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How to Sell Drugs Online (Fast) Staffel 2: Kritik

Kritik
 
 

Als Netflix in Deutschland an den Start ging, war die Auswahl der Inhalte, ähnlich zum Kino, auf US-Produktionen limitiert. Doch mit der globalen Produktionsoffensive seitens Netflix kam auch Deutschland mit eigenen Produktionen zum Zug. Daraus entstanden dann "Dark", "Dogs Of Berlin" und "How To Sell Drugs Online (Fast)". Letztere geht nun in die zweite Runde.

Erneut begleiten wir Moritz, Lenny und Dan mit ihrem geheimen Drogen-Startup „MyDrugs“. Durch erfolgreiche Expansionen florierte das Business und so hat das Trio schnell die erste Million auf dem Konto. Für Lenny und Dann eigentlich genau der richtige Zeitpunkt, das Geschäft zu beenden, um sich so nicht weiter in Geheimniskrämerei verstricken zu müssen. Denn auch privat tut sich bei den dreien gerade viel. Während MyDrugs wächst, wird für Moritz die Beziehung zu seiner Freundin Lisa immer komplizierter. Und so kommt es wie es kommen muss: Lisa und er entfremden sich zunehmend. Für Dan läuft es im Startup sehr gut, wodurch er sich in wichtige Verhandlungen einbringen kann. Doch hat er - anders als die anderen beiden - schwer mit dem Abi zu kämpfen. Und dann wäre da noch „xKira7“, die mysteriöse Online-Hacker-Freundin von Lenny, die seine Welt auf den Kopf stellt.

Klein aber fein

Produziert wird die zweite Staffel von "How To Sell Drugs Online (Fast)" erneut nicht von einem der großen Studios. Hinter der deutschen Serie steckt die Kölner Produktionsfirma bildundtonfabrik. Bekannt sind die vor allem für ihre Produktion der Fernsehshow des Komikers Jan Böhmermann - "Neo Magazin Royale".

Genau diese etwas andere Herangehensweise tut der Serie sehr gut. Wie schon in der ersten Staffel bricht man gelegentlich aus der Handlung aus. Das Durchbrechen der vierten Wand ermöglicht so die direkte Interaktion mit dem Zuschauer. Dieses Konzept, dass wir in größeren Zügen zuletzt in "Deadpool" sahen, bringt so immer ein gewisses Augenzwinkern mit sich. Der Humor in "How To Sell Drugs Online (Fast)" ist dabei auch ein wichtiger Stichpunkt. So ist er essenziell für die Serie, doch teils zu versteift und damit „typisch deutsch“.


Typisch deutsch

Typisch deutsch sind auch die Dialoge. Während man bei der ebenfalls deutschen Serie "Dark" nur in wenigen Momenten dieses Gefühl der geskripteten und surreal wirkenden Dialoge hatte, so ist das hier deutlich häufiger der Fall. Durch die Kombination der Dialoge mit dem standardisierten dramaturgischen Aufbau verbaut man sich somit die Chance dessen, was man hätte sein können. Die Wendungen des Plots sind häufig zu offensichtlich und könnten in ähnlicher Manier auch in "GZSZ" zu sehen sein. Für eine weitere Staffel müsste man sich bei der btf also mehr auf die eigentlichen Grundpfeiler der Serie stützen. Dass man bei einer Komödie in Serienform nicht gerade die stärkste Story erwarten kann, dürfte klar sein. Doch sollte man hier künftig mehr auf das - ebenfalls genannte - Genre des Dramas setzen.

Fazit

Doch hat die Serie auf jeden Fall auch ihre guten Seiten. Die Leichtgewichtigkeit der Story, der trockene Humor, die Überzeichnung der Charaktere und die Kürze der Episoden schaffen es einen dennoch, einen in die Geschichte abtauchen zu lassen. Teils verfällt man jedoch in altbekannte Muster der deutschen TV-Landschaft zurück und verliert den Blick auf die eigentlich so innovativ anmaßenden Ansätze der Indie-Produktion. Auch wenn die Geschichte rund um das Drogen-Trio nicht gerade preisverdächtig ist, so sorgt sie doch für ein paar Stunden netter Unterhaltung, bei denen man sich erneut auf eine weitere Staffel freuen kann.

Die zweite Staffel von "How To Sell Drugs Online (Fast)" ist ab dem 21. Juli 2020 auf Netflix verfügbar. Im Player haben wir für euch den Trailer zur neuen Staffel.

 
 

FILM.TV-Check: 70%


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HOT:

+kurze Episoden

+innovative Ansätze

NOT:

-zu vorhersehbar

-stereotypische Charaktere


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Autor: Nils Zehnder
Gesprächswert: 70%