihn später als echten Bankräuber anzuschwärzen, wenn Cox sich längst aus dem Staub gemacht hat. „Er wartet den richtigen Zeitpunkt ab und zieht Nutzen aus der Tatsache, dass die Bank, bei der Jack seit 20 Jahren arbeitet, von einer größeren Bank übernommen wird. Es ist also gar nicht unwahrscheinlich, dass man Jack irgendwann entlassen wird – so ergibt sich ein perfektes Motiv für den Diebstahl“, erklärt Ford. Niemand sonst hat die Gelegenheit und ein derart starkes Motiv, seine Fähigkeiten auf diese Weise einzusetzen. Selbst wenn Jack erzählen würde, was wirklich geschehen ist – wer würde ihm glauben?

„Die Technik, die beweisen könnte, dass Cox vor Ort war, also die Kameras und Computerprotokolle, lässt sich in jedem Fall manipulieren“, betont Drehbuchautor Forte. „Wenn man sein Bild löscht, existiert er einfach nicht mehr.“

Den ersten Hinweis, dass etwas schief läuft, bekommt Jack von einem Gläubiger, der die getürkten Spielschulden eintreiben will – dieses Manöver erweist sich später als Cox’ tödliche Visitenkarte. Zunächst hält Jack das für einen Irrtum oder einen nicht weiter gravierenden Diebstahl per manipulierter Identität – vergleichbar mit einem Missbrauch der Kreditkartennummer: höchst ärgerlich zwar, aber der Schaden bleibt überschaubar. Das ist für ihn nichts Neues, sondern Teil seiner Arbeit.

Erst als Cox auftaucht und ihm ein Handy-Foto seiner gekidnappten, panischen Familie zeigt, begreift Jack, mit wem er es zu tun hat. Doch er kann nur raten, wie weit Cox’ Kontrolle reicht. In diesem Moment beginnt das Kopf-Duell der beiden Männer, das sich ständig zuspitzt. Sehr viel steht auf dem Spiel: Cox will damit den größten und kühnsten Coup seines Lebens landen, und Jack will die drei Menschen, die ihm alles bedeuten, unversehrt wieder in die Arme schließen.

„Der Schwerpunkt liegt eher auf Thriller als auf Action – es geht um Spannung“, sagt „Firewall“-Regisseur Richard Loncraine und verweist auf die nervösen, explosiven Interaktionen der beiden Hauptfiguren. „Die beiden tragen ein Duell aus.“

Loncraine gewann den Emmy für seinen Regiebeitrag zur viel gepriesenen Weltkriegs-Miniserie „Band of Brothers“ (Band of Brothers – Wir waren Brüder). Nominierungen für den Emmy und den Preis der Directors Guild of America (US-Gewerkschaft der Regisseure) erhielt er für die HBO-Filme „The Gathering Storm“ (Churchill – The Gathering Storm) und „My House in Umbria“ (Mein Haus in Umbrien). Als Co-Autor wurde er 1995 mit dem Drehbuch zum von ihm inszenierten Kinofilm „Richard III“ (Richard III.) für den British Academy Award (BAFTA) nominiert. „Es gibt etliche sehr explosive Momente und einige dramatische Kämpfe und Action-Sequenzen im Film, aber im Vordergrund steht die Geschichte: Es geht um einen Mann, der sich gegen jede Chance seinem Problem stellt. Ständig muss er sich den wechselnden Situationen anpassen. Aber er kämpft mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen.“

„Hartgesotten ist Jack Stanfield nun wirklich nicht“, sagt Ford. „Er ist stark emotionsgeprägt und leidet unter Ängsten, denn sogar als er bei der Aktion bereitwillig mitmacht, klappt sie nicht reibungslos.“

Oscar-Kandidat Ford gibt zu, dass „ich Geschichten vorziehe, in denen ich mich extremen Situationen stellen muss. Ich wünsche mir unverwechselbare Rollen in mitreißenden Storys. Ich erlebe diese Männer gar nicht als Helden, sondern als Menschen, die in bestimmte Situationen geraten und einfach nur nicht aufgeben.“ Weil die Landrock Pacific Bank vor der Übernahme durch den multinationalen Konzern Accuwest steht, hat man entscheidende Geräte bereits aus dem Gebäude entfernt. „Dadurch ist Cox’ ursprünglicher Plan nicht mehr durchführbar. Jack muss also unbedingt eine Alternativmethode improvisieren, um sein eigenes ausgeklügeltes Computersicherheitssystem zu manipulieren – das ist erheblich gefährlicher.“

Gleichzeitig wird Jack in der Firma vom Accuwest-Manager und möglichen Rivalen Gary Mitchell (ROBERT PATRICK) zunehmend schärfer überwacht – die beiden sind schon beim Thema Sicherheitsmaßnahmen aneinandergeraten. Landrock-Chef Arlin Forester (ALAN ARKIN) legt aber großen Wert darauf, dass alles glatt läuft. Er verlangt also, dass Jack mit der neuen Leitung zusammenarbeitet und jederzeit für Fragen zur Verfügung steht. Gleichzeitig will Cox Jack von jeder denkbaren Unterstützung abschneiden und zwingt ihn deswegen, seine enge Mitarbeiterin Janet (MARY LYNN RAJSKUB) zu entlassen. Außerdem muss Jack seinen alten Freund und Kollegen Harry (ROBERT FORSTER) mit einem Auftrag auf Dienstreise schicken.

Während Jack sich bemüht, Cox’ Bedingungen zu erfüllen, ohne selbst erwischt zu werden, überlegt er fieberhaft, wie er das System zu seinen Gunsten beeinflussen kann – er sucht einen Ansatzpunkt, um seinen Erpresser unter Druck zu setzen und dann über die Freilassung seiner Familie zu verhandeln. Doch falls Cox die Falle wittert, könnte sich die Situation auch unheilvoll zuspitzen.


Perfekter Plan. Perfekte Durchführung… falscher Mann

„Richtig spannend wird das erst durch das Zusammenspiel von Harrison und Paul“, sagt Loncraine. „Die Beziehung der beiden funktioniert eben – und davon hängt tatsächlich alles ab. So etwas kann man nicht mit Geld bezahlen, das lässt sich nicht künstlich herstellen.“

Der Regisseur bezeichnet seinen charismatischen Hauptdarsteller als „echten Haudegen“. Er weiß zu würdigen, wie sehr Fords Instinkt, seine genaue Kenntnis der technischen Arbeitsabläufe hinter der Kamera zu seiner Leinwandwirkung beitragen. „Hervorragend gestaltet er gerade und besonders die Szenen, in denen er keine Dialoge hat, in denen er zum Beispiel nur durch einen Türspalt schaut und auf das reagiert, was im anderen Zimmer abläuft. Er erfüllt eine Szene mit Leben, die auf der Drehbuchseite noch gar nicht voll durchstrukturiert ist. Ganz erstaunlich. Er analysiert die Vorgabe, erkennt den dramatischen Rhythmus, die Höhen und Tiefen in jeder Szene, und es gelingt ihm, die Spannung genau im richtigen Maß zu dosieren und hochzuschrauben.“

Anfangs hat Jack seine Lebenssituation weitgehend unter Kontrolle, fühlt sich also wohl. Ihn nervt zunächst nur die Unruhe, die durch die Bankübernahme entsteht, und das Kompetenzgerangel mit seinem Rivalen. Außerdem muss er annehmen, dass jemand seine Kreditkarte geklaut hat – auch darum muss er sich kümmern. Doch dann schlägt Cox zu. Minuten später durchlebt Jack einen derart extremen Albtraum, dass er all seine lachhaften kleinen Probleme völlig verdrängt.

Schon bald greift er zu den Mitteln der Gewalt, weil er seiner Familie das Leben retten will – sein bisheriger Verhaltenskodex nützt ihm in dieser Lage nichts mehr. Jack verwandelt sich so dramatisch, dass er sich kaum noch wieder erkennt, als er ein paar Tage später zufällig in den Spiegel schaut.

„Letztlich ist Jack unser Stellvertreter auf der Leinwand – wir können uns mit ihm identifizieren“, sagt Bernstein. „Mit ihm durchleben wir seine Probleme, aber er löst sie auch für uns. Er muss eine Menge einstecken, er leidet sehr. Er ist ein wunderbarer Vater, ein liebevoller Ehemann, ein guter Freund: Die Wut kocht in ihm hoch, und er kämpft für sein Recht. Wenn die Zuschauer ihn sehen, spüren sie: ,Ja, genauso würde ich das auch machen…‘ – falls sie dazu in der Lage wären.“

Ford stieß schon früh in der Vorbereitungsphase zum Team und konnte also die Rolle des Jack Stanfield mitentwickeln: „Als Schauspieler empfinde ich es als besonders reizvoll, die Entwicklung einer Figur auszutüfteln: Wie kann ich die ausdrücken? Dabei ist es immer schwierig, die angemessenen Entscheidungen zu treffen. Richtig Spaß macht es dann erst, wenn ich tatsächlich vor der Kamera stehe und die Rolle spiele – das ist dann ganz einfach.“

Oft hat man Ford als Prototyp des amerikanischen Helden bezeichnet, als einen ikonenhaften Alltagsmenschen in Action-Rollen oder, mit Iwanyks Worten, als „ein ganz eigenes Filmgenre“. Das Publikum in aller Welt schätzt Ford, weil er Action mit wahrhaftigen Gefühlen kombinieren kann. Dazu seine „Firewall“-Partnerin Virginia Madsen: „Er gehört zu den ganz wenigen Männern, die heute noch Helden à  la Gary Cooper, John Wayne oder Robert Mitchum spielen können. Die Filmhelden damals waren so wie er: integer, intelligent und sensibel, ohne viele Worte darüber zu verlieren. Deswegen lieben ihn die Frauen so sehr, und nicht, weil er so stark und schweigsam ist. Wir lieben ihn, weil er in seinen Filmen Gefühle ausdrückt.“

Solch ein Held verdient einen hochkarätigen Gegner – und diese Aufgabe erfüllt der klassisch ausgebildete britische Schauspieler Paul Bettany in der Rolle des meisterhaften Manipulators Cox mehr als angemessen.

„Es ist auffällig, wie sehr Paul sich als Schauspieler von seinem Bauch, von seinen Instinkten leiten lässt“, sagt Ford. „Ein Schauspieler muss ja nicht nur in seiner Rolle überzeugen, sondern ständig auch bedenken, wie er damit dem Film und dem Zusammenspiel des Ensembles nützt. Genau das tut Paul. Er kann von seiner Rolle abstrahieren, den Film als Ganzes einschätzen und damit all jene Strömungen unterstützen, die über seine eigene Darstellung hinausgehen.“

Das schönste Kompliment für Bettanys Leistung in der Rolle des Bill Cox ist wohl das Zitat von Basil Iwanyk, der über ihn sagt: „Wir hassen ihn wirklich abgrundtief.“

Bettany kann dem nur aus vollem Herzen zustimmen und gibt gern zu, dass Schurkenrollen „erheblich mehr Spaß machen als die Guten“. Aber diese sonderbare Gefühllosigkeit, mit der Cox seine bösen Ziele verfolgt, regten Bettany zu einer unterkühlten, zurückhaltenden Darstellung an: „Ich spiele ihn so ehrlich wie möglich, um all die Bösewicht-Klischees von den verkniffenen Augen bis zum Schnurrbart-Zwirbeln zu vermeiden, die ich in unzähligen Thrillern gesehen habe.“

Cox empfindet das Kidnapping wie eine geschäftliche Transaktion. Dazu Bettany: „In einer Szene erkläre ich Jacks Frau, wer ich bin und was ich will: ,Wenn du dieses und jenes tust, läuft alles reibungslos: wenn nicht, bringe ich dich und deine beiden Kinder um.‘ Ganz einfach.“ Cox bleibt dabei so gelassen wie ein Teppichverkäufer, der die Vorzüge einer Hersteller-Garantie darlegt.

Tatsächlich ist es „diese völlig sachliche Haltung, die unterschwellige Gewalttätigkeit, die uns die Haare zu Berge stehen lässt“, sagt Iwanyk. „Er scheint weder Freude noch Ekel an seiner Aktion zu empfinden. Gerade deswegen traut man diesem Mann absolut alles zu. Er bleibt völlig unberechenbar.“

„Paul kann sich von einem Moment zum anderen völlig verwandeln“, fügt Loncraine hinzu, der Bettany 2004 in seiner für den Empire Award nominierten Darstellung des Tennis-Profis in der romantischen Komödie „Wimbledon“ (Wimbledon – Spiel, Satz und… Liebe) inszenierte. „Und die Familie glaubt ihm auch weitgehend, als er verspricht, dass alles gut wird. Denn es ist in der menschlichen Natur einfach angelegt, die Hoffnung nicht zu verlieren.“ Cox gibt sogar vor, sich mit Jacks kleinem Sohn anzufreunden. „Doch Jack lässt sich davon nicht beeindrucken.“

Die Rolle von Jacks Frau Beth übernimmt Virginia Madsen, die mit der Oscar-Nominierung für „Sideways“ (Sideways) einen aktuellen Karrierehöhepunkt erlebte. Bekannt wurde sie in den 1980er-Jahren mit „Electric Dreams“ (Electric Dreams) und „Dune“ (Der Wüstenplanet).

