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Marvels Inhumans: Interview mit Roel Reine

 
 
15.08.2017 09:19

Die neue Marvel-Serie “Inhumans” startet mit einem großen Knall in den IMAX-Kinos! Schon bevor es überhaupt einen deutschen TV-Termin für die Serie gibt, könnt ihr euch ab 31. August 2017 die ersten beiden Folgen der neuen Superhelden-Serie hierzulande in den IMAX-Kinos anschauen! Für zwei Wochen stehen sie auf dem Spielplan, und der Trailer zur Serie verspricht viel sehenswertes! Ab Ende September gibt’s dann alle 8 Episoden im US-TV zu sehen. Wo und wann “Inhumans” dann im Fernsehen landet, steht blöderweise noch nicht fest. Bisherige Marvel-Serien liefen aber entweder bei ProSieben oder im Pay-TV bei RTL Crime. Auch Netflix hat noch keine Ausstrahlung angekündigt.

Alles also ein bisschen unbefriedigend. Trotzdem empfehlen wir euch dringend, die Serie zu gucken. Am besten vorab im IMAX, denn wir durften schon einen exklusiven Blick darauf werfen. Unser FILM.TV-Reporter Dominik Dassow war zum Marvel-Event in Berlin und konnte sich schon einige Szenen ansehen und mit Regisseur Roel Reiné sprechen. Das ganze Interview lest ihr unter dem Trailer zur Serie.

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Marvels Inhumans: Interview mit Roel Reine: Weitere Infos

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FILM.TV: Warum ist Inhumans nun doch eine TV Serie und nicht, wie ursprünglich angekündigt, ein Film?

Roel Reiné (Regisseur der Serie): Ich weiß es nicht genau, da ich nicht so hoch in der Marvel Rangordnung bin. Aber ich weiß, dass Inhumans im Lineup vor 5 Jahren war und dort als Film für 2019 angekündigt wurde. Sie haben aber niemals das Drehbuch geschrieben bzw. überhaupt angefangen, daran zu arbeiten. In diesem Lineup waren allerdings auch nur ein Teil von Guardians of the Galaxy und nur zwei The Avengers Filme. Man sieht also, dass sich auch einiges ändert. Und ich weiß auch, dass die Marvel TV-Sparte immer weiter expandiert. Sie haben sich dann die Charaktere angeschaut und die Inhumans sind solch coole und tiefgründige Charaktere, sodass es eine Schande wäre, wenn man nur 2 Stunden mit ihnen verbringen könnte. Sie sind schließlich zu siebt und sie haben solch eine Tiefe, so viel Story, so viel zu lernen und können sich auch noch so weit entwickeln.


FILM.TV: Und findest du, dass eine Serie die richtige Entscheidung war?

A: Definitiv! Ich finde die Charaktere sind sehr vielfältig und haben viel Tiefe. Es wäre eine Schande, wenn man das in ein 2-Stunden-Popcorn-Film quetschen müsste, in dem es natürlich auch viel Action und Spektakel geben muss. So würde, glaube ich, viel zu viel verloren gehen. Jetzt kann man zehn, vielleicht 20, vielleicht 30 Stunden, wenn es noch weitere Staffeln gibt, mit diesen Charakteren verbringen, was ich ziemlich gut finde.

FILM.TV: Was sind für dich als Regisseur die größten Unterschiede zwischen einem Filmdreh und einem Seriendreh?

