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Die Rüden Trailer

FSK 12|109 Min.|Kino: 20.08.2020|Drama
 

Originaltitel: Die Rüden

Mit: Sabine Winterfeldt, Mathis Landwehr
 
© RealFiction
 
 
 

Die Story zu Die Rüden Trailer:
DIE RÜDEN führt ins Herz einer Finsternis, die heute mit toxischer Maskulinität umschrieben wird. Und leuchtet es aus: In einer Arena aus dunklem, vernarbtem Beton treffen vier junge Gewaltstraftäter auf drei kampflustige Hunde mit metallenen Maulkörben. Testosteron pur also, wäre da nicht Lu, die angstfreie, hochkonzentrierte Hundetrainerin, die sich der Herausforderung stellt, Feuer mit Feuer zu löschen. Lu siedelt ihr so riskantes, wie von den Strafvollzugs-Autoritäten misstrauisch überwachtes Projekt jenseits der Fragen nach Täter und Opfer, Schuld und Sühne an. Sie lässt sich ein auf das Unaussprechliche, das Unkontrollierbare und das Ungewisse, in das es führt. Die Täter, die Tiere, sie selbst. So wird sie zur Provokation und ihr Ansatz zum Sprengsatz für ein System, das noch immer glaubt, man könne Gut und Böse wirklich auseinander sortieren. Lu lotet auch die Grenzen der Männlichkeit aus. Am Abgrund von Aggression, Gewalt und Uneinsichtigkeit wird die männliche zur menschlichen Grenze. Und deren Überwindung zu einem Thema für uns alle: Die Zornigen wie die Zaghaften, die Handelnden wie die Verdrängenden, vor allem aber: Männer wie Frauen. DIE RÜDEN ist eine so eindrückliche wie verstörende Reise zum Mittelpunkt der Menschlichkeit.

Schauspieler:
Sabine Winterfeldt, Mathis Landwehr, Christopher Köberlein

Regie:
Connie Walter

Hintergrund:
Weltweit sind siebzig Prozent aller Gewaltstraftäter jung und männlich. Sie sind es, die im nicht seltenen Extremfall Busse in Menschengruppen lenken, mit Fäusten und Waffen ihre Ziele erkämpfen, sich gar selbst in die Luft sprengen. Junge und jüngste Männer bilden ein höchst effizientes Instrument des Terrors. Sie sind Täter. Und sie sind Opfer. Und durchaus auch Retter. Sie waren schon immer die, die unsere Kämpfe gekämpft haben: mit deren Körper Kriege geführt, verloren und gewonnen wurden. Sie sind es, die prügeln, vergewaltigen, Überfälle begehen. Testosteron getränkt, ausgestattet mit geringer Impulskontrolle und wenig Frustrationstoleranz. Enthemmt, bewaffnet, traumatisiert. Sie sind es, die Gefängnisse füllen. Wir schauen auf sie. Verständnislos und angsterfüllt. Gewalt ist nicht zu begreifen als Zahl oder Statistik. Gewalt ist ein Erfahrungsphänomen. Sie schmerzt. Wir suchen ihr ebenso auszuweichen. Und doch bestimmt sie unsere Realität, ob wir hinsehen oder nicht. Bevor wir Gewalt und Gewalttäter kontrollieren oder auch nur begreifen können, müssen wir uns ihr und ihnen stellen. Und unsere Gewissheiten verabschieden und ja, unseren Glauben verlieren. Um uns auf einen Aufbruch einzulassen, der diesen Namen verdient.

Produktionsland & Jahr:
Deutschland 2019

Links:
- Offizielle Website

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Autor: Sebastian Lorenz
Bewertung: 79%