Madsen schätzt Beth als „realistische Figur: Sie ist die ebenbürtige Partnerin ihres Mannes, eine gute Mutter – nicht bloß eine Frau, die höchster Gefahr ausgesetzt wird. Ich habe anfangs mit Richard und Harrison darüber diskutiert, und wir waren uns einig, dass Beth sich ihren Umständen gemäß voll einbringt. Ich will sie als starke Frau und als kämpferische Mutter zeigen.“

Beth muss in ihrem Haus zurückbleiben, während Cox mit Jack ins Büro fährt, um den Diebstahl vorzubereiten. Zunächst will sie vor allem ihre erschreckten Kinder beruhigen, um die unberechenbaren Kidnapper nicht zu gewalttätigen Strafmaßnahmen zu provozieren. Gleichzeitig arbeitet ihr Verstand fieberhaft. Mit ihrem Mann kann sie sich außer durch ein paar hastig geflüsterte Worte nicht austauschen – deswegen ist sie ständig bereit, auf seinen Zuruf hin einen Fluchtversuch zu wagen. Gleichzeitig probiert sie alle psychologischen Kniffe aus, die ihr einfallen, um mit Cox’ Komplizen ins Gespräch zu kommen und mögliche Schwachstellen zu entdecken.

Aufgrund der durch die Story vorgegebenen sehr intimen Natur der Rollen fühlte Madsen sich durch Loncraines Arbeitsstil bei der Eingangssequenz etwas verunsichert – was ihr gleichzeitig half, ihre Rolle besser zu verstehen. Denn der Regisseur wollte die Szenen möglichst direkt und authentisch filmen – große Teile der Sequenz drehte er also mit jener Technik, die auch echte Kriminelle verwenden könnten. Nicht immer wussten die Schauspieler, wo sich das Kamerateam gerade versteckte.

„Das war sehr seltsam“, erinnert sich Madsen. „Denn ich hatte keine Ahnung, wo sich die Kamera befand. Carly [Schroeder, die Beths Tochter Sarah darstellt] und ich spielten eine Szene, in der wir einen Stadtbummel machen. Wir wussten nicht, wo das Filmteam steckte. In einer bestimmten Situation nahm ich an, dass die Szene längst beendet war, aber sie filmten uns weiter. Später haben wir dann erfahren, dass jemand an uns vorüber ging und uns mit einer winzigen Kugelschreiber-Kamera filmte. Es läuft mir wirklich kalt den Rücken herunter, wenn ich darüber nachdenke, dass Fremde mich und meine Kinder beobachten und uns abhören, ohne dass wir das überhaupt mitbekommen.“

An dem Tag, als Madsen mit ihrer „Sideways“-Leistung für den Oscar nominiert wurde, kam sie nach einer Reihe von Interviewterminen nach Hause und hörte ihre Telefonnachrichten ab. „Viele riefen an, um mir zu gratulieren, und ganz am Schluss kam die Nachricht von einem Mann, der behauptete, Harrison Ford zu sein.“ Er wollte mit ihr über die Beth-Rolle sprechen. „Ich hielt das für einen abgeschmackten Witz und fand das gar nicht komisch, weil ich diese Rolle unbedingt spielen wollte. Er hatte seine Telefonnummer genannt, und deswegen wollte ich darauf reagieren – egal, wer es war. Er nahm ab, und zehn Sekunden später kapierte ich, dass tatsächlich Harrison am Apparat war. Ich hätte mir keinen perfekteren Ausklang dieses Tages vorstellen können.“

Im Büro gibt sich Bill Cox als Beamter der Bundesprüfbehörde aus, um Jack immer im Auge behalten zu können. Jacks junge und fähige Assistentin Janet wird von Mary Lynn Rajskub gespielt, die 2001 mit ihrem Auftritt in der erfolgreichen Serie „24“ (24) für den Preis der Screen Actors Guild (Gewerkschaft der US-Film- und Fernsehschauspieler) nominiert wurde. „Janet spürt sofort, dass mit Jack irgendetwas nicht stimmt – aber natürlich kann niemand sich ausmalen, wie schlimm es wirklich steht“, sagt Rajskub. „Außerdem wird eine Assistentin darauf kaum eingehen, weil es sie nichts angeht – sie ist einfach nur neugierig und wartet ab, was passiert.“

Bevor sie das herausfinden kann, befiehlt Cox Jack, sie zu entlassen. Janet begreift nicht, dass ihr Chef gezwungen ist, gegen seinen Willen zu handeln – sie ist von der abrupten Entlassung einfach nur tief getroffen.

Jack hat in diesem Moment jedoch keine Zeit, über Janets Gefühle nachzudenken, denn die dramatische Situation zu Hause verlangt seine ganze Aufmerksamkeit, und der unerbittliche Bill Cox schaut ihm im Büro ständig über die Schulter. Und noch jemand ist ihm ein Dorn im Auge: Gary Mitchell, den Robert Patrick („Walk the Line“, „The X-Files“/Akte X) darstellt – ein grobschlächtiger und herablassender Mitarbeiter von Accuwest, jenes multinationalen Konzerns, der die Bank übernehmen wird.

Schon seit Wochen sitzt Mitchell Jack im Nacken, will jede Einzelheit über die Arbeitsweise von Landrock erfahren – und das Computersicherheitssystem gehört natürlich dazu. Von Anfang an konnte Mitchell Jack nicht ausstehen, und als er jetzt merkt, wie seltsam der erfahrene Sicherheitsexperte sich aufführt, sieht er Jack zunehmend als Risiko für die Firma. Mitchell schaut Jack also ganz genau auf die Finger – genau in dem Moment, als Jack sich fieberhaft bemüht, die Überweisungen für Cox zu tätigen, ohne Verdacht zu erregen.

„Man spürt deutlich, wie Jack immer mehr unter Druck gerät, wie die Spannung steigt“, sagt Patrick. „Jack hat wirklich schon genug um die Ohren – da kann er sich nicht auch noch mit diesem aggressiven Typen abgeben, der in sein Büro stürmt und ihm die Daumenschrauben anzieht. Wegen Mitchell wird er mehr als einmal fast erwischt. In diesen Szenen erleben wir hautnah, was in Jacks Kopf vorgeht. Wir spüren, wie er schwitzt, wie ihm der Atem stockt, wie er sich konzentriert, um die Aktion so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen.“

Als Janet geht und Mitchell ihm ständig neue Knüppel zwischen die Beine wirft, bleibt Jack aber immer noch ein Verbündeter im Büro: sein langjähriger Freund und Kollege Harry, den der renommierte Charakterdarsteller Robert Forster spielt. Forster erhielt für „Jackie Brown“ (Jackie Brown) eine Oscar-Nominierung. Als Harrison Ford ihn für die Rolle vorschlug, nahmen die Filmemacher die Idee nur zu gern auf.

Durch Harry lernt Jack Cox offiziell kennen, als der sich in einer seiner zahlreichen Verkleidungen einschleicht – diesmal als sympathischer Unternehmer, der den Sicherheitsexperten angeblich für eine neue Consulting-Firma abwerben will. Im Laufe der Handlung wird klar, was Cox wirklich vorhat, und Jack fragt sich natürlich, was sein alter Freund Harry mit diesem kriminellen Monster zu tun hat: Wieviel weiß er? Spielt er etwa sein eigenes Spiel?

Forsters abwechslungsreiche Karriere umfasst mittlerweile fast 40 Jahre – er hat Helden und Spitzbuben gespielt: „In der Zeit von ,Delta Force‘ war ich auf Bösewichte abonniert – nach 13 Jahren hatte ich genug davon. Dann besetzte Quentin Tarantino mich als Guten, und daraus konnte ich das Beste machen. Beide Arten von Rollen haben ihre Vorteile. Was mir aber an dieser Rolle am besten gefällt, ist ihre Zweideutigkeit.“

Unterdessen merkt auch Jacks Chef, der Landrock Chief Executive Officer Arlin Forester, wie fahrig und unkonzentriert Jack wirkt. Diese Rolle übernimmt der gefeierte Bühnen- und Filmstar Alan Arkin. Arkins Besetzung bildet das Langzeitergebnis eines Gesprächs, das der Schauspieler schon in den 1970er-Jahren mit Regisseur Loncraine führte, als sie sich in London trafen – beide versicherten sich damals, wie sehr sie die Filme ihres Gegenübers schätzten. „Wir haben gleich überlegt, ob wir nicht mal ein gemeinsames Projekt machen könnten. Und jetzt hat es geklappt – nur 25 Jahre später“, sagt Arkin mit dem ihm typischen Humor.

Im Gegensatz zu Mitchell will Forester Jack nur helfen – aber auch das bedeutet für Jack in diesem Moment nur noch mehr Stress. Die beiden haben eine Beziehung entwickelt, die nicht dem üblichen Verhältnis von Chef und Angestelltem entspricht. „Sie kommen recht gut miteinander aus“, erzählt Arkin. „Sie verabreden sich zum Essen, treffen sich auch privat mit ihren Familien. Doch plötzlich verhält sich Jack sehr merkwürdig, und ich kapiere nicht, was los ist.“ Forester geht davon aus, dass der Grund im persönlichen Konflikt zwischen Jack und dem reizbaren Mitchell zu suchen ist, und er fürchtet, dass Jacks Verhalten die Übernahmeverhandlungen gefährden könnte. Er ermahnt ihn also, sich zusammenzureißen. Doch in dieser sowieso schon unerträglichen Situation setzt er Jack damit nur noch mehr unter Druck.


Wie man Atmosphäre schafft

Loncraine strebte für „Firewall“ ein Ambiente im Stil des Film noir an, und er wollte den Spannungspegel durchweg hoch ansetzen. „Als klassischen Film noir kann man unseren Film wohl nicht bezeichnen, weil niemand eine Zigarette in der Hand hält“, schmunzelt er. „Aber sehr stilvoll-düstere Momente gibt es durchaus.“

„Wir brauchten einen Regisseur, der Atmosphäre schaffen kann. Richards unschätzbarer Beitrag besteht in seinem sensiblen Vorgehen, in seiner Kreativität“, sagt Armyan Bernstein, der genau weiß, dass „derartige Filme immer schwierig zu drehen sind. Es kommt auf jede kleine Nuance an, und trotzdem darf das Tempo nicht nachlassen. Die Zuschauer müssen spüren, dass die Menschen, mit denen sie zittern, wirklich in Gefahr sind. Sie müssen sich ständig fragen, ob alles in die Luft fliegt und wann es rumst – jetzt?… oder jetzt?… oder jetzt vielleicht? Sie müssen mit den Helden aushalten, immer das Schlimmste erwarten. Und schließlich rumst es dann tatsächlich.“

Loncraine hatte den Ehrgeiz, das Bedrohliche der eher gemütlichen und alltäglichen Schauplätze herauszuarbeiten. Es geht ihm dabei nicht um geheimnisvoll dunkle Korridore, sondern um allseits vertraute und gut ausgeleuchtete Gebäude, in denen wir normalerweise unseren unbeschwerten Alltag gestalten.

„Spannung lässt sich immer leicht aufbauen, wenn jemand mit einem Messer durch eine Gasse schleicht und vor ihm ein Kind im Lichtkegel der Straßenlaterne auftaucht“, beschreibt er seine Überlegungen. „Aber wie zeigt man einen Mann am Computer, der mit jemandem telefoniert, der seinerseits ruhig zu Hause auf dem Sofa sitzt, aber jederzeit seine Kanone ziehen und sie seinem Kind an die Schläfe setzen könnte? Das ist sehr viel schwieriger. Es ging mir darum, die gefährliche Situation im Haus und im Büro sichtbar zu machen. Gerade die Banalität des Alltags habe ich für mich genutzt. Denn wenn man sich nicht mal mehr im eigenen Wohnzimmer sicher fühlen kann, wo dann?“

Schon in der Eröffnungssequenz erlebt das Publikum sehr beunruhigende Bilder, die klar machen, dass hier jemand den Schutz der Privatsphäre missachtet. Mit den Augen und Ohren der unbekannten Beobachter erleben wir das Familienleben im Haus der Stanfields – das Überwachungsequipment ist draußen im Blattwerk verborgen. „Alle diese Aufnahmen haben wir mit digitalen Videokameras, auf Hi 8 und 8mm gedreht. Die Bilder sehen also nicht professionell aus – wir haben uns sogar bemüht, sie so schlecht wie möglich zu filmen“, erklärt Loncraine. „Inszeniert hat das niemand. Ich wollte ruckartige Bewegungen, Unschärfen, blitzartige Zooms und einen Ton, der sich wie von angezapften Telefonleitungen anhört.“

Außerdem benutzte Loncraine eine Reihe von atmosphärischen Kniffen, um die Spannung zu erhöhen. Dazu Basil Iwanyk: „Die Zuschauer sollen sich möglichst genauso unsicher und ungemütlich fühlen wie die Figuren auf der Leinwand. Richard schafft eine klaustrophobische Atmosphäre.“

Und Loncraine fügt hinzu: „In zweieinhalb Zimmern spielt sich eine Menge ab. Diese Familie ist in ihrem eigenen Haus gefangen – bis zu fünf Kidnapper bewachen sie. Da gibt es keine Privatsphäre, keinerlei Bewegungsfreiheit. Außerdem klopft ständig der Regen an die Fensterscheiben und aufs Dach.“

Für den Regen ist Seattle bestens bekannt. An den kanadischen Drehorten war Spezialeffekte-Leiter Tony Lazarowich („Elf“/Buddy – der Weihnachtself; „Scary Movie 3“) dafür verantwortlich. Nach seiner Hochrechnung verbrauchte er für den künstlichen Regen 1.274.000 Liter Wasser, davon allein 640.000 Liter für die sechs Drehwochen im Stanfield-Haus. Dabei musste er darauf achten, dass das Haus keinen Schaden nahm. Es handelt sich um ein von Brian Hemingway entworfenes Eigenheim am Meer in Lions Bay/British Columbia. Außerdem galt es die Fluten so abzuleiten, dass eine Überschwemmung des Grundstücks vermieden wurde. Was gar nicht so einfach war, denn 20 bis 30 Regentürme (die vom Team mit Wasser gefüllt werden und den Regen dann versprühen) waren auf dem Dach platziert, weitere Türme versteckte man auf dem Grundstück hinter den Bäumen.