Roel Reiné: Bei Serien hat man als Regisseur viel weniger Kontrolle. Wenn ich Regie in einer oder mehreren Episoden führe, wie es z.B. in Black Sails oder Blood Drive der Fall war, dann gibt es schon eine ziemlich genaue Vorstellung, wie es am Ende aussehen wird und ich kann quasi „nur“ meine Version der Vorstellung einer anderen Person umsetzen. Anders ist das aber bei Pilot-Folgen einer Serie, denn da hat man die Möglichkeit, den Grundstein dieser Serie zu legen. Ich hatte also bei Inhumans z.B. viel Kontrolle über das Set-Design, das Shot-Design, die Locations, wie geschnitten wird usw. Ähnlich ist es auch bei Filmen, vor allem wenn ich niederländische Filme mache. In amerikanischen Filmen spielt die Hierarchie nach dem Motto „Wer bezahlt, der bestimmt“ allerdings eine viel größere Rolle und da gibt es über mir als Regisseur noch einige weitere Stufen. Das stört mich persönlich aber gar nicht so stark, da ich in der Regel trotzdem genug Freiraum bekomme, um meine Visionen auszuleben.


FILM.TV: Es gibt mittlerweile so viele Superhelden-Filme und -Serien. Glaubst du, dass die Leute irgendwann genug haben?

Roel Reiné: Ja, das glaube ich. Vor allem wenn sie nicht wirklich tiefgründig und interessant sind. Ich glaube, einige Superhelden-Filme sind ein bisschen zu flach, haben keine wirkliche Story und keine „Seele“. Wenn ich mich an den letzten Sommer erinnere, war einer meiner Lieblings-Superhelden-Filme definitiv Logan. Es gab eine richtige Story, viele Emotionen und der ganze Superhelden-Kram war nur Nebensache. Und das hat den Film auch so erfolgreich gemacht, denn am Ende will man ja immer eine gute Story sehen. Das ist meiner Meinung nach bei Inhumans genauso, da wir sehr viel Wert auf starke, bodenständige und einfach interessante Charaktere legen. Man kann aber natürlich auch an der Humor-Seite ansetzen, wie es z.B. bei Guardians of the Galaxy oder Deadpool gemacht wurde. Solche Filme sind einfach lustig und davon werden die Leute nicht genug bekommen.

FILM.TV: Ich persönlich finde die Haare von Medusa extrem cool. Welche „Superkraft“ der Inhumans findest du am besten?

Roel Reiné: Für mich ist es die Superkraft von Lockjaw. Teleportation ist einfach sowas von cool und auch echt praktisch. Fun Fact dazu: In den Comics wurde (natürlich) niemals gezeigt, wie Lockjaw sich teleportieren kann und wie das aussieht. Daher mussten bzw. durften wir für die Serie entscheiden, wie das aussehen soll. Und da habe ich Marvel vorgeschlagen, dass die Teleportation nicht über ein Kraftfeld, Lichtblitz oder ein schwarzes Loch funktioniert, sondern eher auf eine organische Weise. Es sollte eher so sein, dass er zu Sand und Staub zerfällt. Und Marvel war davon so begeistert, sodass wir es so gemacht haben. Somit kann ich sagen, dass zumindest ein bisschen meiner DNA nun in Lockjaw steckt, was mich sehr stolz macht.


FILM.TV: Musstest du dich auf irgendwas Spezielles einstellen, als du angefangen hast, mit Marvel zusammenzuarbeiten?

Roel Reiné: Der größte Unterschied liegt darin, dass Marvel ein großer Sicherheitsblock ist. Am ersten Tag der Zusammenarbeit haben sie z.B. mein Handy, mein Tablet und mein Laptop verschlüsselt. Und das finde ich auch voll in Ordnung, da Marvel mittlerweile so eine große Marke ist und sie überall auf der Welt extrem populär sind. Aber abgesehen davon habe ich gemerkt, dass Marvel sehr stark auf die Filmemacher eingeht und ihnen viele Freiräume für ihre Ideen lässt. Außerdem war die ganze Zeit eine Marvel Mitarbeiterin an meiner Seite, die auf quasi alles im Marvel Universum spezialisiert war. Und das war eine sehr große Hilfe, da ich sozusagen immer ein Marvel-Wiki bei mir hatte, das mir z.B. sagt, wenn ich irgendwas nicht so machen kann, da es vielleicht einen anderen Charakter in einem großen Film beeinflussen konnte. Alles sehr kompliziert, aber trotzdem faszinierend.

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Autor: Dominik Dassow
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