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ESC 2018: Das ist die deutsche Jury

 
 
02.05.2018 08:30

50 Prozent der deutschen ESC-Punkte gehen auf ihr Konto: die Sänger/Songwriter Max Giesinger und Mike Singer, die Ravensburger Songschreiberin Lotte, Schlager-Ikone Mary Roos und "Revolverheld"-Manager Sascha Stadler sind die Mitglieder der nationalen Jury für den Eurovision Song Contest 2018. Sie dürfen - wie auch die Zuschauerinnen und Zuschauer in Deutschland - zweimal abstimmen: im ESC-Finale am Sonnabend, 12. Mai, und zuvor im 2. Halbfinale am Donnerstag, 10. Mai. Im 2. Halbfinale entscheidet sich, welche zehn Acts von den dort insgesamt 18 antretenden ins Finale einziehen. Im Finale sind 26 Acts dabei, alle 43 am ESC teilnehmenden Länder wählen ihre Favoriten. Das Publikums-Voting und das Jury-Voting haben in den Shows gleich viel Gewicht. Bei der legendären Abstimmungsrunde "Und zwölf Punkte gehen an ..." im Finale wird das Ergebnis der Jury live verkündet.


Max Giesinger (29) aus Waldbronn platzierte sich mit gleich mehreren Songs seines zweiten Albums "Der Junge, der rennt" in den Top Ten der deutschen Charts. Zusammen mit Michael Schulte, der im ESC-Finale für Deutschland auf der Bühne stehen wird, nahm er 2012 eine Version des Songs "Somebody That I Used to Know" von Gotye auf. Das Video hat auf Youtube inzwischen mehr als viereinhalb Millionen Klicks.

"Ich finde, der ESC ist jedes Jahr immer wieder ein Riesen-Highlight. Es macht einfach Spaß, zuzugucken und die teils absurden, teils musikalisch hochwertigen Beiträge zusammen mit seinen Freunden zu bewerten. Da mein bester Kumpel Michael Schulte dieses Jahr Deutschland vertritt, fieber' ich da natürlich gleich doppelt mit. Ich bin Teil der Jury und Michael, mit dem ich mehrere Jahre in einer WG auf St. Pauli gelebt hab, tritt für Deutschland an. Was für ein krasser Zufall. Ich finde, wir haben da seit langer Zeit mal wieder einen wirklich guten Song am Start, mit dem wir ganz weit kommen könnten!"


Lotte (22), Musikerin und Songschreiberin aus Ravensburg, veröffentlichte im September vergangenen Jahres ihr Debütalbum "Querfeldein" und feierte ihren ersten Charterfolg. Ihre Singles "Auf beiden Beinen" und "Pauken" waren im Radio zu hören, und im April spielte sie eine nahezu ausverkaufte Deutschlandtour in den großen Clubs des Landes.

"Ich freu' mich sehr, dieses Jahr als Jury-Mitglied beim ESC dabei sein zu dürfen! Und das nicht nur, weil ich den ESC schon als Kind geschaut habe und seine Idee, Menschen durch Musik zu vereinen, feiere. Ich finde auch, dass wir mit Michael Schulte diesmal einen Kandidaten haben, der mit einer saustarken, tiefgründigen Nummer antritt. Da drück ich alle Daumen!"

Mary Roos (69) hat Deutschland bereits zweimal beim ESC vertreten: 1972 mit dem Titel "Nur die Liebe lässt uns leben" (Platz 3) und 1984 mit "Aufrecht geh'n" (Platz 13). Auch in der deutschen ESC-Jury war sie schon einmal - 2010. Und 2013 gehörte sie zur Jury des deutschen Vorentscheids "Unser Song für Malmö". Mary Roos ist die Präsidentin der nationalen ESC-Jury 2018.