Für die Stadtszenen in der Umgebung von Jacks Büro installierte man „Regengerüste“, die an 80 Tonnen schweren Kränen aufgehängt wurden und die Länge eines gesamten Straßenblocks hatten. Lazarowich gibt zwar zu, dass man mit solch gewaltigem Aufwand beeindrucken kann – manchmal kommt es jedoch nur auf ein paar gut platzierte Tropfen an. „Richard hat den Regen besonders atmosphärisch eingesetzt“, sagt er. „Teils leicht, teils intensiver. Kameramann Marco Pontecorvo und ich haben uns viel Mühe gegeben, damit ein, zwei Regentropfen genau im richtigen Winkel auf Harrisons Gesicht fallen.“

Und seinen schwarzen Humor konnte der Regisseur auch anbringen: Er verwendet den laufenden Fernseher der Stanfields als Hintergrundgeräusch – wobei die dramatischsten Vorgänge der Geiselnahme mit den albern-fröhlichen Werbe-Jingles, Zeichentrickserien und Kochshows untermalt werden – eine Mischung aus Lebensgefahr und Banalität.

Grundsätzlich will Loncraine das Publikum durch seinen realistischen Ansatz fesseln. Dazu sagt der für die visuellen Effekte zuständige Angus Bickerton (der mit der Miniserie „Band of Brothers“ eine Emmy-Nominierung verbuchte und schon oft mit dem Regisseur zusammengearbeitet hat): „Ich bin immer für grandiose visuelle Effekte zu haben, aber in diesem Film mussten wir sie so gestalten, dass sie absolut nicht als solche wahrgenommen werden.“

Bickerton bekam in „Firewall“ eine Menge zu tun – zum Beispiel musste er mit seinem Team die Illusion schaffen, dass sich Jack Stanfields Büro im 20. Stockwerk des Bankgebäudes befindet – gedreht wurde jedoch im 2. Stock. Außerdem galt es die Stadtansicht von Vancouver durch Seattle zu ersetzen. In Bezug auf die Atmosphäre manipulierten Bickerton und Kameramann Pontecorvo das Tageslicht, und „wir drehten eigenständige Bildelemente, die wir verwendeten, um den vom Wind gegen die Scheiben gepeitschten Regen zu zeigen. Am Anfang erleben wir Jack in seinem sonnendurchfluteten Büro, doch bald bezieht sich der Himmel, es wird dunkel, es regnet, die Stimmung wirkt bedrückend.“

Als Vorbereitung der Szenen in der Landrock Pacific Bank schauten sich Loncraine und Produktionsdesigner Brian Morris („Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl“/Fluch der Karibik; Oscar 1996 und BAFTA-Nominierung für „Evita“) eine Bank in Los Angeles an, um Anregungen für die Büroausstattung zu bekommen – sie wollten die Büroräume nicht genau nachbauen, sondern nur ein Gefühl für die Proportionen, für das Ambiente bekommen. Der Regisseur erlebte das Sicherheitssystem als „interessante Mischung aus Hi-Tech- und Low-Tech-Vorrichtungen, von Überwachungskameras über Luftschleusen bis zu biometrischen Fingerabdruck-Sensoren“. Vieles davon findet sich im Film wieder.

Loncraine hat Kunst studiert und machte sich in seiner Heimat England einen Namen als Bildhauer und Designer, bevor er sich dem Film zuwandte. Daher weiß er genau, wie wichtig Bilddetails sein können. Ein Beispiel: Er wollte unbedingt den „getürkten Nasa-Kontrollraum-Look auf den Bildschirmen vermeiden: Ständig sieht man riesige blinkende Anzeigen wie ,ABBRECHEN‘ oder ,FEHLGESCHLAGEN‘, die niemand ernstnehmen kann.“ Stattdessen werden in „Firewall“ ganz normale Computergrafiken und die Standard-Bildschirmoberflächen des Bankwesens verwendet, und wenn es angebracht ist, fährt die Kamera sehr nah an den Bildschirm heran.

Auch die Mitarbeit des Banksicherheitsexperten Lawrence T. Levine gewährleistet die Authentizität – er überprüfte die technischen Dialoge und Vorgänge auf Stichhaltigkeit. Allerdings gibt Loncraine zu: „Manchmal muss man das Ganze einfach etwas abkürzen, weil die Vorgänge zu komplex sind – es ist oft einfach nicht nötig, sie tatsächlich realistisch darzustellen. Im Grunde halte ich es nicht für entscheidend, dass die Zuschauer die ganze Technik durchschauen. Aber sie müssen natürlich davon überzeugt sein, dass die Filmhelden sie beherrschen.“

Loncraine ist als Technik-Freak bekannt, schätzt derartige Spielereien und kann sich stundenlang mit Gebrauchsanleitungen beschäftigen. Er verrät, dass er sich für den Dreh von „Firewall“ in den Bereich Computerkriminalität derart intensiv eingearbeitet hat, dass „man uns tatsächlich gebeten hat, die Sache eine Nummer kleiner zu fahren. Erstaunlicherweise ist es nämlich gar nicht schwer, eine Bank auszurauben, wenn man die kriminelle Energie dafür aufbringt. Vielleicht versuche ich es ja selbst mal, wenn ich keinen anderen Job mehr bekomme – denn das nötige Know-how habe ich jetzt.“

Das „Firewall“-Team drehte auch an Originalschauplätzen in und um Vancouver, das im Film Seattle doubelt: Gefilmt wurde am Vancouver International Airport, wo Jack Stanfield nach Büroschluss über einen Online-Bankschalter auf den Computer der Bank zugreifen will, und im Cassiar Tunnel, wo er einen von Cox’ Komplizen bestechen und anschließend fliehen will. Die meisten Innenräume der Landrock Pacific Bank wurden im Canadian Motion Picture Park in Burnaby nachgebaut. Außerdem benutzte man ein teilweise leer stehendes Bürogebäude in der Nähe. Die Anfangssequenz mit den Aufnahmen vom opulenten Eingangsbereich der Bank drehte man im großen Foyer der Royal Bank. Die Diva Bar im Metropolitan Hotel diente als Schauplatz für eine Szene, in der sich Jack, Harry und Bill Cox treffen. Und auf dem Dach des im Art-Deco-Stil gebauten historischen Marine Building drehte man eine Szene in Harrys Wohnung.

„Änderung des Plans. Ich rede nicht mehr.“

„Nachdem der Raub durchgeführt ist, Cox aber sein Wort bricht und Jacks Familie nicht freigibt, begreift Jack, dass seine schlimmsten Ahnungen wahr werden: Cox hat gar nicht vor, sie freizulassen“, erklärt Ford. In diesem Moment mobilisiert Jack ganz ungeahnte Kräfte in sich. „Er kapiert, dass er bei Cox den Hebel nur über das Geld ansetzen kann. Wenn er also in der Lage wäre, die eben an Cox überwiesene Summe zurückzudirigieren, hätte er wieder einen Trumpf in der Hand.“ Allerdings könnte eine solche Verzweiflungstat einen Kontrollfreak wie Cox dazu bringen, den Schaden zu begrenzen und einfach zu verschwinden, damit allein Jack auf frischer Tat ertappt wird. Oder Cox könnte blutige Rache üben.

In Jack hat sich seine Wut, sein Ohnmachtsgefühl tagelang aufgestaut – jetzt geht er auf einmal Risiken ein, die er sich nie im Leben zugetraut hätte. „Er dreht durch“, sagt Iwanyk. „Er kommt an den Punkt, an dem er sich fast wie ein Barbar ausschließlich darauf konzentriert, seine geliebte Familie wiederzubekommen.“

Weil das so ist, legte Loncraine Wert darauf, die unausweichliche physische Auseinandersetzung als impulsiven, gefühlsmäßigen Kampf so echt und glaubwürdig wie nur möglich zu gestalten – eine spektakuläre Schlägerei wäre hier fehl am Platze. Beim Aufmischen der Szene verließ sich der Regisseur auf den altgedienten Stunt Coordinator Bill Ferguson.

„Er wollte jeden Eindruck einer choreografierten Inszenierung vermeiden“, erklärt Ferguson. „Es gibt also keinen üblichen Schlagabtausch wie in Saloon-Schlachten, nichts läuft glatt und knackig ab, Richard will es grob und unbeholfen, schnörkellos, sogar schlampig – eben so realistisch wie möglich.“ Gleichzeitig mussten die Filmemacher bedenken, dass diese Männer bei der Auseinandersetzung völlig unterschiedliche Kampfstile einsetzen: „Denn sie stammen aus verschiedenen Milieus. Bettany bringt ein paar Tritte an und landet ein paar saubere Treffer, die fast eines Boxers würdig sind, denn Cox war wahrscheinlich mal beim Militär. Was dagegen Harrison macht, kann man eher als Raufen bezeichnen. Diese Kombination sorgt also für Dynamik.“

„Der Kampf ist recht kurz, aber brutal und sehr intensiv – und sehr originell“, berichtet Ford, der verrät, dass er solche Szenen nach wie vor mit großem Enthusiasmus umsetzt. „Mir macht es immer noch Spaß, die Choreografie einzustudieren, jede Einzelheit zu bedenken und dann durchzuspielen, während wir uns auf dem Boden wälzen. Denn es ist wichtig, den Gerechtigkeitssinn der Zuschauer zu befriedigen, bevor der Vorhang fällt.“

Ferguson kann bereits auf über 20 Jahre Erfahrung als Stuntman oder Coordinator in der Filmbranche verweisen – sehr genau erinnert er sich an Actionsequenzen mit legendären Filmhelden wie Charles Bronson und Burt Lancaster, aber auch mit heutigen Stars. Und er gibt unumwunden zu: „Harrison zählt eindeutig zu jenen Darstellern, die mit Actionszenen am besten umgehen. Er kann derart einstecken, wie ich es sonst nur von Stuntleuten erwarten würde. Er ist persönlich die Treppe heruntergestürzt, er ist durch ein Fenster gehechtet und zu Boden gestürzt. Er hat seine Auto-Stunts ebenso selbst ausgeführt wie den Kampf im Haus – von den tagelangen Proben ganz zu schweigen, bei denen ich ihn herumschleuderte, gegen die Wand knallte – und er hat auch mich durch die Gegend katapultiert. Er ist stark, und man kann ihm nichts vormachen. Er kennt alle Kniffe, die kurzen Verzögerungen zwischen den Bewegungen, er weiß, wie diese Szenen geschnitten werden. Er weiß genau, wie das abläuft.

Über Fords Naturtalent sagt der Stuntexperte: „Er kann eigentlich viel besser kämpfen als Jack – wir mussten seinen Stil also abschwächen, einfach weil er einen Bankmanager spielt, der den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt.“

Wenn Harrison Ford die Messlatte für diese Auseinandersetzungen hochlegte, so bestätigt Ferguson gleichzeitig, dass sich Paul Bettany dem Anspruch durchaus gewachsen zeigte, und zwar sowohl in Bezug auf seine körperlichen Fähigkeiten als auch mit seinem Humor. „Paul eröffnete mir gleich zu Anfang, dass er leicht blutet“, lacht Ferguson. „Also gingen wir davon aus, dass er auch schnell zu Boden geht, aber tatsächlich hat er sich sehr wacker geschlagen, übrigens viel besser, als er selbst zugeben würde – er konnte einstecken, Fußtritte austeilen, zu Boden stürzen, und er ließ sich durch den Raum schleudern. Er hat sich hundertprozentig eingebracht.“

Auch Virginia Madsen musste sich reichlich mit den Schurken herumprügeln – stolz verweist sie auf ihre eigenen „Beulen und blauen Flecken“, die sie sich am Set verdient hat. Und sie sagt: „Das war sehr lustig. Ich darf solche rabiaten Actionszenen nur selten spielen und habe das als echtes Geschenk empfunden – wenn es mir auch ein bisschen peinlich war. Eines Tages humpelte ich über den Set, versorgte meine frischen Schürfwunden und kam mir dabei echt wie ein Macho vor – und dann erlebe ich, wie Harrison durch ein Fenster hechtet, gegen Wände knallt und dann einfach wieder aufsteht und sich den Staub abklopft, als wenn nichts gewesen wäre.“



DARSTELLER

HARRISON FORD

Jack Stanfield

Im Laufe seiner Karriere hat sich Ford als einer der beliebtesten Schauspieler unserer Zeit profiliert. Von seinen 38 Spielfilmen haben elf über 100 Millionen Dollar eingespielt. Als Star von Blockbustern wie den „Star Wars“- und „Indiana Jones“-Trilogien, „The Fugitive“ (Auf der Flucht), „Air Force One“ (Air Force One) und „Patriot Games“ (Die Stunde der Patrioten) verkörpert er für die Kinozuschauer in aller Welt den sprichwörtlichen amerikanischen Helden.

Seine Leistung in dem Suspense-Thriller „Witness“ (Der einzige Zeuge, 1985) wurde für den Oscar und den Golden Globe nominiert. Golden-Globe-Nominierungen erhielt er auch für seine Hauptrollen in „Sabrina“ (Sabrina, 1995), „Auf der Flucht“ (1993) und „The Mosquito Coast“ (Mosquito Coast, 1986). Die National Association of Theatre Owners (US-Verband der Kinobetreiber) wählte ihn 1994 zum Star des Jahrhunderts. People kürte Ford 1998 zum „Sexiest Man Alive“, und im selben Jahr gewann er den People’s Choice Award als Beliebtester Kinoschauspieler. 1999 erhielt er den People’s Choice Award als Beliebtester Kinostar aller Zeiten. Und 2000 wurde er erneut zum Beliebtesten Kinoschauspieler gewählt. 2000 ehrte ihn das American Film Institute für sein Lebenswerk mit dem renommierten Life Achievement Award. 2002 wurde er bei der Verleihung der Golden Globes für sein Lebenswerk mit dem Cecil B. DeMille Award ausgezeichnet.

Ford stammt aus Chicago. Er studierte am Ripon College in Wisconsin und zog dann nach Los Angeles, um Schauspieler zu werden. Zunächst nahm ihn Columbia Pictures unter Vertrag – sein Filmdebüt gab Ford in dem Krimi „Dead Heat on a Merry-Go-Round“ (Immer wenn er Dollars roch, 1966). Nach einer kleinen Rolle in „Getting Straight“ (Getting Straight, 1970) beschloss er, sich finanziell von der Filmkarriere unabhängig zu machen – er arbeitete als Tischler, während er auf die richtige Rolle wartete.

1973 – Ford hatte drei Jahre lang keinen Film gedreht – besetzte George Lucas ihn in „American Graffiti“ (American Graffiti). Ein Jahr später ergatterte er eine wichtige Nebenrolle in Francis Ford Coppolas „The Conversation“ (Der Dialog). Dann spielte er eine bedeutende Rolle in Stanley Kramers Fernsehproduktion „Judgment: The Court Martial of Lt. William Calley“.

1977 kehrte Ford auf die Leinwand zurück: Lucas besetzte ihn als großspurigen Rebellen- Raumpiloten Han Solo in „Star Wars“ (Krieg der Sterne), der alle Kassenrekorde brach und Ford international bekannt machte. Es folgten „Hanover Street“ (Das tödliche Dreieck, 1978) und „The Frisco Kid“ (Frisco Kid, 1979). Gastauftritte absolvierte er in „Apocalypse Now“ (Apocalypse Now, 1979) und „More American Graffiti“ (The Party Is Over, 1979). Dann besetzte Steven Spielberg ihn als unerschrockenen Abenteurer Indiana Jones in „Raiders of the Lost Ark“ (Jäger des verlorenen Schatzes, 1981). Auch dieser Film war bei seinem Kinoeinsatz der umsatzstärkste Film aller Zeiten.

Zwischen den „Star Wars“-Sequels „The Empire Strikes Back“ (Das Imperium schlägt zurück, 1980) und „Return of the Jedi“ (Die Rückkehr der Jedi-Ritter, 1983) sowie den „Raiders“-Fortsetzungen „Indiana Jones and the Temple of Doom (Indiana Jones und der Tempel des Todes, 1984) und „Indiana Jones and the Last Crusade“ (Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, 1989) trat Ford auch in etlichen anderen berühmten Filmen auf. In „Blade Runner“ (Der Blade Runner, 1982) zeigte er eine schnörkellose Leistung als Cop in einem nihilistisch-futuristischen Los Angeles. Begeisterte Kritiken und eine Oscar-Nominierung erhielt er für seine Rolle als Cop auf der Flucht, der sich in „Der einzige Zeuge“ im Wohngebiet der Amish versteckt. Anschließend stellte Ford einen idealistischen Exzentriker und Erfinder in „Mosquito Coast“ (1986) dar. Dann spielte er eine Art Hitchcock-Held in „Frantic“ (Frantic, 1988), bevor er sein Können auch in der Liebeskomödie „Working Girl“ (Die Waffen der Frauen, 1988) unter Beweis stellte.

In „Presumed Innocent“ (Aus Mangel an Beweisen, 1990) spielte er einen mordverdächtigen Anwalt; in „Regarding Henry“ (In Sachen Henry, 1991) einen arroganten Yuppie, der bei einem Überfall niedergeschossen wird und ein neues Leben beginnt; und den heldenhaften Ex-CIA-Agenten Jack Ryan in „Die Stunde der Patrioten“ (1992) und „Clear and Present Danger“ (Das Kartell, 1994). Dann stellte er einen fälschlich wegen Mordes verurteilten Arzt in „Auf der Flucht“ (1993) dar; einen engagierten New Yorker Cop in „The Devil’s Own“ (Vertrauter Feind, 1997); und President James Marshall in „Air Force One“ (1997). In dem Remake von „Sabrina“ (1995) war er in der Rolle zu sehen, die Humphrey Bogart im Original verkörpert hatte.

In den letzten Jahren trat Ford in der romantischen Komödie „Six Days, Seven Nights“ (Sechs Tage, sieben Nächte, 1998) auf; im Liebesdrama „Random Hearts“ (Begegnung des Schicksals, 1999); und im Thriller „What Lies Beneath“ (Schatten der Wahrheit; 2000). 2002 lief sein Film „K-19“ (K-19 – Showdown in der Tiefe), Kathryn Bigelow führte Regie, eine weitere Hauptrolle übernahm Liam Neeson. Im Juni 2003 kam Ron Sheltons „Hollywood Homicide“ (Hollywood Cops) mit Ford und Josh Hartnett in die Kinos.

Ford engagiert sich aktiv für ökologische Belange und arbeitet für zahlreiche Umweltprojekte. Er sitzt im Vorstand von Conservation International. In Jackson/Wyoming stiftete er dem Jackson Hole Land Trust 158 Hektar seines Grundbesitzes als Naturschutzgebiet.

Aktuelle Auszeichnungen: der Heart of the City Award, verliehen von City Harvest für Hungerhilfe; NRDC – Forces for Nature; die Stiftung Lindbergh Foundation für den Ausgleich von Technik und Umwelt; der Distinguished Humanitarian Award von B’nai B’rith, ebenfalls für Fords ökologisches Engagement; der World Stunt Award; und der Lifetime Achievement Award des Theaters Laguna Playhouse in Laguna Beach/Kalifornien. Am 30. Mai 2003 wurde Ford mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt.


PAUL BETTANY

Bill Cox

In Europa hatte sich der Brite Paul Bettany bereits als Filmstar, auf den Londoner Bühnen und im englischen Fernsehen profiliert, als er sich mit „A Knight’s Tale“ (Ritter aus Leidenschaft) auch dem amerikanischen Publikum präsentierte: Neben Heath Ledger spielte er den komischen Chaucer. Mit dieser Rolle gewann er den Preis der Londoner Filmkritiker als Bester Nebendarsteller. Das Branchenblatt Daily Variety nahm ihn 2001 in die Liste „Zehn Leute, die man im Auge behalten sollte“ auf.

Bettany machte seine klassische Theaterausbildung am Londoner Drama Centre. Sein Bühnendebüt gab er in der West-End-Inszenierung von „An Inspector Calls“ (Ein Inspektor kommt) unter der Regie von Stephen Daldry („The Hours“, „Billy Elliot“). Eine Spielzeit trat er im Ensemble der Royal Shakespeare Company auf – unter anderem in „Richard III“ (König Richard III.), „Romeo and Juliet“ (Romeo und Julia) und „Julius Caesar“ (Julius Caesar). Dann übernahm er seine erste Spielfilmrolle in „Bent“ (Bent).

Auf der Bühne war Bettany dann in „Love and Understanding“ am Londoner Bush Theatre zu sehen. Diese Rolle spielte er später auch am Longwharf Theatre in Connecticut. Diese Leistung verschaffte ihm neue Rollen im britischen Fernsehen, zum Beispiel in Lynda La Plantes „Killer Net“ und in „Coming Home“, in dem Bettany neben Peter O’Toole auftrat.

Dann wirkte er am Royal Court Theatre in „One More Wasted Year“ und „Stranger’s House“ mit. Es folgten Spielfilmrollen in David Lelands „The Land Girls“ (Brombeerzeit) mit Catherine McCormack und Rachel Weisz sowie in „After the Rain“.

Anschließend spielte er den Steerforth in Peter Medaks TNT-Verfilmung „David Copperfield“ (David Copperfield) mit Sally Field und Michael Richards. Zu seinen weiteren Filmen zählt „Suicide Club“ mit Jonathan Pryce und David Morrissey.

Nominierungen für den British Independent Film Award und den Nachwuchsdarstellerpreis der Londoner Filmkritiker erhielt Bettany für Paul McGuigans IFC-Film „Gangster No.1“ (Gangster No.1) – weitere Rollen spielten Malcolm McDowell, David Thewlis und Saffron Burrows.

Dann übernahm Bettany die Rolle des nur imaginierten Mitbewohners von Russell Crowe in Ron Howards Oscar-preisgekröntem „A Beautiful Mind“ (A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn) mit Ed Harris und Jennifer Connelly in weiteren Rollen. Mit dieser Leistung gewann Bettany als Bester Britischer Darsteller den Preis der Londoner Filmkritiker.

Anschließend verkörperte er eine Hauptrolle in Peter Weirs „Master and Commander: The Far Side of the World“ (Master & Commander – Bis ans Ende der Welt) mit Russell Crowe. In dieser Verfilmung des Romans von Patrick O’Brian spielt Bettany den Schiffsarzt und frühen Naturkundler Stephen Maturin, den besten Freund des Kapitäns Jack Aubrey (Crowe). Mit dieser Darstellung gewann er als Bester Britischer Darsteller den Preis der Tageszeitung Evening Standard, den Preis der Londoner Filmkritiker als Bester Nebendarsteller sowohl für „Master and Commander“ als auch für „The Heart of Me“, sowie als Bester Darsteller den Elle Style Award für „Master and Commander“ und „Dogville“ (Dogville). Mit seiner Leistung als Nebendarsteller in „Master and Commander“ wurde er für den British Academy Award (BAFTA) und den Preis der Rundfunkkritiker nominiert.

Aktuell wirkte Bettany in „The Heart of Me“ und „The Reckoning“ mit. In Thaddeus O’Sullivans „The Heart of Me“ tritt Bettany neben Helena Bonham Carter und Olivia Williams auf – es geht um ein Ehepaar und einen Mann, der eine Affäre mit der Schwester seiner Frau hat.

In Regisser Lars von Triers dramatischem Thriller „Dogville“ (Dogville) war Bettany neben Nicole Kidman und Stellan Skarsgård zu sehen, und in Regisseur Richard Loncraines „Wimbledon“ (Wimbledon – Spiel, Satz und… Liebe) neben Kirsten Dunst.

Inzwischen abgedreht hat er Ron Howards mit Spannung erwarteten „The Da Vinci Code“ – die Imagine-Films-Produktion soll in den USA am 31. März anlaufen.


VIRGINIA MADSEN

Beth Stanfield

Die unterkühlte, klassische Schönheit, die blonde Mähne und ihr überschäumender Hang zum Dramatischen zeichnen eine der vielseitigsten und ungewöhnlichsten Schauspielerinnen aus: Virginia Madsen. Ihre Leistung in Alexander Paynes „Sideways“ (Sideways) brachte ihr Nominierungen für den Oscar und den Golden Globe sowie enthusiastische Kritiken ein. Die mit dem Independent Spirit Award ausgezeichnete Schauspielerin trat in ihrer beeindruckenden Karriere bereits mit den wichtigsten und angesehensten Filmkollegen auf und ist heute in Hollywood so gefragt wie nie zuvor. In Vorbereitung befinden sich die Komödie „A Prairie Home Companion“ mit Meryl Streep und Kevin Kline, die satirische Komödie „The Astronaut Farmer“ mit Billy Bob Thornton und die Verfilmung einer wahren Geschichte: „In the Shadow of Wings“. All diese Rolle tragen zum Glamour bei, der Madsen als Star im Stil des klassischen Hollywood glänzen lässt.