"Als Künstlerin, die 1972 und 1984 selbst beim Grand Prix antreten durfte, weiß ich, wie aufgeregt man vor diesem wichtigen Auftritt ist. Inzwischen heißt der Wettbewerb Eurovision Song Contest und ist in vielem technischer geworden. Umso wichtiger ist es, ganz bei sich zu bleiben und sich nicht von der beeindruckenden Zahl von 200 Millionen Zuschauern weltweit und dem ganzen Rummel darum verunsichern zu lassen. Gerade weil viele der jungen Künstlerinnen und Künstler noch nicht viel Bühnenerfahrung mitbringen, habe ich viel Respekt vor dem Mut und freue mich, dass ich nach 2010 wieder in der Jury sitzen werde. 2010 hat Lena gewonnen. 2018 drücke ich Michael Schulte die Daumen, dass er seinen Auftritt und die gesamte Zeit beim ESC genießen kann."

Mike Singer (18) hat im Januar sein zweites Studioalbum veröffentlicht, "Deja Vu". Wie das 2017 erschienene Vorgängeralbum "Karma" stieg es auf Platz 1 der deutschen Charts ein, das Video des Titelsongs wurde bei Youtube inzwischen mehr als 21 Millionen Mal abgerufen. Mike Singer stand beim deutschen ESC-Vorentscheid "Unser Lied für Lissabon" als Gast-Star auf der Bühne.


"Die Teilnahme in der deutschen ESC-Jury ist für mich eine große Ehre! Ich verfolge den Contest schon seit Jahren und finde es mega, wie unterschiedlich die Musik aus den einzelnen Ländern ist. Es ist toll zu sehen, dass allen eine Bühne dafür geboten wird. Ich freue mich sehr, dieses Jahr hautnah dabei sein zu dürfen."

Sascha Stadler (45) ist Künstlermanager und Geschäftsführer der PR- und Artist-Management Agentur "Voll:kontakt". In dieser Eigenschaft verantwortet er auch seit Anfang an die Karriere der Hamburger Band "Revolverheld". Bevor er auf die Businessseite der Szene wechselte, absolvierte er als Gitarrist den "Popkurs" an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und hatte Ende der 90er-Jahre mit seiner damaligen Band selbst einen Major-Plattenvertrag.


"Der Eurovision Song Contest war als Kind für mich immer das musikalische TV-Highlight des Jahres. Der Sieg von Nicole mit ihrer weißen Akustikgitarre wird sicher immer in unserem kollektiven Gedächtnis bleiben. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen die europäische Idee von vielen in Frage gestellt wird, ist ein Event wie der Eurovision Song Contest wichtig. Er bringt die Menschen über die universelle Sprache der Musik zusammen und eint, statt zu spalten. Ich freue mich sehr, als Jurymitglied ein Teil davon sein zu dürfen."

Die Jurys bewerten - anders als das TV-Publikum - nicht die Auftritte während der ESC-Live-Sendungen, sondern die jeweils zweite Generalprobe der Shows am Abend davor, die so genannten "Jury-Finale". Diese Shows sehen die Jury-Mitglieder in einer speziellen, nicht öffentlichen Übertragung gemeinsam beim NDR in Hamburg.


Während die Punkte aller Jurys im ESC-Finale nacheinander live mitgeteilt werden, werden die Ergebnisse der Televotings aus allen Ländern zusammen ausgewertet und in der Show erst ganz am Schluss veröffentlicht. Wie die Zuschauerinnen und Zuschauer in Deutschland gewählt haben, berichtet Kommentator Peter Urban zum Ende des ESC-Finales. Zudem wird eurovision.de das nationale Televoting-Ergebnis veröffentlichen.

Das Erste überträgt das ESC-Finale am 12. Mai ab 21.00 Uhr live, ebenso ONE (mit eingeblendeten Social-Media-Tweets) und die Deutsche Welle (DW). Die beiden Halbfinale laufen am 8. und 10. Mai ab 21.00 Uhr live auf ONE. Alle Shows sind auch online auf eurovision.de zu sehen.

 
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Autor: Tom Stolzenberg
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Mit Material von ots