Ihre Karriere hat Madsen die unterschiedlichsten Rollen beschert: Unter Francis Ford Coppolas Regie drehte sie „The Rainmaker“ (Der Regenmacher) mit Matt Damon; außerdem spielte sie in Rob Reiners „Ghosts of Mississippi“ (Das Attentat) mit Alec Baldwin, Whoopi Goldberg und James Woods; im Kultklassiker „Candyman“ (Candymans Fluch) von Kasi Lemmons; „Highlander 2“ (Highlander II – Die Rückkehr) mit Sean Connery; „The Hot Spot“ (The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer), inszeniert von Dennis Hopper; im ersten HBO-Film „Long Gone“ (Kein Spiel ohne Liebe); und in David Lynchs „Dune“ (Der Wüstenplanet). Gelegentlich war sie in der gefeierten NBC-Serie „American Dreams“ zu sehen. Ihre Vielseitigkeit konnte Madsen auch in den Independent-Filmen „Almost Salinas“ mit John Mahoney und „American Gun“ mit Oscar-Preisträger James Coburn unter Beweis stellen.

Im Anschluss an „Firewall“ drehte Madsen unter der Regie des legendären Robert Altman „A Prairie Home Companion“, die Verfilmung von Garrison Keillors beliebter Radioserie mit Meryl Streep, Lily Tomlin, Kevin Kline, Lindsay Lohan, Tommy Lee Jones, Woody Harrelson und John C. Reilly. Inzwischen arbeitet sie in New Mexico an „The Astronaut Farmer“ mit Billy Bob Thornton: Es geht um einen exzentrischen Farmer, der von einer Weltraumreise träumt und in seiner Scheune an einer Rakete bastelt. Madsen spielt Thorntons Frau Audie, die fest daran glaubt, dass ihr Mann seine Träume verwirklichen wird. Weitere Rollen übernehmen Bruce Dern und Bruce Willis. Anschließend reist Madsen nach Afrika, wo sie in Arthur Seidelmans „In the Shadow of Wings“ auftritt: Sie spielt eine amerikanische Schönheitschirurgin, deren Familie im Urlaub in Kenia bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt.

Virginia Madsen stammt aus Illinois, sie wuchs nördlich von Chicago auf. Ihr Vater war Feuerwehrmann, ihre Mutter Filmemacherin und Emmy-Preisträgerin. Als Kind begeisterte sich Virginia für alte Schwarzweiß- und Stummfilme. Schon bald bündelte sie ihre Energie in Richtung Karriere – das schüchterne Mädchen verwandelte sich in eine Bühnenelevin.

Die Starkarriere stand für sie in den Sternen, ihre Hartnäckigkeit und ihr Talent zahlten sich aus. Als ihr Polaroid-Foto auf dem Schreibtisch von David Lynch landete, besetzte er sie in seinem „Wüstenplanet“. Gleich anschließend trat Madsen in dem „ersten Computerfilm“ „Electric Dreams“ (Electric Dreams) auf.

Als Madsen von ihrem damaligen Freund Antonio Sabato Jr. ein Kind erwartete, unterbrach sie ihre Karriere und brachte ihren Sohn Jack zur Welt. Erst als Jack in den Kindergarten ging, dachte sie über die Fortsetzung ihrer Hollywood-Laufbahn nach. Francis Ford Coppola hörte davon und lud sie zum Vorsprechen für die Verfilmung von John Grishams Justiz-Thriller „The Rainmaker“ (Der Regenmacher) ein – damit kam ihre Karriere wieder in Schwung. Die hymnischen Kritiken für ihre Leistungen als Maya in „Sideways“ und Madsens aktuelle Rollen belegen nur zu gut, dass die Babypause ihren nachhaltigen Erfolg nur für kurze Zeit unterbrechen konnte.

Durch die vielen Filmangebote befindet sich Madsen (lächelnd!) in der Zwickmühle: Sie muss ihre erfolgreiche Karriere und die Erziehung von Sohn Jack (er steht immer an erster Stelle) unter einen Hut bringen, ohne dabei den Verstand zu verlieren. Mit anderen Worten – sie vollbringt ein kleines Wunder. Dennoch macht ihr das Leben Spaß. Trotz ihres vollen Terminkalenders findet sie Zeit für Gewichtheben, Fitness-Kurse und Pilates.


MARY LYNN RAJSKUB

Janet Stone

Rajskub hat sich als wandlungsfähige und energische Schauspielerin/Autorin und mit Performances in beeindruckenden Film- und Fernsehauftritten sowie als Standup-Comedian einen Namen gemacht.

Derzeit tritt sie in der fünften Staffel der erfolgreichen Fox-Serie „24“ (24) auf – die wichtige Rolle als Computer-Genie Chloe O’Brian hat ihr eine treue Fangemeinde eingebracht. In unserer von globalen Spannungen gekennzeichneten Zeit gelang es der Serie nicht zuletzt durch Rajskubs hervorragende Darstellung, 2005 für den Emmy nominiert zu werden. Und die Schauspielerin selbst landete auf der begehrten „Unbedingt“-Liste im Fachblatt Entertainment Weekly.

Zu ihren Filmen zählen „Legally Blonde 2: Red, White & Blonde“ (Natürlich blond 2), „Sweet Home Alabama“ (Sweet Home Alabama – Liebe auf Umwegen), „Dude, Where’s My Car?“ (Ey Dude, wo is’ mein Auto?), „Storytelling“ (Storytelling) und „Road Trip“ (Road Trip). Außerdem spielte Rajskub Adam Sandlers Schwester in Paul Thomas Andersons „Punch-Drunk Love“ (Punch-Drunk Love). Aktuell war sie auf dem Sundance Festival in Gregg Arakis „Mysterious Skin“ zu sehen.

Nach ihrer Ankunft in Los Angeles wurde Rajskub ins Ensemble von David Cross’ and Bob Odenkirks hoch gelobte HBO-Sketch-Comedy-Serie „Mr. Show with Bob and David“ aufgenommen. Bald darauf wechselte sie im gleichen Sender zur „The Larry Sanders Show“ (Die Larry Sanders Show). Es folgten Auftritte in „The Army Show“ auf The WB und „The Downer Channel“, die von Steve Martin produzierte Sketch-Serie auf NBC. Gastrollen übernahm sie in den Serien „King of Queens“ (King of Queens), „News Radio“ (News Radio), „Veronica’s Closet“ (Veronica) und „Good Morning Miami“, um nur einige zu nennen. Eine Hauptrolle spielte sie in dem CBS-Remake von „Helter Skelter“ (Helter Skelter).

Rajskub hat auf der Kunstakademie Malerei studiert, entdeckte aber bald ihr Talent als Darstellerin. Ihre erste Solo-Show brachte ihr begeisterte Kritiken ein. Also begann sie ihre Begabung als Comedian und Schauspielerin weiterzuentwickeln. Derzeit wohnt sie Venice/Kalifornien.


ROBERT PATRICK

Gary Mitchell

Der erfahrene Schauspieler mit den kalten, stahlblauen Augen dominiert die Leinwand in jeder seiner Rollen.

Aktuell übernahm Patrick neben Joaquin Phoenix die Rolle von Johnny Cashs Vater in James Mangolds „Walk the Line“.

Auf dem Bildschirm hat er gerade die Hauptrolle des Team-Commanders Tom Ryan im CBS-Pilotfilm „The Unit“ übernommen – die Serie wird demnächst anlaufen.

Die TV-Fans erinnern sich an ihn als John Doggett in den letzten beiden Staffeln der Kultserie „The X-Files“ (Akte X), doch Patrick kann bereits eine sehr umfangreiche TV- und Kino-Filmografie vorweisen. Seine bekannteste Rolle spielte er als T-1000 in dem Kassenknüller „Terminator 2: Judgment Day“ (Terminator 2 – Tag der Abrechnung).

Großartige Kritiken bescherten ihm seine hochkarätigen Leistungen in der zweiten Staffel der HBO-Serie „The Sopranos“ (Die Sopranos). Weitere Filme: „Ladder 49“ (Im Feuer) mit John Travolta und Joaquin Phoenix; „Charlie’s Angels: Full Throttle“ (3 Engel für Charlie – Volle Power); „Spy Kids“ (Spy Kids) mit Antonio Banderas; „All the Pretty Horses“ (All die schönen Pferde) mit Matt Damon unter der Regie von Billy Bob Thornton; „The Faculty“ (Faculty); „From Dusk Til Dawn 2: Texas Blood“; „Cop Land“ (Cop Land) mit Sylvester Stallone und Robert De Niro; „Eye See You“ (D-tox), ebenfalls mit Stallone; „A Texas Funeral“ (Texas Story); und der Independent-Film „The Only Thrill“ (Liebe aus zweiter Hand) mit Diane Keaton, Diane Lane und Sam Shepard.

Außerdem absolvierte er einen gruseligen Auftritt in „Rosewood“ (Rosewood Burning; er tat damit Regisseur John Singleton einen persönlichen Gefallen), „Striptease“ (Striptease) mit Demi Moore, „Fire in the Sky“ (Feuer am Himmel), „Double Dragon: The Movie“ (Double Dragon – Die 5. Dimension), „Decoy“ (Decoy – Tödlicher Auftrag), „The Last Gasp“ (Last Gasp – Der Todesfluch) und „Hong Kong ’97“ (The Last Chance – Die Nacht der Entscheidung). Daneben trat er in einer Episode der Showtime-Serie „The Outer Limits“ (Outer Limits – Die unbekannte Dimension), in dem TNT-TV-Film „Bad Apple“ (Bad Apple) und in der CBS-Miniserie „Elvis“ (Elvis) auf, in der er Elvis’ Vater darstellt.

Patrick stammt aus Marietta/Georgia. Als Schüler war er ein begeisterter Sportler, doch dann begannen ihn die Schauspielkurse mehr zu interessieren. 1984 zog er nach Hollywood, ergatterte eine Rolle in dem Beatnik-Stück „Go“ und bekam damit seine große Chance – er wurde von Besetzungschef Roger Corman entdeckt. Patrick engagiert sich für alle Aspekte des Filmemachens und produziert selbst Filme, wenn er nicht vor der Kamera steht.

Mit seiner Frau Barbara und den beiden Kindern lebt er in Los Angeles.


ROBERT FORSTER

Harry Romano

Wenn Experten behaupten, dass es für einen Darsteller viel wertvoller ist, für den Oscar nominiert zu werden als ihn zu gewinnen, dann denken sie wahrscheinlich an Robert Forster. Sein Auftritt als Max Cherry in Quentin Tarantinos „Jackie Brown“ (Jackie Brown) erwies sich als Meilenstein seiner Karriere, der ihm in der Folge viele weitere Angebote einbrachte. Er wurde nicht nur in der Kategorie Bester Nebendarsteller für den Oscar nominiert, sondern auch die Kritiker reagierten begeistert. Damit ist er auch nach 40 Jahren in der Branche immer noch sehr gefragt.

Seit Forster in „Jackie Brown“ neben Samuel L. Jackson, Pam Grier und Robert De Niro den grundehrlichen Kautionsbürgen spielte, hat er einen Film nach dem anderen gedreht – fürs Kino und für den Bildschirm, von hochkarätigen Studioproduktionen bis zu Independent-Filmen. 2005 arbeitete Forster neben „Firewall“ an drei sehr unterschiedlichen Projekten: dem Fantasy-Film „D-War“ nach einer koreanischen Legende sowie den unabhängig produzierten „Wild Seven“ und „Rise“. Davor war er in Wes Cravens „Cursed“ (Verflucht), „Grand Theft Parsons“ (Grand Theft Parsons) mit Johnny Knoxville, in „Confidence“ (Confidence), „Like Mike“ (Like Mike; auch: Calvin – Voll am Ball) und „Charlie’s Angels: Full Throttle“ (3 Engel für Charlie – Volle Power) zu sehen. Die Kritiker lobten seine Leistung in David Mamets „Lakeboat“, den Joe Mantegna inszenierte, und „Diamond Men“ mit Donnie Wahlberg.

Auf dem Bildschrim wirkte Forster aktuell in dem CBS-Fernsehfilm „The Hunt for the BTK Killer“ mit; außerdem auf TNT in „The Grid“; in der HBO-Produktion „Undefeated“ (Undefeated – Der Sieger) von und mit John Leguizamo; in dem USA-Film „Murder in Greenwich“; und in dem CBS-TV-Film „Like Mother Like Son: The Strange Story of Sante and Kenny Kimes“ (Eine mörderische Familie) mit Mary Tyler Moore. 2002 spielte er eine Gastrolle als Peter Facinellis Vater in McGs Serie „Fastlane“ (Fastlane). Danach trat er neben Carla Gugino in der ABC-Serie „Karen Sisco“ auf.

Nach „Jackie Brown“ war Forster in vier Independent-Filmen zu sehen: „Outside Ozona“ (Outside Ozona), „Family Tree“ (Family Tree), „The Magic of Marciano“ (Der Zauber von Marciano) mit Nastassja Kinski und „It’s the Rage“ (Rage – Irrsinnige Gewalt) mit einem Starensemble: Joan Allen, Gary Sinise, Andre Braugher und anderen. Hinzu kommen die neuen Versionen von Alfred-Hitchcock-Vorlagen: „Psycho“ (Psycho) unter der Regie von Gus Van Sant und die TV-Version von „Rear Window“ (Das Fenster zum Hof) mit Christopher Reeve. Forster war außerdem in dem modernen Film noir „Roads to Riches“ neben Rose McGowan und in dem zeitgenössischen Western „Lone Hero“ (Lone Hero – Der Terrorbiker) zu sehen. 1999 trat er in dem Science-Fiction-Film „Supernova“ (Supernova) neben Angela Bassett und James Spader auf. Daneben las er die Audiobuch-Version des Romanbestsellers „Hit Man“ im Verlag Dove Audio.

Ein starkes Debüt absolvierte Forster 1966 in John Hustons „Reflections in a Golden Eye“ (Spiegelbild im goldenen Auge) mit Marlon Brando und Elizabeth Taylor. 1968 folgte der einflussreiche Film „Medium Cool“ (Medium Cool). Forster trat auch in mehreren TV-Serien auf, darunter in der Noir-Serie „Banyon“ (Los Angeles 1937).

Forster setzte darauf, dass er nur lange genug im Geschäft bleiben musste, damit sich eines Tages ein begabter Nachwuchsfilmer an seine Filme erinnerte und ihm eine Rolle auf den Leib schreiben würde. Trotzdem war er überrascht, als er gleich von zwei jungen Filmemachern umworben wurde. Der eine war Quentin Tarantino, der ihn schon für zwei seiner früheren Filme ins Auge gefasst hatte, dann aber die Max-Cherry-Rolle speziell für Forster schrieb. Der zweite war der Brite Paul Chart, der Forsters Karriere genau verfolgt hatte und die Rolle des Dr. Jake Nyman in dem Thriller „American Perfekt“ (Kopf oder Zahl – Ein mörderisches Spiel) speziell für ihn schuf. Weitere Rollen in diesem Film übernahmen Amanda Plummer, David Thewlis und Paul Sorvino.

Forster stammt aus Rochester/New York. Er begann seine Laufbahn an Provinzbühnen und kam 1964 nach New York City. Dort gab er sein Profi-Debüt am Broadway in dem Zwei-Personenstück „Mrs. Dally Has a Lover“. Weitere Theaterrollen spielte er in „A Streetcar Named Desire“ (Endstation Sehnsucht), „The Glass Menagerie“ (Die Glasmenagerie), „Twelve Angry Men“ (Die zwölf Geschworenen), „The Sea Horse“ und „One Flew Over the Cuckoo’s Nest“ (Einer flog über das Kuckucksnest).

In all den Jahren ist er regelmäßig in gut rezensierten kleinen Produktionen aufgetreten – besondere Leistungen zeigte er in „The Don Is Dead“ (Der Don ist tot), „Stunts“ (Männer ohne Nerven), „Avalanche“ (Avalanche), „Alligator“ (Horror-Alligator) und „The Delta Force“ (Delta Force).

Vor „Karen Sisco“ wirkte Forster in drei Serien mit: „Banyon“, „Nakia“ (Nakia, der Indianersheriff) und „Once a Hero“. Hinzu kommen zahlreiche Fernsehfilme wie „Death Squad“, „Standing Tall“, „The Clone“ und eine Emmy-preisgekrönte Episode der Serie „Police Story“ (Police Story – Immer im Einsatz).

1986 produzierte und inszenierte er die Krimi-Parodie „Hollywood Harry“, in der er neben seiner damals 14-jährigen Tochter Kate die Hauptrolle übernahm. Im Laufe seiner Karriere hat er auch einen Schauspiel-Workshop ins Leben gerufen und sich auch als Gastredner verdingt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.robertforster.com.


ALAN ARKIN

Arlin Forester

Seit Jahrzehnten gilt der Schauspieler und Regisseur als Könner mit großem Talent und erstaunlicher Bandbreite auf Bühne, Leinwand und Bildschirm. Der geborene New Yorker begann seine Karriere im Ensemble der Improvisationsrevue „Second City“ in Chicago. So kam er an seinen ersten Broadway-Part, die Hauptrolle in Carl Reiners Stück „Enter Laughing“, die ihm den Tony einbrachte. Ein Jahr später spielte er am Broadway in Murray Schisgals Hit „LUV“. 1998 schrieb er mit Elaine May das Stück „Power Plays“, das er auch inszenierte und in dem er die Hauptrolle übernahm – es lief sehr erfolgreich am Promenade Theatre.

Seine erste Bühnenregie übernahm Arkin mit dem gefeierten „Eh?“ am Theater Circle in the Square, Dustin Hoffman spielte die Hauptrolle. Den Obie gewann Arkin als Regisseur von Jules Feiffers „Little Murders“. Es folgte Feiffers „The White House Murder Case“ – mit diesen drei Stücken war das Circle in the Square jahrelang ausgelastet. Es folgten „The Sunshine Boys“ (Sonny-Boys) am Broadway; „Rubbers“ und „Yanks Three“ am American Place Theatre; „Joan of Lorraine“ am Hartman Theatre in Stamford; „The Sorrows of Stephen“ am Burt Reynolds Theatre – Arkins Sohn Adam spielte die Hauptrolle; und „Room Service“ am Roundabout in New York.

Für sein Spielfilmdebüt „The Russians Are Coming, the Russians Are Coming“ (Die Russen kommen! Die Russen kommen!) erhielt Arkin den Golden Globe als Bester Darsteller sowie eine Oscar-Nominierung. Eine zweite Oscar-Nominierung und den Preis der New Yorker Kritiker bekam er für „The Heart Is a Lonely Hunter“ (Das Herz ist ein einsamer Jäger). Den Preis der New Yorker Kritiker gewann er außerdem mit „Hearts of the West“ (Im Herzen des Wilden Westens). Weitere Filme: „Catch-22“ (Catch-22), „Little Murders“ (Kleine Morde; auch Regie), „Joshua: Then and Now“ (Eine Liebe in Montreal), „The In-Laws“ (Zwei in Teufels Küche), „Edward Scissorhands“ (Edward mit den Scherenhänden), „Havana“ (Havanna), „Glengarry Glen Ross“ (Glengarry Glen Ross), „Four Days in September“ (Die Guerilleros sind müde), „Mother Night“ (Schatten der Schuld), „Slums of Beverly Hills“ (Hauptsache Beverly Hills), „Gattaca“ (Gattaca), „Steal Big, Steal Little“ (Different Minds – Feindliche Brüder), „Jakob the Liar“ (Jakob der Lügner), „Grosse Pointe Blank“ (Ein Mann – ein Mord), „America’s Sweethearts“ (America’s Sweethearts), „Thirteen Conversations About One Thing“, „Noel“ (Noel – Engel in Manhattan) und „The Novice“.

Arkin hat zwei Kurzfilme geschrieben und inszeniert: „T.G.I.F.“ und „People Soup“. Der erste eröffnete das New York Film Festival, der zweite wurde in der Kategorie Bester Kurzfilm für den Oscar nominiert. Als Sprecher wirkt Arkin in dem Zeichentrickfilm „Bee Movie“ mit, den Jerry Seinfeld schreibt und inszeniert. Abgeschlossen ist inzwischen der Spielfilm „Little Miss Sunshine“ der Regisseure Jonathan Dayton und Valerie Faris.

Arkin übernahm eine Hauptrolle in der viel gepriesenen A&E-Serie „100 Centre Street“, die Sidney Lumet schrieb und inszenierte. Weitere TV-Auftritte: Seine für den Emmy nominierte Darstellung in „The Pentagon Papers“ (Die Pentagon-Papiere) auf dem FX-Network und „Escape From Sobibor“ (Sobibor). Als Gaststar spielte er den Vater seines tatsächlichen Sohns Adam Arkin in der Serie „Chicago Hope“ (Endstation Hoffnung), die ihm eine weitere Emmy-Nominierung einbrachte, und auf Showtime trat er in „Varian’s War“ (Varian’s War – Ein vergessener Held) auf. Kürzlich war er auf HBO in Bruce Beresfords „And Starring Pancho Villa as Himself“ (Pancho Villa – Mexican Outlaw) neben Antonio Banderas zu sehen.

Arkin inszenierte die TV-Fassung des Broadway-Stücks „Twigs“ mit Carol Burnett sowie den international mehrfach ausgezeichneten „The Visitor“ mit Jeff Daniels, Swoozie Kurtz und Julie Hagerty.

Neben seinen Aufgaben als Schauspieler und Regisseur beschäftigt sich Arkin mit Musik, oder er schreibt. Er hat sechs Bücher verfasst, die alle bei Harper/Collins erschienen sind. Das jüngste ist ein Kinderbuch namens „Cassie Loves Beethoven“ (Cassie liebt Beethoven), erschienen bei Hyperion. Sein früheres Buch „The Lemming Condition“ wird seit 20 Jahren gut verkauft und wurde von The Book Sellers of America ausgezeichnet, indem es in die Bibliothek des Weißen Hauses aufgenommen wurde.



HINTER DER KAMERA

RICHARD LONCRAINE

Regie

Loncraine zählt zu den bedeutendsten britischen Regisseuren – seine Filmografie weist eine beeindruckende Liste von Kino- und Fernsehprojekten auf. Aktuell inszenierte er Kirsten Dunst und Paul Bettany in der romantischen Komödie „Wimbledon“ (Wimbledon – Spiel, Satz und… Liebe).

Regie führte Loncraine auch bei „Richard III“ (Richard III.) mit Sir Ian McKellen, Dame Maggie Smith und Annette Bening – Loncraine und McKellen schrieben das Drehbuch und wurden damit für den British Academy Award (BAFTA) nominiert; Loncraine gewann auf der Berlinale den Silbernen Bären. Er inszenierte außerdem „The Missionary“ (Der Missionar) mit Michael Palin und Dame Maggie Smith; „Bellman & True“ (Bellman & True – Gangster wider Willen; auch Co-Autor) mit Bernard Hill; die heiß diskutierte schwarze Komödie „Brimstone & Treacle“ nach dem Drehbuch von Dennis Potter mit Denholm Elliott, Joan Plowright und Sting in den Hauptrollen; und „Full Circle“ mit Mia Farrow und Keir Dullea.

Vor „Wimbledon“ inszenierte Loncraine den HBO-Film „My House in Umbria“ (Mein Haus in Umbrien) mit Dame Maggie Smith, Chris Cooper und Timothy Spall. Der Film wurde für neun Emmys nominiert (darunter auch für Loncraines Regie) – Smith gewann den Preis als Herausragende Hauptdarstellerin in einer Miniserie/einem Film. Daneben wurde Loncraine für den Preis der Directors Guild of America (Gewerkschaft der US-Regisseure) nominiert.

Für HBO inszenierte er außerdem „The Gathering Storm“ (Churchill – The Gathering Storm) mit Albert Finney und Vanessa Redgrave. Der Film gewann den BAFTA, Emmy und Golden Globe, Loncraine wurde für den Emmy und den Preis der DGA nominiert.

Zu Loncraines Fernseharbeiten zählen eine Episode der preisgekrönten HBO-Miniserie „Band of Brothers“ (Wir waren wie Brüder), die Steven Spielberg und Tom Hanks produzierten; die für den BAFTA nominierten „Wide-Eyed“ und „Legless“ mit Jim Broadbent und Julie Walters, das Drehbuch schrieb Jack Rosenthal; ein Teil der Dennis-Potter-Trilogie „Blade on the Feather“ (Blätter bugwärts) mit Donald Pleasence, Denholm Elliot und Tom Conti (Loncraine wurde als Regisseur für den BAFTA nominiert); und „Secret Orchards“ mit Freddie Jones und Judy Parfitt.


JOE FORTE

Drehbuch

Forte studierte an der Film School der New York University. Er arbeitet sowohl für die großen Studios als auch im Independent-Bereich.

Seine Filmkarriere begann er mit dem Verkauf seines Originaldrehbuchs „Soviet Cowboy“, das er für die zweifache Oscar-Preisträgerin Jodie Foster und ihre Produktionsfirma Egg Pictures schrieb. Die Geschichte spielt im postsowjetischen Moskau – dafür recherchierte Forte vor Ort in Russland und wohnte bei russischen Familien. Dann verkaufte er sein zweites Drehbuch „The Great Mahala“ an Warner Bros. Pictures. Er überarbeitete das Drehbuch „The Murderer Next Door“ für Sony Pictures, wo er anschließend einen Vertrag als Autor und Regisseur aushandelte. Zu seinen Projekten zählen auch „The Hunters“ und „Ride“, das er mit der Schauspielerin Charlize Theron entwickelte.

Im Januar 2005 unterschrieb Forte bei New Line Pictures den Vertrag über die Filmfassung des Romans „Out“ (Die Umarmung des Todes) von Natsuo Kirino, der in Japan den wichtigsten Krimi-Preis gewonnen hatte. Hideo Nakata („Ringu“/Ring – Das Original; „The Ring 2“/Ring 2) inszeniert den Film. Im Mai 2005 verkaufte Forte ein noch namenloses Drama an Paramount Pictures – Lorenzo DiBonaventura und Meg LeFauve übernehmen die Produktion.

Vor seiner Hollywood-Karriere arbeitete Forte für Werbeagenturen in New York und Los Angeles. In dieser kurzen Periode war er für Scali, McCabe, Sloves, Saatchi & Saatchi, Foote, Cone, Belding sowie Daily & Partners tätig.

Als Scali-Mitarbeiter wurde Forte mit seiner Volvo-Werbung für den Cleo nominiert. Für seine Kurzfilme hat er etliche Preise gewonnen, zum Beispiel zwei Cine Golden Eagles (Dokumentarfilmpreis) und ein Stipendium von Mobil Oil.

„Firewall“ ist Fortes erstes produziertes Drehbuch. Er ist mit der Filmproduzentin Meg LeFauve („Dangerous Lives of Altar Boys“/Lost Heaven; „Baby Dance“/Baby Blues) verheiratet und lebt in Los Angeles. Er hat zwei Söhne, zwei Hunde und ist hoffnungslos dem Espresso verfallen.


ARMYAN BERNSTEIN

Produzent

Der Vorsitzende der Firma Beacon Communications wurde von den US-Kinobetreibern auf dem Kongress ShoWest zum Produzenten des Jahres gekürt. Als Produzent oder Executive Producer betreute er Filme wie „Air Force One“ (Air Force One) mit Harrison Ford; „The Hurricane“ (The Hurricane; auch Drehbuch) mit Denzel Washington; „Thirteen Days“ (Thirteen Days) mit Kevin Costner; „End of Days“ (End of Days) mit Arnold Schwarzenegger; „Family Man“ (Family Man) mit Nicolas Cage; „Bring It On“ (Girls United) mit Kirsten Dunst; „For Love of the Game“ (Aus Liebe zum Spiel) mit Kevin Costner; „Spy Game“ (Spy Game) mit Brad Pitt und Robert Redford; „Open Range“ (Open Range – Weites Land) mit Kevin Costner, Robert Duvall und Annette Bening; „Raising Helen“ (Liebe auf Umwegen) mit Kate Hudson und John Corbett; „Ladder 49“ (Im Feuer) mit John Travolta und Joaquin Phoenix; und „A Lot Like Love“ (So was wie Liebe) mit Ashton Kutcher und Amanda Peet.

1990 gründete Bernstein Beacon Communications. Inzwischen zählt die Firma zu den erfolgreichsten unabhängig finanzierten Filmfirmen der Branche. Zu den ersten Filmen zählten Alan Parkers „The Commitments“ (The Commitments), der in der Kategorie Bester Film für den Golden Globe nominiert war und vier British Academy Awards (BAFTA) gewann; Keith Gordons von der Kritik triumphal gefeierter „A Midnight Clear“ (Spezialeinheit IQ) mit Ethan Hawke; die Verfilmung des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Romans „A Thousand Acres“ (Tausend Morgen) mit Michelle Pfeiffer und Jessica Lange; „Sugar Hill“ (Sugar Hill) mit Wesley Snipes; „Playing God“ (Playing God) mit David Duchovny und Timothy Hutton; „Princess Caraboo“ (Princess Caraboo) mit Phoebe Cates und Kevin Kline; Alan Parkers „The Road to Wellville“ (Willkommen in Wellville) mit Anthony Hopkins; und David Mamets „A Life in the Theatre“ (A Life in the Theatre), der als Bestes Drama mit dem Kabel-TV-Preis ACE ausgezeichnet wurde.

Bernstein stammt aus Chicago, er studierte an der University of Wisconsin. Als Fernsehjournalist arbeitete er für den öffentlichen Sender PBS und später für ABC. Bernstein schrieb das Drehbuch zum Kultfilm „Thank God It’s Friday“ (Gott sei Dank, es ist Freitag) mit Debra Winger und Jeff Goldblum. Dann schrieb und co-produzierte er Francis Ford Coppolas legendäre Vegas-Romanze „One From the Heart“ (Einer mit Herz).

Sein Regiedebüt gab Bernstein mit „Windy City“ (Windige Stadt) nach seinem Drehbuch – die Hauptrollen übernahmen John Shea und Kate Capshaw. Als Co-Autor und Regisseur war er an „Cross My Heart“ (Was nun?) mit Martin Short und Annette O’Toole beteiligt. Außerdem schrieb und produzierte er für ABC das Emmy-preisgekrönte „The Earth Day Special“.


JONATHAN SHESTACK

Produzent

Als Filmproduzent arbeitet Shestack im Rahmen eines First-Look-Deals für Warner Bros. Pictures. Zuvor war er bei Artisan Entertainment President of Production sowie Executive Vice President of Production and Development bei Beacon Communications. Bei Beacon produzierte Shestack „Air Force One“ (Air Force One) mit Harrison Ford. Außerdem produzierte er den Arthouse-Hit „The Last Seduction“ (Die letzte Verführung) für October Films und „Disturbing Behavior“ (Dich kriegen wir auch noch!) für Beacon. Als Produktionsmanager betreute Shestack die Filme „Family Man“ (Family Man), „End of Days“ (End of Days), „Bring It On“ (Girls United) und „Thirteen Days“ (Thirteen Days).

Mit seiner Frau Portia Iversen gründete Shestack die Autismus-Stiftung Cure Autism Now Foundation, die er als Vice President auch leitet. In der karitativen Einrichtung bemühen sich Eltern, Ärzte und Wissenschaftler um effektive biologische Behandlungsmethoden, Vorbeugung und Heilung des Autismus und verwandter Leiden. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Gruppe in den USA zum größten privaten Geldgeber im Bereich der biologischen Autismusforschung entwickelt: Preise werden ausgelobt, Stipendien vergeben. Außerdem enstand das innovative Autism Genetic Resource Exchange (AGRE) – das weltweit erste Genbank-Netzwerk für Autismus.

Der 44-jährige Shestack stammt aus Philadelphia und ist Vater dreier Kinder – eins davon leidet unter Autismus.


BASIL IWANYK

Produzent

Derzeit leitet Iwanyk unter dem Dach von Warner Bros. Pictures seine eigene Produktionsfirma Thunder Road Pictures.

Iwanyk begann seine Laufbahn in der Filmbranche als Künstleragent-Auszubildender bei der United Talent Agency. 1995 kam er als Kreativmanager zu Warner Bros. Pictures. Zwei Jahre später stieg er zum Vice President of Production auf. In dieser Zeit bei Warner Bros. Pictures betreute Iwanyk unter anderem die Filme „Training Day“ (Training Day), „Ocean’s Eleven“ (Ocean’s Eleven), „Batman & Robin“ (Batman & Robin) und „Insomnia“ (Insomnia – Schlaflos).

Im November 2000 wurde er President of Worldwide Production bei Intermedia Films. Dort betreute er unterschiedliche Filme wie „K-19: The Widowmaker“ (K-19 – Showdown in der Tiefe), „Basic“ (Basic), „Terminator 3: Rise of the Machines“ (Terminator 3 – Der Aufstand der Maschinen), „Adaptation“ (Adaption), „Dark Blue“ (Dark Blue), „National Security“ (National Security), „The Life of David Gale“ (Das Leben des David Gale), „Welcome to Mooseport“ (Willkommen in Mooseport) und „The Quiet American“ (Der stille Amerikaner).

Im Frühjahr 2006 beginnen die Dreharbeiten zu Iwanyks neuem Projekt „We Are Marshall“.


BRENT O’ CONNOR

Executive Producer

Aktuell betreute O’Connor als Executive Producer „Elektra“ (Elektra) mit Jennifer Garner und „Scooby Doo 2: Monsters Unleashed“ (Scooby Doo 2 – Die Monster sind los).

Als Co-Produzent fungierte er bei „Bulletproof Monk“ (Bulletproof Monk – Schneller als jeder Schuss) mit Chow Yun-Fat und Seann William Scott sowie „K-19: The Widowmaker“ (K-19 – Showdown in der Tiefe) mit Harrison Ford und Liam Neeson.

Als Produktionsleiter war O’Connor an etlichen Projekten beteiligt: an der Komödie „Rat Race“ (Rat Race – Der nackte Wahnsinn) mit Cuba Gooding Jr., Whoopi Goldberg, John Cleese und Rowan Atkinson; „The 6th Day“ (The 6th Day) mit Arnold Schwarzenegger; „Deep Rising“ (Octalus – Tod aus der Tiefe); am Oscar-preisgekrönten „Good Will Hunting“ (Good Will Hunting) mit Robin Williams, Ben Affleck und Matt Damon; und „Seven Years in Tibet“ (Sieben Jahre in Tibet) mit Brad Pitt. Hinzu kommen „Eye See You“ (D-tox), „Jumanji“ (Jumanji), „Disturbing Behavior“ (Dich kriegen wir auch noch!) und „Andre“ (Andre – die kleine Robbe).


CHARLIE LYONS

Executive Producer

Lyons ist Miteigner und Chief Executive Officer von Beacon Pictures. Mit dem Beacon-Vorsitzenden Army Bernstein arbeitet er schon über zehn Jahre zusammen. In dieser Zeit entstanden über 20 bedeutenden Kinofilme, darunter „Air Force One“ (Air Force One), „The Hurricane“ (The Hurricane), „Thirteen Days“ (Thirteen Days), „Bring It On“ (Girls United), „Spy Game“ (Spy Game) und „Family Man“ (Family Man). Zu den aktuellen Titeln gehören „Open Range“ (Open Range – Weites Land), „Raising Helen“ (Liebe auf Umwegen) und „Ladder 49“ (Im Feuer). Als Executive Producer betreut Lyons derzeit „The Guardian“ mit Kevin Costner und Ashton Kutcher. In der Endfertigung befindet sich „PU-239“, den Lyons zusammen mit Section Eight und HBO Films produziert.
          Zuvor gründete Lyons das weltweite Medienunternehmen Ascent Entertainment Group Inc., das er als Vorsitzender auch leitete, bis es 2000 von der Liberty Media Group übernommen wurde. Zu Ascent gehörten Beacon Pictures, die On Command Corporation (die größte Hotel-Kabelgesellschaft der Welt), Ascent Network Services (Radio- und TV-Dienstleister für das NBC Television Network), das National-Basketball-Association-Team Denver Nuggets und das National-Hockey-League-Team Colorado Avalanche (Stanley Cup Champions 1996). Ascent entwickelte und finanzierte außerdem das 200 Millionen Dollar teure Sport- und Entertainment-Zentrum Pepsi Center in der Innenstadt von Denver/Colorado. Ascent gründete zusammen mit der Liberty Media Group die Colorado Studios, die bedeutendste Produktionsfirma in Colorado.

Lyons gehörte einst zum Vorstand der National Basketball Association und der National Hockey League, und er zählt zu den Gründungsmitgliedern der Women’s National Basketball Association. Außerdem sitzt er im Vorstand zahlreicher karitativer und geschäftlicher Organisationen.


DANA GOLDBERG

Executive Producer

Seit sie vor sieben Jahren zu Village Roadshow Pictures stieß, ist Goldberg an allen Projekten der Firma beteiligt gewesen, darunter auch an der „Matrix“-Trilogie, „Ocean’s Eleven“ (Ocean’s Eleven) und „Ocean’s Twelve“ (Ocean’s Twelve), „Training Day“ (Training Day), „Mystic River“ (Mystic River) und „Miss Congeniality“ (Miss Undercover) sowie aktuell „Rumor Has It“ (Wo die Liebe hinfällt) mit Jennifer Aniston, „Charlie and the Chocolate Factory“ (Charlie und die Schokoladenfabrik) mit Johnny Depp und George Millers Computeranimationsfilm „Happy Feet“, der im Herbst anläuft.

Als Executive Producer betreute sie auch „Taking Lives“ (Taking Lives – Für dein Leben würde er töten) mit Angelina Jolie und „The Dukes of Hazzard“ (Ein Duke kommt selten allein) mit Johnny Knoxville und Seann William Scott.

Goldberg fing bei Village Roadshow Pictures an, nachdem sie drei Jahre lang als Vizechefin der Produktion für Barry Levinson und Paula Weinstein bei Baltimore/Spring Creek Pictures gearbeitet hatte. Ihre Karriere in der Entertainmentbranche begann sie als Assistentin bei Hollywood Pictures.


BRUCE BERMAN

Executive Producer

Nach dem Studium am Bennington College und an der Film School des California Institute of the Arts machte Berman 1975 seinen Abschluss „Magna cum Laude“ im Fach Geschichte an der University of California/Los Angeles. Seinen Jura-Abschluss machte er 1978 an der Georgetown Law School. Im selben Jahr wurde er in Kalifornien als Anwalt zugelassen.

Seinen Einstand in der Filmbranche gab Berman als Assistent von Jack Valenti in der MPAA in Washington/DC, während er noch studierte. Mit dem Abschluss in der Tasche trat er im September 1978 in Los Angeles seine Stellung als Peter Grubers Assistent bei Casablanca Filmworks an. Ab Juli 1978 arbeitete er als Assistent von Sean Daniel und Joel Silver für Universal Pictures, und dort wurde er 1982 stellvertretender Produktionschef.

1984 wurde Berman Vizechef der Produktionsabteilung bei Warner Bros. und bald darauf Chef der Spielfilmabteilung. 1989 stieg er dort zum Leiter der weltweiten Kinoproduktion auf. Unter seiner Führung produzierte und verlieh Warner Bros. Welthits wie Oscar-Sieger „Driving Miss Daisy“ (Miss Daisy und ihr Chauffeur) sowie „GoodFellas“ (GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia), „Presumed Innocent“ (Aus Mangel an Beweisen), „Robin Hood: Prince of Thieves“ (Robin Hood – König der Diebe), „Batman Forever“ (Batman Forever), „Malcolm X“ (Malcolm X), „The Bodyguard“ (Bodyguard), „JFK“ (John F. Kennedy – Tatort Dallas), „The Fugitive“ (Auf der Flucht), „Dave“ (Dave), „A Time to Kill“ (Die Jury) und „Twister“ (Twister).

Im Mai 1996 gründete Berman unter dem Dach der Warner Bros. Pictures die unabhängige Produktionsfirma Plan B Entertainment. Seit Februar 1998 ist er als Vorsitzender und Chefmanager bei Village Roadshow Pictures tätig. Zusammen mit Warner Bros. Pictures arbeitet die Firma an 60 Spielfilmen in unterschiedlichen Produktionsstadien, die bis 2007 entstehen werden.

Aktuelle Titel sind „The Dukes of Hazzard“ (Ein Duke kommt selten allein) mit Johnny Knoxville und Seann William Scott; „Rumor Has It“ (Wo die Liebe hinfällt) mit Jennifer Aniston, Tim Burtons „Charlie and the Chocolate Factory“ (Charlie und die Schokoladenfabrik) mit Johnny Depp; „House of Wax“ (House of Wax); „Miss Congeniality 2: Armed and Fabulous“ (Miss Undercover 2); „Constantine“ (Constantine) mit Keanu Reeves; „Ocean’s Twelve“ (Ocean’s Twelve); „The Matrix Revolutions“ (The Matrix Revolutions); „The Matrix Reloaded“ (Matrix Reloaded); Clint Eastwoods „Mystic River“ (Mystic River) mit Sean Penn und Tim Robbins; „Ocean’s Eleven“ (Ocean’s Eleven) mit George Clooney, Brad Pitt und Julia Roberts; „Training Day“ (Training Day), der Denzel Washington den Oscar einbrachte; „Analyze That“ (Reine Nervensache 2); „Two Weeks’ Notice“ (Ein Chef zum Verlieben) mit Sandra Bullock und Hugh Grant; „Cats & Dogs“ (Cats & Dogs – Wie Hund und Katz’); „Three Kings“ (Three Kings); „The Matrix“ (Matrix) mit Keanu Reaves und Laurence Fishburne; „Deep Blue Sea“ (Deep Blue Sea) mit Samuel L. Jackson; „Space Cowboys“ (Space Cowboys) mit Clint Eastwood und Tommy Lee Jones; „Analyze This“ (Reine Nervensache) mit Robert De Niro and Billy Crystal; „Practical Magic“ (Zauberhafte Schwestern) mit Sandra Bullock und Nicole Kidman; sowie die Hitkomödie „Miss Congeniality“ (Miss Undercover) mit Sandra Bullock und Benjamin Bratt.

Derzeit arbeitet Berman an Curtis Hansons „Lucky You“ mit Eric Bana und Drew Barrymore; „The Lake House“ mit Keanu Reeves und Sandra Bullock; und „Happy Feet“, einem im Computer animierten Musical der „Babe“-Macher.


MARCO PONTECORVO

Kamera

Der 39-jährige Kameramann begann seine Laufbahn vor über 20 Jahren als Schärfezieher und Kameraassistent unter dem Oscar- und BAFTA-preisgekrönten italienischen Kameramann Pasqualino De Santis („Morte a Venezia“/Der Tod in Venedig; „Romeo and Juliet“/Romeo und Julia), mit dem er zehn Jahre zusammenarbeitete. Der Sohn des berühmten Regisseurs Gillo Pontecorvo („La battaglia di Algeri“/Schlacht um Algier) gab sein Debüt als verantwortlicher Kameramann mit Francesco Rosis „The Truce“ (Atempause) nach den Memoiren von Primo Levi – John Turturro spielte die Hauptrolle.

Als Kameramann drehte Pontecorvo auch „L’ospite/The Guest“, „Falkenjerte“ (Katja und der Falke), „Sulla spiaggia e di là  dal molo/On the Beach Beyond the Pier“, „Voci/Voices“, „Perduto Amor“, Richard Loncraines „My House in Umbria“ (Mein Haus in Umbrien), Michelangelo Antonionis „Eros“, sieben Folgen der HBO-Serie „Rome“ (Rom), darunter drei von Michael Apted inszenierte Episoden, und „The Last Legion“.

2002 schrieb und inszenierte Pontecorvo den komischen Kurzfilm „2 pm: Dead Calm“ mit John Turturro in der Hauptrolle. Der Film lief auf den internationalen Festivals in Venedig, Montpellier und São Paulo und gewann als Bester Kurzfilm des Jahres den Nastro d’argento und den Preis des N.I.C.E.-Filmfestivals (New Italian Cinema Events).


BRIAN MORRIS

Produktionsdesign

Der Brite Brian Morris zeigt in seinen Filmen eine große Bandbreite – von eleganten Musicals bis zu Kostümfilmen und zeitgenössischen Sujets. Er studierte am Manchester Art College und an der Central School of Arts and Crafts in London. Seine Laufbahn begann er dann in der Royal Shakespeare Company, bevor er sich beim Fernsehen und im Film etablierte.

Als Ausstatter begann er mit zwei Richard-Loncraine-Filmen, „Flame“ und „Full Circle“. Aktuell übernahm er das Produktionsdesign bei Loncraines romantischer Komödie „Wimbledon“ (Wimbledon – Spiel, Satz und… Liebe) mit Kirsten Dunst und Paul Bettany. Sein erster Film als verantwortlicher Produktionsdesigner war John Schlesingers Weltkriegsdrama „Yanks“ (Yanks – Gestern waren wir noch Fremde), mit dem er für den British Academy Award (BAFTA) nominiert wurde.

Morris schuf die prähistorische Welt für Jean-Jacques Annauds „La guerre du feu“ (Am Anfang war das Feuer) und begann dann seine langjährige Zusammenarbeit mit Regisseur Alan Parker: Den Anfang machte das Rock’n’Roll-Musical „Pink Floyd The Wall“ (Pink Floyd The Wall), es folgten „The Road to Wellville“ (Willkommen in Wellville), „The Commitments“ (The Commitments), „Angel Heart“ (Angel Heart) und „Evita“ (Evita). Mit „Evita“ gewann Morris den Preis der Filmkritiker in Los Angeles, außerdem wurde er für den Oscar und den BAFTA nominiert.

Weitere bedeutende Filme: Adrian Lynes „Unfaithful“ (Untreu) und „Jacob’s Ladder“ (Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits), John Carneys „The Smiling Suicide Club“, Michael Manns „The Insider“ (The Insider), Jim Sheridans „The Boxer“ (Der Boxer), Sydney Pollacks „Sabrina“ (Sabrina), Louis Malles „Damage“ (Verhängnis) und Marek Kanievskas „Another Country“ (Another Country).         

Aktuell stattete Morris Gore Verbinskis „Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl“ (Fluch der Karibik) mit Johnny Depp und Geoffrey Rush aus. Diese Leistung brachte ihm die Nominierung der Art Directors Guild (Gewerkschaft der Ausstatter) ein.


JIM PAGE

Schnitt

Aktuell arbeitete Page an Shane Blacks Comedy-Thriller „Kiss Kiss, Bang Bang“ (Kiss Kiss, Bang Bang) mit Robert Downey Jr. und Val Kilmer.

Weitere Filme: Frank Darabonts „The Majestic“ (The Majestic) mit Jim Carrey und D. J. Carusos „The Salton Sea“ (Salton Sea) mit Val Kilmer. Als zusätzlicher Cutter betreute er „Taking Lives“ (Taking Lives – Für dein Leben würde er töten) mit Angelina Jolie und Ethan Hawke.

Page absolvierte seinen College-Abschluss an der University of California in San Diego. Mit Autor/Regisseur D. J. Caruso arbeitete er erstmals an der Serie „High Incident“ (High Incident – Die Cops von El Camino) und dann an dem ABC-Fernsehfilm „Mind Prey“ (Spiel auf Leben und Tod) zusammen. Es folgte Carusos HBO-TV-Thriller „Black Cat Run“ (Black Cat Run – Tödliche Hetzjagd), den Frank Darabont geschrieben hat.

Page hat auch Pilotfilme sowie Serienepisoden zu „The Shield“ (The Shield – Gesetz der Gewalt), „Boomtown“, „Cupid“ (Amor – Mitten ins Herz!) und „Once & Again“ (Nochmal mit Gefühl) geschnitten. Als Cutter war er an der TV-Serie „My So Called Life“ (Willkommen im Leben) und am Pilotfilm zur hoch gelobten HBO-Serie „The Sopranos“ (Die Sopranos) beteiligt.


Alexandre Desplat

Musik

Seine einfühlsame Musik zu Peter Webbers „Girl With a Pearl Earring“ (Das Mädchen mit dem Perlenohrring) machte Desplat in Hollywood schlagartig bekannt. Damit wurde er 2004 für den Golden Globe, den British Academy Award (BAFTA) und den Europäischen Filmpreis nominiert. Zuvor hat er in seiner Heimat Frankreich bereits Musiken zu 50 europäischen Filmen komponiert und war zweimal für den César nominiert. Er bestätigte seinen internationalen Ruf mit der Musik zu Jonathan Glazers Film „Birth“ (Birth) mit Nicole Kidman, der international bedeutende Filmkritiker zu ungewöhnlichen Lobeshymnen inspirierte.

Anschließend schrieb Desplat in schneller Folge die Soundtracks zu „The Upside of Anger“ (An deiner Schulter) mit Joan Allen und Kevin Costner; „Hostage“ (Hostage – Entführt) mit Bruce Willis; und „Syriana“ (Syriana) mit George Clooney, Matt Damon und Jeffrey Wright – dieser Film brachte ihm eine Nominierung für den Golden Globe ein. Aktuell komponierte Desplat die Filmmusik zu Lasse Hallströms Film „Casanova“ (Casanova) mit Heath Ledger und Jeremy Irons. Es folgt „The Painted Veil“ mit Naomi Watts and Edward Norton.

Neben seinen Hollywood-Aufträgen arbeitet Desplat nach wie vor auch für das europäische Kino. Aktuell schrieb er die Musik zu „De battre mon coeur s’est arrêté“ (Der wilde Schlag meines Herzens). Dafür erhielt er 2005 auf der Berlinale den Silbernen Bären.

Desplats griechische Mutter und sein französischer Vater lernten sich als College-Studenten an der kalifornischen Universität Berkeley kennen. Der vielsprachige Desplat wurde in Paris geboren und begann als Fünfjähriger Klavier zu spielen. Mit acht Jahren kam die Trompete hinzu, als Zehnjähriger lernte er das Flötenspiel. Er studierte bei Claude Ballif am Pariser Konservatorium und lernte bei Jack Hayes in Los Angeles das Orchestrieren. Nebenbei hörte er ständig amerikanischen Jazz – und im Kino zahllose Hollywood-Soundtracks. Daraus entwickelte er einen originellen neuen Filmmusik-Stil.

Weitere Filme: Florent Siris („Hostage“) erste Filme „Une minute des silence“ (Ende der Geduld) und „Nid de guêpes“ (Das tödliche Wespennest); Marleen Gorris’ „The Luszhin Defense“ (Luschins Verteidigung); Leslie Megaheys „The Advocate“ (Pesthauch des Bösen; auch: Die Stunde des Schweins); Patrick Dewolfs „Innocent Lies“ (Unschuldige Lügen); und Malcolm Mowbrays „The Revengers’ Comedies“ (Hering auf der Hose; auch: Rache ist süß). Desplat komponierte außerdem die Titelmusik zu dem Episodenfilm „11’09’’01 – September 11“ (11’09’’01 – September 11), zu dem unter anderem die Regisseure Sean Penn, Alejandro González Iñárritu, Danis Tanovic, Ken Loach und Shohei Imamura Segmente beisteuerten. Desplat hat unter anderem das London Symphony Orchestra, das Royal Philharmonic Orchestra, das tschechische philharmonische Orchester und das Münchner Symphonieorchester dirigiert. Songs schrieb er für Kate Beckinsale, Charlotte Gainsbourg, Michael Gambon, Catherine Ringer und Nadia Farès. Als Filmmusik-Dozent lehrt er am Royal College of Music in London und an der Sorbonne in Paris.

    
                                                                                                                         105 Min

Jack Stanfield (HARRISON FORD) arbeitet als Computer-Sicherheitsexperte für die Landrock Pacific Bank in Seattle. Er ist als Manager in diese Spitzenposition aufgestiegen, weil er in seiner Laufbahn das volle Vertrauen der Firma für sich gewonnen hat: Jack genießt den Ruf, das einbruchsicherste Computersystem der Branche entwickelt zu haben. Damit schützt er die finanziellen Rücklagen der Bank vor der ständigen Bedrohung durch immer raffiniertere Internet-Hacker, denen er mit einem komplexen System aus Tracern, Zugangscodes und Firewalls das Handwerk legt.

Jacks Position hat ihm einigen Wohlstand gebracht: Er und seine Frau, die Architektin Beth (VIRGINIA MADSEN), und die beiden Kinder Sarah und Andy leben in einem prächtigen Haus in einem Nobelvorort am Meer. Eine rundum glückliche Familie.

 
 

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